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GDL bestreikt Nord-Ostsee-Bahn ab heute (23. September) erneut

23.09.11 (Schleswig-Holstein) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft ihre Mitglieder seit heute morgen, 2 Uhr 30, bei der Nord-Ostsee-Bahn zum Streik auf. Das zum französischen Veolia-Konzern gehörende Unternehmen kündigte an, so schnell wie möglich zum Basisfahrplan bei Streiks zurückkehren zu wollen. Dieser Basisfahrplan ist ein ausgedünntes Angebot, das jedoch auch dann verlässlich gefahren wird, wenn streikbedingt Personal fehlt.

Nach Angaben der Gewerkschaft verdienen NOB-Lokführer etwa zehn Prozent weniger als ihre Kollegen beim Marktführer DB Regio. Die GDL fordert einen Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag, der neben dem Lohnniveau der Deutschen Bahn auch verbindliche Regelungen zur Personalübernahme bei Betreiberwechseln im Nahverkehr vorsieht und strebt innerbetriebliche Auffangregelungen bei unverschuldeter Fahrdienstuntauglichkeit unter voller Besitzstandswahrung an.

Die Arbeitgeberseite fordert nach wie vor ein Schlichtungsverfahren. Geschäftsführerin Martina Sandow: „Die GDL hat in einer Phase der Annäherung die Gespräche abgebrochen und zudem die mündlich zugesicherte Bereitschaft, in eine Schlichtung einzutreten, ohne dass daran Vorbedingungen geknüpft werden, nicht eingehalten. Daher suchen wir jetzt eine individuelle betriebliche Lösung – vorrangiges Ziel dabei ist, den Betriebsfrieden im Unternehmen wiederherzustellen.“

Die GDL wiederum dreht den Spieß um und wirft der NOB vor, ihrerseits die Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren abzulehnen. Lutz Schreiber, Bezirksvorsitzender der GDL für Norddeutschland: „Wir haben aber einen langen Atem, wenn es um die Umsetzung der berechtigten Interessen unserer Mitglieder geht. Wenn die NOB mit deutlicher Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein sowie der Verantwortlichen der LVS zur Aufnahme von Schlichtungsverhandlungen bewegt werden könnte, wäre das sehr hilfreich.“

Verhandlungen finden derzeit keine statt. Der Streik ist zwar nur befristet, jedoch wird das Ende der kurzfristig gesondert bekannt gegeben. Jedoch gab es bislang nur kürzere Streikpausen. Zum heute beginnenden Herbst, der mit Regen und Laub auf den Schienen für genug Chaos sorgt, kommt der Streik im Norden. Ob man Fahrgäste, die einmal aufs Auto umgestiegen sind, wieder auf die Schiene zurückholen kann?

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