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Will Claus Weselsky in die Fußstapfen von Heinz Kluncker treten?

27.06.11 (Allgemein) Autor:admin

Heinz Kluncker war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die seinerzeit 1,4 Millionen Mitglieder hatte. In harten Tarifkämpfen konnte er die 40-Stunden-Woche und ein 13. Monatsgehalt im öffentlichen Dienst durchsetzen.

Zu der damaligen Zeit wurden viele kommunale Dienstleistungen noch von Eigenbetrieben der Kommunen erbracht bzw. waren Abteilungen der kommunalen Verwaltung, so auch die Müllabfuhr und die Straßenbahnbetriebe. Im Jahr 1974 setzte er gegen den Willen des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt mit einem dreitägigen Streik der Müllwerker und Straßenbahner eine Lohnerhöhung von 11 Prozent durch.

Dies stieß auch in der Bevölkerung auf Unbehagen, denn sie erhielten weitaus geringere Lohnsteigerungen. Doch anders als heute standen hinter Kluncker 1,4 Millionen Mitglieder und der Arbeitgeber war die öffentliche Hand.

Hinter Weselsky stehen nach Angaben der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer rund 20.000 Mitglieder. Sie ist damit wohl eine der kleinsten Gewerkschaften in Deutschland. Zudem sind die Tarifparteien privatwirtschaftliche Unternehmen. Die Eisenbahnunternehmen verrichten zwar Dienstleistungen im Auftrag der öffentlichen Hand, die Mitarbeiter sind aber nicht in einem öffentlichen Dienstverhältnis.

Genau diese, vom Gesetzgeber gewollte Trennung, versucht aber die GDL mit dem BuRa-LfTV und dem Betreiberwechseltarifvertrag zu unterlaufen. Bewusst oder unbewusst, dabei spielt sie letztendlich das Spiel der DB AG, die, würde es zum Erfolg führen, keine lästige Konkurrenz bei zukünftigen Ausschreibungen zu befürchten hätte und damit wieder die Preise bestimmen könnte. Denn eins ist klar, ein zurück zur Staats- bzw. Behördenbahn wird es nicht geben.

Einen Mehrwert ergibt sich daraus weder für die Lokomotivführer noch für den Steuerzahler. Im Gegenteil, der Steuerzahler wird weiter zu Kasse gebeten, ohne dass die Verkehrsleistung und die Qualität steigen. Die vom Staat für den öffentlichen Verkehr zu Verfügung gestellten Gelder nicht steigen, werden die Aufgabenträger Abbestellungen vornehmen müssen bzw. weniger Verkehre bestellen. Dies hat zur Folge, dass weniger Personal gebraucht wird.

34 Responses


  1. einfach ich
    27.06.11 um 14:33

    Mich würde nicht mal wundern, wenn die DBAG die Streikkasse der GDL füllt.
    Die finanzieren deren Streiks bei den Privaten bis diese einknicken, anschließend wird ein Haustarif zu den Konditionen der Arbeitgeber gemacht, nur um den Fuß in die Tür zu bekommen.
    Bei der nächsten Tarifrunde gilt dann das Niveau der DBAG und die erhöhen dann solange das Gehaltsniveau bis die Privaten nicht mehr mithalten können und Konkurs anmelden müssen. So wird man lästige Konkurenz los.


  2. Beobachter
    27.06.11 um 16:46

    @ Einfach Ich

    Die DB AG füllt mit Sicherheit nicht die Streikkasse der GDL. Das wäre zu plump und rechtswidrig. Aber die GDL-Mitglieder unter den DB-Angestellten tun dies mit ihren Beiträgen.

    Der Knackpunkt für die privaten EVU ist der Betreiberwechestarifvertrag. Wenn ein Unternehmen nicht mehr bestimmen darf, wen und wie viele Mitarbeiter es einstellen darf, wird der deutsche Eisenbahnmarkt für sie uninteressant und sie bewerben sich nicht mehr auf Ausschreibungen.

  3. @ Einfach ich

    Bitte lüg hier nicht rum „Einfach ich“, die DB füllt nicht die Streikassen der GDL sondern die Mitglieder. Das solltest du aber eigentlich wissen! Du verbreitest wissentlich falsche Informationen und täuscht damit andere Leser!

    @ Arbeitnehmer:

    Bezweifel stark das der deutsche Eisenbahnmarkt uninteressant wird, nur weil man Mitarbeiter übernehmen muss. Liegt wohl eher daran das man nicht mehr soviel profit rausschlagen kann, bitte nicht lügen, ehrlich sein!


  4. Lokführer
    27.06.11 um 18:43

    Erstellt von Jürgen Eikelberg am Montag 27. Juni 2011
    Genau diese, vom Gesetzgeber gewollte Trennung, versucht aber die GDL mit dem BuRa-LfTV und dem Betreiberwechseltarifvertrag zu unterlaufen. Bewusst oder unbewusst, dabei spielt sie letztendlich das Spiel der DB AG, die, würde es zum Erfolg führen, keine lästige Konkurrenz bei zukünftigen Ausschreibungen zu befürchten hätte und damit wieder die Preise bestimmen könnte. Denn eins ist klar, ein zurück zur Staats- bzw. Behördenbahn wird es nicht geben.

