Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Erste Probefahrt der S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe

30.09.11 (Hamburg, Schleswig-Holstein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die S4 kommt ins Rollen: Um der Öffentlichkeit die technische Machbarkeit und den gemeinsamen Willen zur zügigen Verwirklichung der S-Bahn-Linie Hamburg Hauptbahnhof – Ahrensburg – Bad Oldesloe (S4) zu verdeutlichen, fand heute (30. September) eine Demonstrationsfahrt mit Verkehrsminister Jost de Jager, der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, Ute Plambeck, Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch und dem Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg GmbH, Kay Uwe Arnecke statt.

Unter Hinweis auf die bisherigen Planungsschritte und die begonnenen Finanzierungsgespräche mit dem Bund sagte de Jager: „Das Großprojekt S4 ist Kern unseres Achsenkonzepts und Voraussetzung dafür, die stark wachsenden Verkehrsströme zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein auch in Zukunft bewältigen zu können. Wir tun alles, damit aus der ´Vision S4` bis 2018 Wirklichkeit wird.“ Senator Horch erklärte: „Heute starten wir die Ausschreibung der Vorentwurfsplanung für unsere S4. Unser Ziel ist es, Ende 2012 zu wissen, wie die S4 umzusetzen ist, was sie kostet und welche Anteile Bund und Länder tragen werden. 2018 ist eine realistische Perspektive.“

Von einem S-Bahn-Betrieb auf der stark belasteten Eisenbahnstrecke im Hamburger Umland wird eine nachhaltige Entspannung der Engpasssituation im Bahnknoten Hamburg erwartet, zigtausenden Pendlern böte die S4 schnelle und zuverlässige Direktverbindungen zu vielen Zielen in der Hamburger Innenstadt und erleichtert ihnen den Umstieg vom Auto. „Etwa 250.000 Hamburger und Stormarner würden von der S4 profitieren. Wir wollen während der Hauptverkehrszeiten einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Ahrensburg und Hamburg-Altona anbieten. Dabei erwarten wir rund 20.000 Fahrgäste täglich mehr als heute, die dann zuverlässig und umsteigefrei in die Hamburger Innenstadt kommen“, so Kay Uwe Arnecke.

An der Sonderfahrt nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Verbänden, Bürgerinitiativen und Verwaltung teil. Die S4 soll künftig als Zweistrom-Linie von der Fernbahn unabhängig auf eigenen Gleisen von Hamburg-Altona bis Ahrensburg bzw. Bargteheide fahren. Von dort bis Bad Oldesloe wird sie wie heute die Vorortzüge auf der bestehenden Bahnstrecke verkehren. Durch Wegfall des Umsteigezwanges in Hamburg Hauptbahnhof sowie neue Direktfahrmöglichkeiten zum Beispiel bis Jungfernstieg oder Landungsbrücken entstehen gegenüber heute deutlich attraktivere Verbindungen. Der Vorentwurfsplanung gingen mehrere positive Untersuchungen zur betrieblichen Machbarkeit eines S4-Betriebs voraus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.