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NVBW möchte das Netz der Ortenau S-Bahn ausschreiben

03.08.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) hat im europäischen Amtsblatt eine Vorinformation zur Ausschreibung der Linien, die heute von der Ortenau-S-Bahn (OSB) betrieben, veröffentlicht. Enthalten sind insgesamt vier dieselbetriebene Linien im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) innerhalb des Ortenaukreises. Das Liniennetz reicht über den Kreis hinaus bis ins französische Straßburg und nach Freudenstadt.

Die Betriebsaufnahme ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2014 vorgesehen. Die Vertragslaufzeit der insgesamt drei Millionen Zugkilometer pro Jahr beträgt sieben Jahre. Die Bieter dürfen sich mit gebrauchten Fahrzeugen an der Ausschreibung beteiligen. Die Bekanntgabe und damit die Eröffnung des Vergabeverfahrens, soll in einem Jahr im europäischen Amtsblatt erfolgen.

Bereits im Jahr 1998 übernahm die Tochter der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG) den Betrieb auf den ersten Linien des Netzes auf. Den Betrieb auf den Linien nach Freudenstadt und Straßburg nahm das Unternehmen erst einige Jahre später auf. Die OSB galt damals als Musterbeispiel für die Regionalisierung im SPNV, weil das Unternehmen bereits zwei Jahre nach der Regionalisierung den Betrieb auf vorher von der Deutschen Bahn betriebenen Linien übernommen hat.

Dez. 2014 – Dez. 2021, 3 Mio. Zkm.

  • Ottenhöffen – Achern – Offenburg – Lahr
  • Freudenstadt/Hornberg – Hausach – Offenburg – Bad Griesbach
  • Straßburg – Kehl – Offenburg
  • Oberharmersbach-Riersbach – Biberach

6 Responses

  1. Wie wurde die Ortenau- S- Bahn finanziert? Nur 6 Jahre Zeit hatte die SWEG, diese Strecken zu befahren. Sind in dieser zeit die Triebwagen abgeschrieben? Kann man noch kleinere private Wettbewerber finden, wenn man die Laufzeiten derart kurz macht oder sind große Anbieter wie DB- Regio und Veolia oder vielleicht auch die SNCF dann die einzigen Bieter? Gibt es Mängel seitens der SWEG, die jetzt diese Ausschreibung erfordern?
    Gibt es vielleicht Strecken, wo die Kunden weniger zufrieden sind, die man zuerst ausschreiben sollte?
    Kann die SWEG akut den Verlust des Netzes verkraften und sind ihre Aufwendungen für die Ortbenau- S- Bahn 2014 abgeschrieben?
    Werden der SWEG im Falle eines Verlustes des Netzes die dann nicht mehr benötigten Fahrzeuge zu einem guten Preis abgekauft?

    DB- Regio, SNCF, Veolia können bei Verlsut einiger Strecken die Fahrzeuge in andere Strecken einbringen. Die SWEG würde wohl kaum alle Fahrzeuge auf der Kaiserstuhl- und Münstertalbahn einsetzen können.


  2. Murmeltier
    03.08.11 um 20:33

    Sorry, lieber Herr Staratschek, aber zu Ihrem Kommentar kann ich nur sagen „Thema total verfehlt“. Der Verkehrsvertrag des Landes BW mit der Ortenau-S-Bahn läuft ganz einfach zum Fahrplanwechsel Dezember 2014 wie sich unter http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/0000/14_0124_D.PDF nachlesen kann (10. der Aufstellung). Es MUSSW also ein neuer Vertrag abgeschlossen werden und nach dem in Ihrem Heimatland provozierten BGH-Urteil zu freihändigen Vergaben im SPNV stellt sich keine einzige der von Ihnen aufgeworfenen Fragen mehr. Das Land BW MUSS ganz einfach ausschreiben! Im Übrigen war die SWEG keinesfalls nur 6 Jahre für das Land auf diesem Netz tätig. Mann kann der Meldung entnehmen, dass sie den Betrieb vielmehr bereits 1998 aufnahm, allerdings noch nicht auf dem gesamten Netz. 16 Jahre sind in der Branche völlig üblich. Da in der vorgesehenen Ausschreibung Gebrauchtfahrzeuge zugelassen sind, hat die OSB auch eine reelle Chance, das Netz erneut zu gewinnen. Da die Laufzeit des neuen Vertrages genau 7 Jahre beträgt, kann sie dann die RS1-Triebwagen bis zum Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer (vor der theoretisch notwendigen 3. HU) weiter verwenden.

  3. Ich muss Murmeltiern ohne Schlichtung Recht geben, ich habe eine Dekade übersprungen und auf falscher Grundlage geschrieben. Danke für die Korrektur, hier war ich wohl gesitig schon im Bett, weil mein Tag bei Frühschicht um 3 Uhr beginnt.

  4. @ Murmeltier:

    Nein, das Land BW muss nicht ausschreiben. Sie haben recht, Direktvergaben sind nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen verboten, mit einer Ausnahme, nämlich der Inhouse-Vergabe. Die Ortenau-S-Bahn ist 100-prozentige Tochter der SWEG, die wiederum eine 100-prozentige Tochter des Landes Baden-Württemberg ist! Und Herr Staratschek spricht durchaus zurecht die Probleme von kurzen Vertragslaufzeiten an. Wenn die OSB die Ausschreibung verliert, sind die RS1 noch nicht abgeschrieben, und der neue Betreiber hat mit einer Vertragslaufzeit von nur 7 (!) Jahren gar keine Investitionssicherheit. Es ist absolut unverständlich, wieso hier nicht direkt vergeben wird, wenn das Land BW die OSB doch jetzt schon selbst betreibt.


  5. Niklas Luerßen
    13.08.11 um 15:51

    Ist die Frage, ob die Inhouse-Regelung noch greift, wenn ein Linienast nach Straßburg betroffen ist…

  6. Das ist doch ein bisschen kleinkariert, wegen der paar Kilometer…

    BW ist außerdem trotzdem der alleinige Auftraggeber und könnte damit ohne Einbindung der französischen Besteller in die Inhouse-Gesellschaft direkt vergeben.

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