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Planungsvereinbarung für lärmabhängiges Trassenpreissystem verabschiedet

05.07.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Deutsche Bahn AG planen die Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreissystems zum Dezember 2012. Eine entsprechende Eckpunktevereinbarung haben der Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger
Grube, heute unterzeichnet. Der Schienenlärm soll damit deutlich und dauerhaft verringert werden.

Das lärmabhängige Trassenpreissystem sieht höhere Entgelte für Züge ohne Flüsterbremsen und einen Bonus für Güterwagen, die auf lärmmindernde Technologie umgerüstet werden, vor. Durch die Umrüstung kann die Lärmbelastung mittelfristig um bis zu 10 dB(A) reduziert werden. Der Bonus wird direkt an die Wagenhalter ausgezahlt. Finanziert wird dies acht Jahre lang durch einen Bundeszuschuss. Damit wird das lärmabhängige Trassenpreissystem zu gleichen Teilen durch den Eisenbahnsektor und die öffentliche Hand finanziert. Bei rund 180.000 umrüstbaren Wagen in Deutschland betragen die Kosten für die Umrüstung über 300 Millionen Euro.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer: „Wir werden den Schienenlärm deutlich und spürbar verringern. Durch die Einführung von lärmabhängigen Trassenpreisen werden wir in einem Zeitraum von acht Jahren den Großteil der hier verkehrenden Güterzüge auf Flüstertechnik umgerüstet bekommen. Damit wird es überall leiser, nicht nur auf bestimmten Strecken.“

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Die DB Netz AG will das lärmabhängige Trassenpreissystem zum Fahrplanwechsel 2012/13 einführen. Bahn-Chef Grube erklärte dazu: „Die Verringerung des Schienenverkehrslärms ist gemeinsames Ziel von Bundesregierung und DB AG. Dies ist im Interesse der Anwohner an Schienenstrecken und eines leistungsfähigen Schienengüterverkehrs, den wir zur Bewältigung des kommenden Verkehrswachstums auch unter der Maßgabe der Erreichung von CO2-Zielen dringend brauchen.“

BMVBS und DB AG unterstützen bereits jetzt die Umrüstung bestehender Güterwagen mit der sogenannten LL-Sohle. Unter Federführung des internationalen Eisenbahnverbandes UIC beteiligen sich insgesamt 30 europäische Bahnen und weitere Partner aus der Industrie am europäischen Zulassungsverfahren dieser „Flüsterbremse“ durch die Testfahrten des „Europazugs“.

Bild: Claus Weber, Deutsche Bahn AG
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2 Responses

  1. Gibt es das für LKWs und Flugzeuge auch oder soll hier von der Auto-Koalition die Schiene benachteiligt werden?


  2. Beobachter
    06.07.11 um 23:43

    @ Paul

    Ich kann Sie beruhigen, für Flugzeuge gibt es m. W. lärmbedingte Lande- und Startgebühren. Daraus finanzieren die Airports die Schallschutzmaßnahmen für die Anwohner betroffener Gebiete.

    Die Entwicklung der LKW-Motoren geht auch in in die Richtung, weniger Lärm zu erzeugen. So erzeugt ein moderner LKW-Motor weniger Lärm, als eine Lok der Baureihe 143 oder eines Triebkopfes der ICE-1 Generation.

    Beim Straßenverkehr kommt sicher noch das Rollgeräusch zum tragen. Das ist aber im Schienenverkehr nicht anders. Allerdings sind die Frequenzen unterschiedlich. Und das ist der wesentliche Unterschied zwischen Straße und Schiene. Hohe Frequenzen sind wesentlich unangenehmer, als tiefe Töne.

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