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VRR will Ertüchtigung zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Velbert fördern

28.07.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie aus den Unterlagen der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) hervorgeht, soll im Rahmen des ESTW Wuppertal eine kapazitätstechnische Ertüchtigung der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Velbert gefördert werden. DB Netz plant hier derzeit sehr große Blockabstände, da dort ausschließlich die Linie S 9 im Zwanzigminutentakt fährt.

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Das wird sich jedoch mit der Ost-Verlängerung der Linie S 28 über Mettmann-Stadtwald hinaus ändern. Eine Neutrassierung nördlich der Kalkwerke soll in die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn eingeschliffen werden. Dann muss die Strecke wesentlich leistungsfähiger werden, insbesondere wenn man auch in Störungsfällen einen sauberen Betriebsablauf gewährleisten möchte.

Die Finanzierung der Infrastrukturinvestitionen kann durch das Land Nordrhein-Westfalen erfolgen, weil der Kosten-Nutzen-Faktor einer standardisierten Bewertung größer als 1,0 ist. Hauptproblem ist allerdings derzeit – wie einst bei der gescheiterten Verlängerung der S 4 nach Wanne-Eickel – die Finanzierung des Betriebes. Hierfür stellt die öffentliche Hand keine zusätzlichen Finanzmittel zur Verfügung, sondern der VRR muss es aus seinem bestehenden Etat finanzieren. Das wird allerdings in einigen Jahren, wenn der teure Altvertrag mit DB Regio NRW ausgelaufen ist, durch Ausschreibungsersparnisse möglich sein.

Die S 28 ist eines der größten Erfolgsmodelle in der Geschichte der Bahnreform. Noch in den 90er Jahren fuhr DB Regio NRW hier mit Uerdinger Schienenbussen und hatte 512 Fahrgäste am Tag. Seit 1999 werden moderne Triebzüge vom Typ Talent eingesetzt. Der ursprüngliche Stundentakt musste auf zwanzig Minuten verdichtet werden, dazu kam die Einführung von Doppeltraktionen. Selbst über Dreifachtraktionen wurde mehrfach diskutiert.

Mittlerweile werden am Tag mehr als 20.000 Fahrgäste gezählt. Eine Steigerung, die einst selbst die kühnsten Optimisten nicht vorhergesehen haben. Auch eine West-Verlängerung über den Kaarster See hinaus nach Viersen und möglicherweise sogar bis Venlo wird diskutiert. Hier sind die Planungen allerdings noch nicht so weit fortgeschritten.

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2 Responses

  1. Ich kenne die S 28 heute und damals (zu DB-Zeiten). Damals gab es nur wochentags bis ca. 9.00 Uhr sowie von ca. 12.30 Uhr bis ca. 19.30 Uhr einen ungefähren Stundentakt zwischen Düsseldorf und Mettmann. Dieser wurde mit Akku-Triebwagen der Baureihe 515/815 (oft in Doppeltraktion) abgewickelt. Mag sein, dass man die Fahrgastzahlen damals und heute nicht miteinander vergleichen kann. Fakt ist jedoch, dass die Benutzung der Bahnlinie heute vorbildhaft ist.
    Nach meiner Meinung ist es sehr dringend erforderlich, dass die Kreisstadt Mettmann endlich auch Bahnverbindungen in die entgegengesetzte Richtung bekommt. In Wuppertal Hbf. (Citynähe) gibt es regelmäßige Fernverkehrsanschlüsse Richtung Hannover-Berlin und Richtung Bremen-Hamburg. In Wülfrath-Aprath würde man umsteigen können in die S9 Richtung Neviges-Langenberg-Essen.
    Hoffentlich vergeht bis zur Inbetriebnahme nicht allzu viel Zeit. Längerfristig könnte man allerdings anstreben, die S28 ab Wuppertal Hbf. weiter als RB 47 Richtung Wuppertal-Barmen – Remscheid -Solingen fahren zu lassen.

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