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Planungsvereinbarung für den weiteren Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar unterzeichnet

04.07.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar soll weiter wachsenAm Donnerstag den 30. Juni 2010 wurden im Anschluss an die Sitzung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN), Finanzverträge für die Einleitung der Planung zum Ausbau der Netzinfrastruktur für die nächste Stufe der S-Bahn Rhein-Neckar unterzeichnet. Mit der Neuvergabe der Verkehrsleistungen zum Dezember 2015 soll das Liniennetz, des Ende 2003 eingeführten S-Bahnsystems, weiter nach Mainz, Biblis und Darmstadt wachsen, sowie eine neue Linie nach Karlsruhe integriert werden.

An Hand der Planungen sollen die Infrastruktur und Stationen entlang der Streckenabschnitte Mannheim – Schwetzingen – Karlsruhe, Mannheim – Biblis und Mannheim – Bensheim auf ein S-Bahngerechtes Niveau gebracht werden. Desweiteren sollen die Stationen entlang der Strecke Heidelberg – Bruchsal verlängert werden, um den Einsatz längerer Züge zu ermöglichen. Auch soll eine neue Station in Ubstadt-Stettfeld errichtet werden.

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Die Arbeiten umfassen teilweise auch die Anpassung den Gleis- und Oberleitungsanlagen, sowie an der Leit- und Sicherungstechnik. Die Maßnahmen entlang der vier Streckenabschnitte sind nötig, um die Infrastruktur auf die notwendige Leitungsfähigkeit zur Abwicklung des S-Bahnbetriebes der zweiten Ausbaustufe vorzubereiten. Mit dem weiteren Ausbau der S-Bahn Rhein-Neckar möchte man dem gestiegenen Bedarf der Bewohner der Metropolregion Rhein-Neckar an ein besseres und dichteres Nahverkehrsangebot gerecht werden.

Ende 2003 begann die Erfolgsgeschichte der S-Bahn Rhein-Neckar, als DB Regio nach einer vorangegangenen Ausschreibung den Betrieb auf den vier Linien in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg aufnahm. Heute betreibt das Unternehmen dank einiger Erweiterungen, das S-Bahnnetz auf rund 360 Streckenkilometern mit sechs Linien.

Die Fahrgastzahlen im Netz konnten seit der Betriebsaufnahme deutlich gesteigert werden und die Kunden bewerten die Qualität der Deutschen Bahn auf dem Netz in Kundenbefragungen regelmäßig mit guten Noten. Das zeigt, dass auch der ehemalige Monopolkonzern sehr gute Verkehrsleistungen abliefern kann, wenn er durch entsprechende Verkehrsverträge zur Bereitstellung guter Verkehrsleistungen motiviert wird.

Eine Ankündigung zur Neuvergabe der S-Bahn Rhein-Neckar wurde bereits im europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Die für Anfang des Jahres 2011 vorgesehene Eröffnung des Ausschreibungsverfahrens steht allerdings bis jetzt immer noch aus.

Bild: Sven Stei?nke

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3 Responses


  1. Woody Woodpecker
    04.07.11 um 08:53

    Eins muss man der Bahn lassen, was die mit der S-Bahn RheinNeckar machen ist schon große Klasse! Das Netz wächst und wächst und wächst. Sehr positiv!

  2. Aber leider ändert sich wenig am Charakter des Systems, es handelt sich gefühlt um zusammengesetzte RB-Linien, die an den wichtigsten Bahnhöfen schön um die Symmetrieminute herum ca. sechs Minuten herumstehen. Eine Verdichtung der Halte, wie es demnach ohne Fahrzeiteinbußen möglich wäre, findet nicht statt: Der Stadtteil Neustadt-Mußbach hatte sich explizit um einen S-Bahn-Halt beworben, wurde aber trotz geeignetem Abstand zu den nächsten Halten, sinnvoller Einwohnerzahl etc. abgewiesen. Auch die Verknüpfung mit der Straßenbahn innerhalb Mannheims verbessert sich zwar (Stichwort Neuostheim), ist aber immer noch unzureichend.


  3. Heinz Becker
    05.07.11 um 14:01

    Bei der S-Bahn RN ist eindeutig noch „Luft nach oben“ – aber Mußbach ist nun nicht gerade ein Paradebeispiel dafür. Es hat leider auch genügend Nachteile Wirtschaftlichkeit und ggf. auch Förderfähigkeit…
    Im halben Einzugsbereich eines Haltepunkts „Mußbach Süd“ an der S-Bahn-Strecke (alles südlich der Bahn) gibt es eben leider nur Äcker, Weinberge, Wald und das „Autobahndreieck“ Neustadt/W Nord – also praktisch nur Nirvana, das kein Fahrgastaufkommen generieren kann.
    Dieser Haltepunkt läge nicht nur am Rand des Orts (mit dem verwaltungstechnisch korrekten Begriff Stadtteil tue ich mir hier sehr schwer ;-) ),sondern praktisch außerhalb. Damit ist nur ein Teil des Orts innerhalb des (z. B. für Standardisierte Bewertungen) üblichen Einzugsradius – egal wie viele Einwohner der Gesamtort hat.
    Und wenn dieser Einzugsbereich auch noch mit dem des bestehenden Bf Mußbach (auch wenn dieser an einer – eingleisigen und nicht elektrifizierten – Nebenstrecke liegt) überlappt, ist das auch kein Bonus für die Wirtschaftlichkeit…

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