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Modernisierung des Bahnhofs Bestwig beginnt

13.08.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Deutsche Bahn wird am Montag den 15. August mit dem ersten Bauabschnitt zur Modernisierung des Bahnhofs Bestwig beginnen. Im Rahmen der Modernisierungsoffensive (MOF 2) des Landes Nordrhein-Westfalen wird bis Dezember ein neuer Außenbahnsteig errichtet, der den jetzigen Mittelbahnsteig ersetzen wird. Bis 2014 wird in einem zweiten Bauabschnitt der Hausbahnsteig modernisiert. Die Maßnahme sorgt nicht nur für mehr Barrierefreiheit, sie sorgt auch für einen stabileren Betriebsablauf.

Auf 170 Metern entsteht der neue Bahnsteig mit einer Höhe von 76 Zentimetern am ehemaligen Standort des Gleis drei. Ein barrierfreier Zugang wird über den Bahnübergang an der B7 und eine daran anschließende Rampe gewährleistet. Die zukünftige Ausstattung wird zwei Wetterschutzhäuschen, neue Infovitrinen, einen Fahrscheinautomat, ein neues Wegeleitsystem, ein Beleuchtungssystem und Blindenleitstreifen umfassen.

Bis zum kommenden Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 soll der Neubau abgeschlossen sein und der Bahnsteig mit einem neuen Betriebskonzept eröffnet werden. Die Linie RE 57 die derzeit zwischen Dortmund und Winterberg verkehrt erhält an einigen Zügen in der Hauptverkehrszeit einen zusätzlichen Zugteil zum bis dahin reaktivierten Halt in Brilon Stadt. Die Züge werden dann im Rahmen eines entsprechenden Flügelzugkonzeptes in Bestwig getrennt und zusammengeführt.

Durch den neuen Bahnsteig entfallen die höhengleichen Gleisüberquerungen, wodurch ab Dezember die Züge nicht mehr vor dem Bahnhof warten müssen, bis der Gegenzug den Bahnhof verlassen hat, dadurch wird der Betriebsablauf insgesamt pünktlicher und stabiler. Auch die Aufsichtsperson am Bahnhof kann entfallen, da die Gleisüberquerungen entfallen und somit auch nicht mehr überwacht werden müssen.

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Modernisierung des Hausbahnsteigs. Der Bahnsteig wird dabei auf 170 Metern auf 76 Zentimetern angehoben. Das jetzt noch vorhandene Bahnsteigdach an dem Bahnhofsgebäude wird aufgrund der baulichen Umgestaltung des Hausbahnsteiges entfallen. Zur Ausstattung gehören dann unteranderem Weterschutzhäuschen, ein Wegeleitsystem, ein Blindenleitstreifen und neue Vitrinen. Eine neue Überführung soll dann neben dem direkt angrenzenden Bahnübergang einen sicheren Zugang zum Gleis zwei ermöglichen.

Insgesamt kostet die Modernisierung rund fünf Millionen Euro. Davon stammen 66 Prozent aus Landesmitteln, 29 Prozent aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung des Bundes und 5 Prozent aus Eigenmitteln der DB Station & Service. Die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn erhält für jeden haltenden Zug in Bestwig eine Gebühr von 4,15 Euro. Auf das Jahr gerechnet nimmt das Unternehmen somit knapp 100.000 Euro mit haltenden Nahverkehrszügen ein, investiert aber nur 230.000 Euro in die Modernisierung.

Mit Abschluss der Maßnahme wird den Fahrgästen mehr Barrierefreiheit geboten. Ein niveaufreier Einstieg ist ab erst nur in die Triebzüge der Baureihe VT 648 auf der Linie RE 57 möglich. Die Linie RE 17 mit hochflurfahrzeugen der Baureihen VT 612 und VT 628 ist weiterhin nur über Stufen begehbar. Ändern wird sich dieser Zustand erst, wenn der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) das Sauerland-Netz erneut ausschreibt, die Betriebsaufnahme ist derzeit für das Jahr 2015 bzw. 2016 vorgesehen. Dann wird die Linie RE 57 auch über den ganzen Tagesverlauf in Bestwig geflügelt.

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