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RE-Konzept für NRW: Es geht voran

09.09.11 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Das neue RE-Konzept für Nordrhein-Westfalen geht voran: Von der kommenden Woche an fährt die Linie RE 11 zwischen Hamm und Mönchengladbach vollständig mit modernen Elektrotriebzügen der Baureihe ET 425 plus. Die Züge aus den 90er Jahren wurden von innen komplett umgebaut und haben nun dieselben komfortablen Sitze wie in den Doppeldeckerwaggons der übrigen Linien. Seit Dezember 2010 fahren zudem alle tragenden Linien im Ruhrgebiet einen Stundentakt.

Weitere Höhepunkte sind der sechste Waggon auf den Linien RE 1 (Aachen – Hamm, zweistündlich weiter bis Paderborn) und der fünfte Waggon auf der Linie RE 2 (Münster – Düsseldorf). Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember wird auch die Linie RE 5 (Koblenz – Emmerich am Rhein) komplett auf sechs Waggons umgestellt. Dadurch gibt es insgesamt mehr Platz und mehr Züge.

Heinrich Brüggemann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei DB Regio NRW: „Mit Umsetzung dieser Maßnahmen haben Land, Aufgabenträger und Bahn bereits einen spürbaren und notwendigen Schritt zu mehr Qualität im Nahverkehr getan. Diesen Weg gilt es nun gemeinsam und konsequent fortzusetzen.“

Auch der parlamentarische Staatssekretär für Verkehr im Landeswirtschaftsministerium, Horst Becker (Grüne) ist zufrieden: „Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass der Schienenverkehr als umweltfreundliche und schnelle Alternative ausgebaut wird. Dafür müssen alle gemeinsam für mehr Attraktivität und Qualität arbeiten.“

Und es geht weiter: Die Gespräche über die Einführung eines zusätzlichen Entlastungszuges zwischen Düsseldorf und Köln über Neuss und Dormagen sind weit fortgeschritten, dass diese Leistung sehr wahrscheinlich bereits ab Dezember 2011 im Stundentakt mit Silberlingen angeboten werden kann.

In einigen Jahren wird es zudem eine zusätzliche Leistung von Essen nach Düsseldorf geben: Ab Dezember 2016 wird die heutige Linie RB 42 zum Regionalexpress und übernimmt den Abschnitt Essen – Mönchengladbach der heutigen Linie RE 11. Diese wird dann nach Düsseldorf geführt, um die Landeshauptstadt besser ans Ruhrgebiet anzubinden. Dann wird die neue Linie RE 42 in Fahrplanlage und Laufweg in etwa dem alten RE 2 entsprechend, der bereits bis Dezember 2010 zwischen Mönchengladbach und Münster gefahren ist.

Im Zuge der Ausschreibungen in den nächsten Jahren wird es auch auf der Wupperachse Verbesserungen geben: Die Linien RE 4, RE 10 und RE 13 sollen nach Fertigstellung des dortigen Haltepunktes in Düsseldorf-Bilk halten, nach der Ausschreibung soll die Linie RE 4 möglicherweise auch in Korschenbroich und / oder Wetter an der Ruhr Station machen. Die Linie RE 7 wird ebenfalls im Wettbewerb vergeben und sprintstarke Neufahrzeuge sorgen dafür, dass die Halte Wuppertal-Vohwinkel und Köln-Mülheim ohne Fahrzeitverlust bedient werden können.

Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Linien S 5 und S 8 sowie für die Haardachse mit den Linien RE 2 und RB 42. Noch in diesem Jahr soll das Wettbewerbsverfahren für die Linien RE 7 und RB 48 und die Neuausschreibung des Dortmund-Sauerland-Netzes starten. Im ersten Quartal 2012 werden die Linien RE 1, RE 5, RE 6 und RE 11 folgen, ab Mai die Vergabe der Linien RB 38 und RB 39 sowie RB 20 und RB 21. Ende des Jahres 2012 kommen die Linien RE 4, RB 32, RB 33 und RB 35. Die Vergabewelle rollt, für die Fahrgäste wird es bereits kurzfristig spürbare Verbesserungen geben.

5 Responses

  1. Ja ganz schön. Was ist am RE 4 dann noch RE wenn dieser 3 mal mehr hält als Heute? Beim RE 7 genau so. Den Halt in Vohwinkel verstehe ich ja noch aber Köln-Mülheim? Der 30 Min-Takt auf der RB 48 reicht doch vollkommen aus um Köln-Mülheim anzubinden.


  2. Woody Woodpecker
    10.09.11 um 08:58

    Diese Bummelei des RE4 zwischen Aachen und Mönchengladbach ist schon heute ein Ärgernis.
    Gut für ein Regionalhalt in Bilk, wäre ich noch einverstanden, aber nicht in Wetter und Korschenbroich! Das wäre zuviel des guten. ;-)

  3. Den Halt in Vohwinkel verstehe ich ja noch aber Köln-Mülheim?

    Von Mülheim aus werden große Teil des Nordosten von Köln bedient. Wenn man aus Richtung Wuppertal etwa nach Bergisch Gladbach fahren möchte, genügt in Zukunft ein Umstieg in Mülheim. Jetzt muss man erst noch bis Deutz reisen, dort in die S 11 umsteigen und damit anschließend wieder zurück nach Mülheim gleiten. Durch die Stadtbahn- und Busanbindung von Köln-Mülheim ist der Halt auch sonst interessant.

  4. Den Einsatz der ET 425 empfinde ich gegenüber den alten Doppelstockwagen als Rückschritt. Die ET 425 bieten in Doppeltraktion (subjektiv empfunden?) weniger Plätze als vier DoStos. Des Weiteren haben die 425er ein sehr unangenehmes schrilles Fahrgeräusch und der Einstieg ist sehr unkomfortabel (große Lücke).
    Oder empfinde das nur ich so?

  5. Was ich mich frage, wann wird der Flaschenhals Hohenzollernbrücke endlich ausgebaut?

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