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Abellio Rail NRW sucht Lieferanten für Fahrzeuge in elektrischer Traktion

19.07.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Im europäischen Amtsblatt hat die Abellio Rail NRW eine Vorinformation zur Lieferung von zwanzig bis vierzig elektrischen Fahrzeugkompositionen veröffentlicht. Die Fahrzeuge sind für die derzeit laufenden Ausschreibungsverfahren im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bestimmt. Das eigentliche Vergabeverfahren soll am 1. August 2011 gestartet werden.

Die Expansionstochter der niederländischen Staatsbahn möchte sich mit den Fahrzeugen an den Ausschreibungen der Linien S 5 Hagen – Witten – Dortmund und S 8 Hagen – Wuppertal – Düsseldorf – Mönchengladbach, sowie der „Haard-Achse“ mit den Linien RE 2 Münster – Gelsenkirchen – Essen – Düsseldorf und RE 42 Münster – Gelsenkirchen – Essen ( – Mönchengladbach) beteiligen. Für beide Netze bietet der VRR optional sein Fahrzeugfinanzierungsmodell an, bei dem die bietenden Verkehrsunternehmen den gewünschten Fahrzeugtyp auswählen können und anschließend mit günstigen Konditionen über den VRR finanzieren lassen können.

Bereits in der Vergangenheit hat das Unternehmen schon auf Ausschreibungen zur Fahrzeugbeschaffung gesetzt. Vor einem Jahr suchte das Unternehmen Lieferanten für bis zu 115 Dieseltriebzüge, um sich damit bei den Ausschreibungen des Müngstener und das Kölner Dieselnetz zu bewerben. Die Ausschreibung des Müngstener konnte das Unternehmen mit dem Fahrzeugfinanzierungsmodell gewinnen. Beim Kölner Dieselnetz wurde kein Angebot abgegeben. Hier soll es Lieferschwierigkeiten durch die Fahrzeugindustrie und Ungereimtheiten im Vergabeverlauf gegeben haben.

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3 Responses

  1. Wenn der VRR tatsächlich auf die Idee kommt, ausgerechnet abellio den RE2 anzuvertrauen, kann man den Nahverkehr in NRW auch gleich dichtmachen. Es gibt wirklich kein Unternehmen, das eine hässlichere Innenausstattung bei seinen Zügen durchgesetzt hat – im FLIRT der RE16 gibt es nicht mal schalldämmende Zwischentüren, es ist beständig laut; und die gesamte Farbkomposition ist eine Katastrophe fürs Auge.

    Abgesehen davon funktioniert der RE2 doch gerade super… Ich verstehe bis heute nicht, wer auf diesen Vergabeblödsinn gekommen ist, statt einfach bei der DB Ansprüche durchzusetzen (die sie ja augenscheinlich erfüllen will). Abellio nervt mich irrsinnig…

  2. Ich denke eher, dass Abellio sich mit der WEstfalenbahn dort bewerben würde (also auf RE2 und RB42).
    Neue Fahrzeuge sind vom VRR ohnehin gefordert und sie sind auch absolut notwendig, um z.B. mit dem immer mehr zur Regionalbahn verkommenden RE2 wenigstens annähernd an die längst schon schnellere RB42 heranzukommen von der Fahrzeit her.

    Zum Thema „DB will Ansprüche erfüllen“ verweise ich einfach mal auf jegliche Presse und Literatur zum Thema Rechtsstreit VRR vs. DB.

    Ein Monopolist wird den gleichen Verkehr niemals günstiger anbieten, als ein im Wettbewerb stehendes Unternehmen.

    Ich bin bei der Haard-Achse aber eher dafür, den RB42-Verstärker von Essen nach Haltern durchzubinden bis nach Münster bzw. einen ähnlichen Verstärker min. zwischen Dülmen und Münster einzusetzen, damit RE2 endlich mal ein paar Stationen wie Albachten, Bösensell, Buldern und Sythen auslassen kann. Das ist ja nicht mehr zum aushalten, wo der mittlerweile überall hält (die Nachfrage ist da, sie wäre aber noch höher, wenn die Pendler mit dem Verstärker und die „Fern“-Reisenden mit einem schnellen RE fahren könnten).


  3. Tegtmeier
    05.08.11 um 07:53

    @Engels

    Was meinen Sie mit „schalldämmenden Zwischentüren“? Ich kenne keine.

    @all

    Das DB Monopol im VRR glich in den vergangenen Jahren einem jämmerlichen Angebot, wenn man die Kosten zur gebotenen Leistung berücksichtigt. Denn die DB Niederlassung im VRR hat ja in den vergangenen Jahren bewiesen, auf welch niedrigem Niveau der Nahverkehr angeboten werden kann. Als der VRR nach dem Koch-Steinbrück Papier unterfinanziert war, ließ man die Züge seitens der DB AG verdrecken und berief sich dabei auf die Bestimmungen im DB/VRR Vertrag.

    Mit einem solchen Anbieter möchte ich als Fahrgast nur noch im Wettbewerb zu tun haben. Ich fürchte mich vor Direktvergaben an diese Lümmeltruppe.

    @Markus

    Das häufige Halten von Zügen und der Komfort hängen ganz maßgeblich vom eingesetzten Fahrzeug ab. Solange die Brems- und Beschleunigungsvorgänge des Flirts angenehmer sind, wie bei Wagenzügen, können im Nahverkehr die Züge auch mal öfter halten.

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