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Echzeitinformationen nun auch für den Metronom auf Bahn.de

22.08.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Bahnkunden kennen und schätzen die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. Auch die Echtzzeitinformationen im Internet und auf mobilen Endgeräten, über Verspätungen informiert. Bis jetzt fehlten aber die Echtzeitdaten der Mitbewerber der DB AG im Auskunftssystem, obwohl diese der DB Netz AG bekannt sind. Diese Daten müssen jedoch in das System eingepflegt werden. Und dafür verlangt der Konzern nun mal Gebühren, was verständlich ist.

Die metronom Eisenbahngesellschaft mbH (metronom) ist seit heute die erste Privatbahn, deren Echtzeitdaten auf www.bahn.de zu sehen sind. Auch auf den Handy-Anwendungen wird über die Pünktlichkeit der Züge informiert. Gemeinsam mit DB Vertrieb konnte diese Kooperation heute abgeschlossen werden, die in einer der letzten Streikwellen gestartet wurde.

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„Wir können unsere Fahrgäste nun aktuell über die pünktliche oder verspätete Abfahrt unserer Züge informieren“, freut sich der technische Geschäftsführer der metronom, Heinrich Strößenreuther.

Die Meldungen über Fahrplanänderungen der metronom Züge erscheinen im Reiseinformationssystem der DB. Neben der Ankunft und Abfahrt gemäß Fahrplan werden eventuelle Verspätungen oder Ausfälle im Minutentakt aktualisiert. Die Fahrgäste, die den metronom nutzen oder aus DB-Zügen in metronom – Züge umsteigen, können sich bis zu 60 Minuten vor der Abfahrt über die Pünktlichkeit informieren, sowohl auf www.bahn.de als auch im DB Navigator beispielsweise für das iPhone und das Android-Betriebsystem.

„Es ist uns gelungen, kurzfristig nach den Erfahrungen der letzten Streiks, eine für unsere gemeinsamen Kunden sehr positive Kooperation hinzubekommen, indem wir die Echtzeitdaten der metronom in unsere Fahrplanauskunft auf bahn.de aufnehmen“, so Frank Mohren, Leiter Vertrieb/Marketing Nord der DB Vertrieb GmbH.

„Die DB-Kollegen in den Reisezentren und in den Bahnhöfen können unseren gemeinsamen Kunden jetzt kompetent Auskunft geben“, so Strößenreuther.

Auch auf den Bahnhöfen wird der neue Service begrüßt: „Die Daten sind auch für die Mitarbeiter in den Bahnhöfen sichtbar – das hilft ungemein bei der Reisendeninformation“, so Markus Hock, Leiter des Bahnhofsmanagements Hamburg.

Die metronom hat eine Pünktlichkeit von 95 bis 97 Prozent. In Streiksituationen oder Störfällen ermöglicht die Information über Zugausfälle und Verspätungen den Fahrgästen, rechtzeitig ggf. andere Alternativen in Betracht zu ziehen oder einen früheren oder späteren Zug zu nehmen.
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9 Responses

  1. Das müsste ja eigentlich längst Standard sein, wenn da nicht diese unnötige Konkurrenzsituation zwischen dem Netzbetreiber und den Bahnen wäre. Nur durch das Interesse, eher der Konkurrenz Geld abzuverlangen als mit ihr im Sinne der Kunden zu kooperieren, ist es zu verstehen, wieso die Bahn dafür Gebühren verlangt, wenn sie die Daten eigentlich schon hat. Aber so ist nun mal das gewollte System (Wettbewerb) und man könnte es natürlich so viel regulieren wie man will, aber was soll dann noch der Wettbewerb, wenn alles reguliert wird???

  2. Es wird Zeit, dass auch andere Privatbahnen die Echtzeitinformationen auf bahn.de veröffentlichen! Denn die Information über Verspätung, Ausfall etc. werden entweder garnicht veröffentlicht oder aber nur auf den Seiten der einzelnen Privatbahnen. Mehr oder weniger ein Rückschritt bei der Informationspolitik im SPNV.

    Ein Kundenfreundlicher/-orientierter Nahverkehr sieht anders aus.

  3. Daß die DB alles tut, den Zugang privater EVU zu vermeiden, sollte uns vor Augen führen, wie wichtig es wäre, Netz und Betrieb zu trennen.


  4. Exil-Badener
    22.08.11 um 19:28

    Echtzeitinformationen im DB-Kunden-RIS gibt es von der AVG im Raum Karlsruhe schon seit einigen Jahren. Metronom ist daher definitiv nicht die erste Privatbahn.

