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EVG übt scharfe Kritik an der Monopolkommission

21.09.11 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert das jüngste Gutachten der Monopolkommission. Für die Gewerkschaft sind die Thesen der Wissenschaftler unverständlich und falsch. Man schließt sich der Auffassung der Deutschen Bahn AG an, wonach der Wettbewerb in Deutschland funktioniert.

EVG-Chef Alexander Kirchner: „Diese Positionen scheint das Gremiums jährlich aus der Wiedervorlagemappe herauszuholen – sie werden allerdings dadurch weder richtiger noch besser. Der Wettbewerb hierzulande funktioniert.“ Er verwies dabei auf die zahlreichen Eisenbahnverkehrsunternehmen, die zu „ausländischen Konzernen“ gehören. Eine Rhetorik, für die die konkurrierende Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in den letzten Monaten immer wieder scharf kritisiert worden ist.

Kirchner: „Wenn sich die Wissenschaft so intensive Gedanken um den Wettbewerb macht, wäre es schön, wenn sich diese Gedanken auch um die Beschäftigten ranken würden. Ziel muss es nämlich sein, den Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten zu verhindern.“ Bemerkenswert ist tatsächlich, dass die Monopolkommission es ausdrücklich ablehnt, den Branchentarifvertrag für den SPNV als allgemeinverbindlich zu erklären.

Ein Kommentar

  1. Die EVG (vormals Transnet unter Hansen) hat zu Mehdorns Zeiten auch „ja“ zum Börsengang gesagt. Einige werden sich noch an die schauerlichen Hintergründe Mehdorn / Hansen erinnern.
    Daher ist diese Kritik sehr durchsichtig, da sie fürchtet, Mitglieder zu verlieren.
    Die Trennung von Netz und Verkehr ist längst überfällig und kann nur hilfreich für den Schienenverkehr sein.
    Allerdings nur unter drei Bedingungen:
    – Der Börsengang muss entfallen
    – Die DB AG ist wieder dem Gemeinwohl verpflichtet
    – Keine der Teile darf Verkauft werden und beide müssen in Staatshand bleiben.

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