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VDV begrüßt Netzfonds der Deutschen Bahn

07.09.11 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt die Pläne der DB Netz AG, einen Netzfonds einzurichten. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung des deutschen Eisenbahnnetzes. Aus diesem Fonds sollen insbesondere kleinere Investitionen finanziert werden, die sich kurzfristig realisieren lassen und Kapazitätserweiterungen, Engpassbeseitigungen und Qualitätsverbesserungen mit sich bringen.

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff: „Dieser Fonds bringt dringend benötigte Mittel für Maßnahmen, die aus dem Rahmen des komplizierten Finanzierungsprozesses fallen. Gerade kleinere Maßnahmen im Netz, wie z.B. zusätzliche Überholgleise, wurden trotz ihres hohen Nutzes vom Bund nicht mehr gefördert.“ Insbesondere sei die unternehmerische Initiative der Deutschen Bahn zu loben, die diesen Fonds größtenteils aus Eigenmitteln speist.

Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich die Trassenpreise im Anschluss daran entwickeln, schließlich hat DB Netz dann Investitionen aus Eigenmitteln finanziert und diese – anders als bei von der öffentlichen Hand bezahlten Projekten – vollständig bilanziert. Zudem stellt sich die Frage, ob die Speisung dieses Netzfonds durch die drastisch steigenden Infrastrukturkosten insbesondere für den SPNV, finanziert werden, so dass der Nahverkehr hier am Ende doppelt zur Kasse gebeten werden könnte.

Das sieht Oliver Wolff anders. Seiner Ansicht nach könne mit Fug und Recht von einer Win-Win-Situation gesprochen werden, schließlich profitieren alle von einer besseren Infrastruktur. Wolff: „Der VDV hat in der Vergangenheit durch Branchenumfragen den hohen Nutzen zahlreicher kleinerer netzwirksamer Ausbauten belegt und hierzu gefordert, auch unkonventionelle Finanzierungsformen zu erwägen.“

Ein Kommentar


  1. Willi Rutingsdorfer
    07.09.11 um 10:56

    Ich bin schon lange der Ansicht, dass ein Netzfonds eine sinnvolle Sache zum Ausbau der Infrastruktur unabhängig vom Bau von Neubaustrecken wäre! Dieser Fonds könnte noch viel größer sein und dadurch noch wirkungsvoller, wenn sich neben DB Netz auch private Anleger beteiligen könnten. Wenn sich durch Mehreinnahmen aus den Trassenpreisen eine Auschüttung von zirka 3 bis 4 Prozent für die Anleger ergeben würde, könnte der Fonds bei den jetzigen geringen Zinsen für Spareinlagen sicherlich in kurzer Zeit einen erheblich größeren Betrag zur Verfügung Stellen.

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