  5. Mr Burns, machen Sie das erst mal, die Trennung von Netz und Betrieb. Und dann haben wir einen „gemeinwohlorientierten“ Netzbetreiber, der so „gemeinwohlorientiert“ ist, dass er es sich verkneift, Gebühren auf die Veröffentlichung der Echtzeitdaten von den Bahngesellschaften zu verlangen, obwohl er das eigentlich machen könnte. Super! Aber wieso soll ein gemeinwohlorientiertes, öffentliches Unternehmen dann nicht auch beim Bahnbetrieb funktionieren, wenn ein staatliches Quasi-Monopol bei allen anderen relevanten Bereichen (eben dem Netz und u.a. auch bei der Tarifgestaltung) sehr erfolgreich funktioniert. Schon beim Wettbewerb gibt die öffentliche Hand die Anforderungen an potentielle Betreiber zum Service und der Entlohnung so genau vor (von Normen zur Barrierefreiheit bis zu der Zugbegleiterquote), dass es letztlich keinen großen finanziellen Unterschied macht, wenn sie im Endeffekt selbst die Verantwortung übernimmt. Dann fällt dafür aber die lästige Konkurrenz (s.o.) weg, durch die es trotz der schon jetzt so detaillierten Vorgaben immer wieder Rückschritte in der Fahrgastinformation gibt, weil jede Bahn sich nur für die Informationen zu den jeweils eigenen Linien zuständig fühlt (oder finden Sie auf der Metronom-Website Informationen zu DB-Linien?).

    Also: Das Netz von der Renditeorientierung der derzeitigen Deutschen Bahn befreien (wieso nicht?), aber dann bitte nicht vom Betrieb künstlich trennen, sondern einen integrierten, öffentlichen Konzern mit allen seinen Vorteilen schaffen.


  6. Heinz Becker
    23.08.11 um 09:01

    @ Felix:

    In Kooperation mit der DB Regio werden nur zwei Teilabschnitte gefahren, nämlich Pforzheim – Bietigheim und Heilbronn – Öhringen. Hier fährt die AVG in Verlängerung ihrer eigenen Leistungen im Auftrag der DB Regio. Der gesamte Rest wird von der AVG „in reiner Eigenregie“ (mit eigenem Verkehrsvertrag etc.) betrieben.

    Und daß man seitens der DB für Züge, die ausschließlich auf fremder Infrastruktur verkehren, „keine Angaben“ macht, ist klar. Es ist schließlich – vor allem juristisch – schwierig, die Zusatz>/i>leistung „Echtzeitinformation“ anzubieten und zu erbringen, wenn es keine Hauptleistung „Trassennutzung auf dem DB-Netz“ gibt.


  7. Sebastian Bartel
    23.08.11 um 11:04

    Und wieder wird eine Jubel-Pressemitteilung durch dieses Portal kritiklos und ohne jede Recherche veröffentlicht.

    Zwei Klicks ins Web hätten gereicht und man hätte feststellen können, dass nur für einen kleinen Teil der metronom-Züge Echtzeitdaten angezeigt werden. Außen vor sind alle MEr-Züge (metronom regional) und die Verstärker-ME des Hanse-Netzes.

    O.k., metronom braucht dringend eine Erfolgsmeldung, aber das sollte selbst einen Hobby-Redakteur nicht von einer kritischen Quellenwürdigung abhalten.


  8. Münsteraner
    23.08.11 um 13:23

    Ich kann dieses Privatisierungsgesülze nicht mehr hören. Die DB betriebt ein erstklassiges Onlineportal, das sogar die Franzosen vorm Hausangebot von SNCF nutzen, weil es effizienter und übersichtlicher ist. Und wenn ein privates EVU die eigene Dienstleistung über fremde Kanäle an den Mann bringt, hat es dafür zu zahlen, das wäre auch so, wenn das Netz aus dem DB-Konzern herausgelöst würde.
    Überhaupt ist es sinnvoller, einen öffentlichen Konzern zu haben statt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nur kurzfristig beschäftigen, wenig weiterbilden, die ihre Züge leasen statt kaufen (so eurobahn, nob…) und deren Gewinne an die Dachgesellschaften irgendwo abfließen (im Übrigen meist an andere europäische Staatsbahnen!), auch noch aus Steuergeldern zu bezahlen.
    Und das die Trennung von Netz und Betreiber nicht funktioniert, zeigt das Beispiel England… Ich musste heute mit alten Nahverkehrswagen fahren, weil die eine DoSto-Gruppe ausgefallen war. Die Dinger sind älter als die Triebwagen der Privaten, aber auch viel bequemer, und ich kann dieses Gerede, dass Privatisierung irgendetwas bringen würde – mal abgesehen von vordergründiger Leistungsverbilligung – wirklich nicht glauben.

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