Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Bau der S-Bahn-Linie S60 geht weiter

01.10.11 (Baden-Württemberg) Autor:Niklas Luerßen

Der Bau der S60 geht mit dem symbolischen Start des dritten Bauabschnitt diese Woche von Böblingen nach Renningen in die letzte und umfangreichste Etappe. Seit Juni 2010 fährt die S-Bahn zwischen Böblingen und Sindelfingen bzw. Maichingen, jetzt schreiten die Bauarbeiten zwischen Magstadt und Renningen voran.

Regionaldirektorin Jeanette Wopperer: „Wir lösen heute unser Versprechen vom letzten Jahr ein: Fortsetzung folgt!“. Konzernbevollmächtiger Eckard Fricke sprach für die Deutsche Bahn AG: „Alle, die zur Fertigstellung der S60 beitragen, rufe ich auf, ihr Bestes zu geben! Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Bauarbeiten binnen 15 Monaten zu beenden, damit wir im Dezember 2012 die Signale für die erste durchgehende S60 zwischen Böblingen und Renningen auf Grün stellen können!“

Vom 150 Millionen Euro Gesamtprojekt entfallen etwa 66 Millionen Euro auf den 7,7 km langen dritten Bauabschnitt. Dabei wird ein zweigleisiger Ausbau auf sechs Kilometern zwischen Magstadt und Renningen sowie der Bau von knapp drei Kilometern langen Lärmschutzwänden durchgeführt und zwölf Eisenbahnüberführungen erweitert oder neu gebaut. Frickes Appell: „Das ist eine anspruchsvolle Herausforderung. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen, wenn wir zusammen mit den Partnern von der Straße und allen weiteren Beteiligten an einem Strang ziehen“. Voraussichtlich im Dezember 2012 wird die S-Bahn von Böblingen bis Renningen (im Endausbau 14,5 km lang) fertiggestellt sein. Damit bekäme man im sonst sternförmig auf Stuttgart ausgerichtetem S-Bahn-Netz die erste Querverbindung, so Wopperer.

Selbstverständlich müssen sich bei einem solchen Bauvolumen zeitweise Pendler und Anwohner auf Beeinträchtigungen und Belastungen einstellen. Hierfür warb Fricke um Verständnis. Während der Streckensperrung von Januar bis Dezember 2012 werden die Hauptarbeiten stattfinden. Güterzüge werden für den Zeitraum über Böblingen – Stuttgart West – Stuttgart Nord – Kornwestheim umgeleitet.

Der Verband Region Stuttgart (VRS) übernimmt die Kosten in Höhe von 590.000 Euro für den Bau eines Hausbahnsteigs in Renningen, um das Betriebskonzept des Flügelns und Kuppelns auch bei zeitlichen Engpässen möglich zu machen. Das Betriebskonzept sieht vor, dass Montags bis Freitags in den Hauptverkehrszeiten die S-Bahnen der S60 an die Züge der S6 zu vereinigen bzw. in Gegenrichtung zu trennen. Damit entstünden werktags zwischen 5:30 und 9 Uhr sowie 12 und 19 Uhr Direktverbindungen auf der Strecke der S60 nach Leonberg und Stuttgart. Samstags existieren zwischen 8 und 14 Uhr durchfahrende Direktzüge. In der sonstigen Zeit verkehrt die S60 als Inselbetrieb zwischen Renningen und Böblingen und man muss an den jeweiligen Endpunkten in die S6 bzw. S1 umsteigen. Die Betriebszeit der S60 liegt zwischen 5 Uhr und Mitternacht beim 30-Minuten-Takt.

Auch im Straßenverkehr hat dieses Projekt Vorteile, da die ebenerdigen Bahnübergänge (z.B. Magstadt Maichinger Straße, Renningen Weil-der-Städter-Straße und -Malmsheimer Straße) durch Unterführungen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer ersetzt werden, wodurch Wartezeiten vor zeitweise geschlossenen Schranken entfallen. Die Baukosten dieses Bauabschnitts teilen sich Bund zu 60%, Land Baden-Württemberg zu 25% und VRS und Landkreis Böblingen zu 15%.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Bau der S-Bahn-Linie S60 geht weiter – Eisenbahnjournal Zughalt.de | Böblingen Chat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.