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Gedenkminute zum 50. Jahrstags des Mauerbaus.

13.08.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

In der Nacht zum 13. August 1961 riegelten Grenztruppen der DDR die Grenze zu den Westsektoren Berlins ab. Zunächst mit Stacheldraht, später mit einer undurchlässigen Mauer mit Todesstreifen und Mauerschützen. Das Schlupfloch zu Republikflucht wurde geschlossen.

Das hatte auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Viele Linien wurden geteilt oder unterbrochen.

Lediglich eine S-Bahn Linie führte vom Lehrter Bahnhof, dem heutigen Hauptbahnhof, zum Bahnhof Friedrichstraße. Dort war eine so genannte GÜSt, eine Grenzübergangsstelle, eingerichtet. Der Bahnsteig war hermetisch abgeriegelt, auf Stegen im Hallendach patrouillierten mit Maschinengewehren bewaffnete Posten der Grenztruppen der DDR. Sie waren, wie wir heute wissen, dem Ministerium für Staatssicherheit (StaSi) unterstellt.

Zwei Stockwerke tiefer befand sich eine Grenzübergangsstelle von der U-Bahn, der Linie U 6 (damals Linie C), nach Ost-Berlin. Diese Linie von Alt-Tegel nach Alt-Mariendorf. Alle übrigen fünf Bahnhöfe innerhalb Ost-Berlins wurden geschlossen und ohne Halt durchfahren.

Auch die U 8 (Linie D) von Wittenau zur Herrmannstrasse verlief in einem Teil ihres Weges unter dem Territorium Ost-Berlins und alle dort befindlichen Stationen wurden ohne Halt durchfahren, selbst der Bahnhof Alexanderplatz.

Die U 2 (Linie A) wurde geteilt. Auf West-Berliner Gebiet endeten die Züge am Gleisdreieck, die Ost-Berliner Züge am Thälmannplatz.

Nach der Wiedervereinigung wurden die Linien wieder zusammengeführt und die Geisterbahnhöfe wieder eröffnet.Die BVG beteiligt sich an der Schweigeminute zum 50. Jahrestag des Mauerbaus, um an die Teilung Berlins und an die Opfer der Mauer zu erinnern.

Am heutigen Samstag, den 13. August 2011 um 12:00 Uhr werden die U-Bahnen, Straßenbahnen und Omnibusse der BVG kurz den Verkehr ruhen lassen.

Busse und Straßenbahnen fahren dazu an die Haltestellen, U-Bahnen warten die Gedenkminute im Bahnhof ab. Ein Halt im Tunnel ist nicht vorgesehen.

Lautsprecherdurchsagen und Hinweise auf den elektronischen Fahrtzielanzeigern werden die Fahrgäste zusätzlich informieren.

Bild: Frits Wiarda. Lizenz: CC-by-SA 3.0

Ein Kommentar

  1. De Züge der BVB (Ost) benutzten die Wendeanlage am U-Bahnhof Potsdamer Platz. Diese Anlage unter dem einstigen Potsdamer Personenbahnhof lag ursprünglich im Bezirk Mitte. Durch Gebietsaustausch im Jahr 1972 gelangte die Anlage allerdings in den Bezirk Tiergarten (West). Dennoch wurde die Wendeanlage weiter benutzt. Andererseits wurde der Tunnel etwas weiter südlich durch den Bau einer Verbindungsstraße von der Bernburger Str. zur Linkstraße teilweise abgebaut und musste nach der Vereinigung wiederhergestellt werden.

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