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Leipzig und Halberstadt sind Bahnhöfe des Jahres 2011

29.08.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Allianz pro Schiene Schiene hat entschieden: Leipzig und Halberstadt sind die Bahnhöfe des Jahres 2011. Der Sackbahnhof in Leipzig in der Kategorie Großstadtbahnhof und Halberstadt in der Kategorie Flächenbahnhof. In Leipzig ist der viele Platz für die Fahrgäste entscheidend gewesen, während es in Halberstadt der gelungene Umbau im vergangenen Jahr war.

Dass ausgerechnet ein Sackbahnhof Bahnhof des Jahres wurde ist angesichts der hoch emotionalen Debatte um das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 in jedem Fall erwähnenswert. Doch „Bahnhöfe, die statt leerer Wartezeiten ein eigenes Erlebniszentrum schaffen, das Reisende und Besucher ganzheitlich anspricht, stehen in der Gunst der Menschen ganz weit oben“, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Bereits bei seiner Eröffnung 1915 wurde der Hauptbahnhof in Leipzig eine „Kathedrales des Fortschritts“ genannt. Obwohl er zu DDR-Zeiten erkennbar verkommen ist, erfüllt er diesen Anspruch seit seinem Umbau im Jahr 1999 auf besondere Art und Weise und konnte die fünfköpfige Jury, die von Pro Bahn, dem Autoclub Europa, dem Deutschen Bahnkundenverband, dem Verkehrsclub Deutschland und der Allianz pro Schiene besetzt war, überzeugen.

Auch der Halberstädter Bahnhof sah man bei der Wende deutlich an, dass Fahrgastinteressen bei der SED-Reichsbahn eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Doch „seit der Wiedereröffnung im Jahr 2010 strahlt der Bahnhof wie ein wachgeküsstes Dornröschen“ sagt Dieter Harms vom Autoclub Europa.

Besondere Kritik wurde an den Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen geübt. Auch hier man einige Testreisen unternommen. „Leider hat das bevölkerungsreichste Bundesland beim Thema Bahnhöfe den Anschluss an die anderen Regionen in Deutschland verloren“ sagt Dirk Flege. „Bahnhofsfinanzierung ist eine Querschnittsaufgabe zwischen Stadt, Land und Deutscher Bahn. Natürlich stehen die Bundesländer besonders in der Pflicht.“

5 Responses

  1. Was ist denn die „SED-Reichsbahn“? Da sitzt ja ein Geschichtsprofi am Werk…


  2. Reisender
    30.08.11 um 23:39

    Absolut verdient der Titel für Leipzig!

    Ein negativen Beigeschmack bekommt diese Auszeichnung mal wieder durch das Verhalten an der S21-Gegner-Front.
    Ob Twitter, Facebook, oder auf sämtlichen Protestseiten, überall wird gejammert, geschimpft und gehetzt, nur weil Stuttgart nicht gewählt wurde. Die Allianz pro Schiene wird zumTeil aufs Übelste angegangen und mit Beschwerden überflutet. Wie immer, wenn der selbstherrlichen Gegnerschaft was nicht in den Kram passt.


  3. Niklas Luerßen
    31.08.11 um 16:19

    Nun ja, angesichts dessen, daß der derzeitige Stuttgarter Hauptbahnhof bei den Einsendeabstimmungen weit abgeschlagen von den übrigen Wertungen auf Platz 1 gelandet ist, hatte das in der Tat einen sogenannten „negativen Beigeschmack“. Laut Matthias Oomen von ProBahn lag das daran, daß DB Station & Service als Preisempfängerin sich geweigert hatte, diesen Preis für Stuttgart anzunehmen, also hatte man sich für Leipzig als nächstbeste Lösung entschieden.

  4. Dann hätte man den Preis am besten nicht vergeben, wenn der Empfänger ihn nicht annehmen will!


  5. Michael Schmidt
    01.09.11 um 17:00

    Unsinn, die Wahl Stuttgarts zum Bahnhof des Jahres war von offenkundig sachfremden Erwägungen geleitet. Ich kenne den Stuttgarter Hbf von vielen Abfahrten und Ankünften – er entspricht in keiner Weise den für die Preisverleihung stipulierten Kriterien.

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