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Stellwerksinbetriebnahme in München-Pasing schreitet voran

15.08.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Deutsche Bahn ist mit den Fortschritten bei der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks (ESTW) in Pasing zufrieden. Bereits morgen früh sollen wieder alle Züge nach dem regulären Fahrplan fahren können, wenn die restlichen Arbeiten in den nächsten Stunden abgeschlossen werden. Für rund 78 Stunden wurde der Ausfall von einigen S-Bahn und Nahverkehrslinien westlich von München-Pasing und in der Innenstadt angekündigt, währenddessen müssen die Reisenden auf Ersatzbusse umsteigen.

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Das neue Stellwerk ersetzt insgesamt fünf alte Stellwerke, die während der Sperrung außer Betrieb genommen wurden. Gleichzeitig wurden die alten Signalanlagen abgebaut und die neuen Komponenten angeschlossen. Mittlerweile ist man in der Zulassungsphase, wo die Anlage auf Herz und Nieren von unabhängigen Prüfern getestet wird. DB Netz Produktionsleiter für den Bereich Bayern, Volker Hentschel rechnet damit, dass noch heute Nacht der letzte Stempel auf die Zulassungsbescheinigung gesetzt wird.

Der Schienenersatzverkehr mit Bussen soll nach Aussage der Deutschen Bahn weitgehend planmäßig verlaufen sein. Rund 180 Fahrzeuge und 80 Reisendenlenker kamen während der groß angelegten Teilsperrung zum Einsatz. Alleine am Samstag sollen rund 60.000 Fahrgäste die 1.500 Busfahrten westlich von Pasing und in der Innenstadt genutzt haben.

Rund 130 Millionen Euro kostet das rechnergestützte Stellwerk, das den Bahnverkehr demnächst effektiv steuern soll. Zukünftig werden aus dem Stellwerk 415 Signale und 230 Weichen bedient. Bereits seit Freitagabend sind 300 Mitarbeiter im Einsatz um einen pünktlichen Abschluss der Arbeiten zu gewährleisten.

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3 Responses

  1. Ist das Ding auch redundant ausgelegt? Sollten da mal Kabel durchtrennt werden, ist dann das Chaos los?

  2. Pingback: Stellwerkinbetriebnahme in München-Pasing schreitet voran – Eisenbahnjournal Zughalt.de | München – Oberbayern

  3. Redundant? Ja. Kommt darauf an was unter „Redundanz“ verstanden wird. Wenn ein Weichenkabel durchtrennt wird lässt sich diese Weiche eben nicht mehr stellen. Die einzelnen Komponenten sind, je nachdem auf welcher Ebene und was für Konsequenzen ein Ausfall hätte, redundant ausgeführt, je nach Hersteller als 2v2 oder 2v3-Konfiguration. Ein einzelner Bereichsstellrechner fällt also nicht mal „so eben“ aus. Wenn die Verbindung zwischen den Unterzentralen und der Betriebszentrale gestört ist, gibt es zu einem Ersatzleitungen (z.T. über ISDN-Wählleitungen) oder die Möglichkeit eine Unterzentrale örtlich zu bedienen. Siehe auch http://www.stellwerke.de/formen/seite2_5.html

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