    Hätte ich ja nicht gedacht, hier so einen parteiischen Beitrag zu finden!
    Scheinbar hat es der Autor immer noch nicht verstanden, um was es in diesem Konflikt eigentlich geht.
    Die GDL möchte damit verhindern, dass die Ausschreibungen im ÖPNV nur über die Löhne der Eisenbahner, der jeweiligen EVU’s, gewonnen werden.
    Denn die weiteren Fixkosten sind für jedes EVU fast identisch.
    Also müssen sich die Unternehmen mit anderen Mitteln (z.B. schlanke Strukturen) am Markt empfehlen.
    Ich hoffe dass die GDL und ihre Mitglieder weiter so standhaft bleiben und sollte das Streikgeld ausgehen, bin ich gerne bereit einen Teil meines Einkommens dafür zu spenden.
    Es geht hierbei auch um meine Zukunft.

    M.f.G.
    Lokführer


  5. Beobachter
    27.06.11 um 18:44

    @ Lok2000

    Ich nehme mal an, Sie meinten mich und nicht „Arbeitnehmer“.

    Natürlich wollen Unternehmen „Profit“ erzielen, warum nicht. Auch ein Arbeitnehmer will ja mit seiner Arbeitsleistung das Gleiche.

    Für die Eisenbahnunternehmen tritt nun das Problem auf, dass sie Personal übernehmen müssen, für die sie unter Umständen keinen Bedarf haben. Das ist, flapsig ausgedrückt, so als wenn sie bei Anmietung einer Wohnung die zwei Reinigungskräfte des Vormieters übernehmen müssten (vielleicht hilft dieses Gleichnis dem Verständnis)

  6. Ein Verglich zwischen Heinz Kluncker und Claus Weselsky ist wie ein Vergleich zwischen einem Kodiakbär und einer Sptzmaus!


  7. Jürgen Eikelberg
    27.06.11 um 19:41

    @ Lokführer

    Der Autor hat sehr wohl verstanden, worum es der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht. Es geht ihr um eine allumfassende Absicherung auf Lebenszeit, von der andere Arbeitnehmer, vor allem die Pendler nicht einmal zu träumen wagen. Und das Eisenbahnjournal Zughalt.de ist nicht für die Lokomotivführer da, sondern für die Kunden der Eisenbahnunternehmen. Insofern sicher parteiisch, das gebe ich zu.

    Es ist aber ein von der GDL gern propagiertes Märchen, dass die Ausschreibungen nur über die Löhne der Lokomotivführer gewonnen werden. Und wenn Sie mal den Artikel genau lesen, steht dort nichts von einer Forderung nach Niedriglöhnen etc. Es sind die „schlanken Strukturen“, welche diese Unternehmen wettbewerbsfähig machen. Wogegen sie sich wehren, ist der Versuch der GDL, diese schlanken Strukturen durch einen „Betreiberwechseltarifvertrag“ zunichte zu machen zu lassen und Personal vorzuhalten, was sie nicht brauchen. Ich gebe auch zu Bedenken, dass es in jeder Branche Unterschiede je nach Region und sogar Unternehmen gibt. Da sollten Sie sich mal schlau machen.

    Sicher, die Kosten für Trassen- und Stationspreise sind für alle EVU identisch. Aber schon beim Diesel für Treibwagen und Loks hat das Unternehmen einen beträchtlichen Vorteil, das auf dem Terminmarkt größere Mengen ordern kann, das dürfte wohl die Deutsche Bahn mit ihren Tochtergesellschaften sein. Außerdem gewährt die DB Energie den Schwestergesellschaften hohe Rabatte. Ungeachtet dessen fließen alle Erlöse an die DB Holding und somit ist es für die DB-Gesellschaften ein Nullsummenspiel.

    Bei der Fahrzeugbeschaffung sieht es ähnlich aus. Zum einen erhält die DB größere Rabatte von den Herstellern, zum anderen hat sie wesentlich günstigere Kreditkonditionen.

    Die Chancen sind also nicht gleich verteilt.

  8. Schade. Ich dachte zughalt.de sei ein Nachrichtenjournal, journalistischen Idealen wie Wahrheit und Neutralitaet treu, dass dem nicht so ist durfte man die letzten Tage erleben, nun steht es hier auch Schwarz auf Weiss: Zughalt.de ist ein parteiisches Sprachrohr fuer die Fahrgaeste. Natuerlich stehen da dann keine Sachen drin, die fuer den Fahrgast ungemuetlich sind. Man kriegt damit deutlich besseren Zulauf – wenn es der Redaktion das Wert ist… *Schultern zuck* Es heisst halt im Umkehrschluss, man kann hier vorbeischauen, die Titel ansehen und dann selbst recherchieren. Auf diese Seite ist kein Verlass.

    Sehr schade.

  9. „Genau diese, vom Gesetzgeber gewollte Trennung, versucht aber die GDL mit dem BuRa-LfTV und dem Betreiberwechseltarifvertrag zu unterlaufen. Bewusst oder unbewusst, dabei spielt sie letztendlich das Spiel der DB AG, die, würde es zum Erfolg führen, keine lästige Konkurrenz bei zukünftigen Ausschreibungen zu befürchten hätte und damit wieder die Preise bestimmen könnte.“

    *Sowie*

    „Und das Eisenbahnjournal Zughalt.de ist nicht für die Lokomotivführer da, sondern für die Kunden der Eisenbahnunternehmen. Insofern sicher parteiisch, das gebe ich zu. “

    – Das ist mehr als armselig, weder neutral, noch entspricht das was hier steht der Wahrheit! Ich finde es zum fürchten das sie hier Lügen verbreiten, bewusst Lügen verbreiten! Die GDL kümmert sich um das Fahrpersonal und dafür tritt sie nunmal ein, aber das sie hier weder neutral noch sachlich berichten ist traurig. Massive täuschung von Fahrgästen, schade.

    *UND*

    „Es ist aber ein von der GDL gern propagiertes Märchen, dass die Ausschreibungen nur über die Löhne der Lokomotivführer gewonnen werden.“

    WO steht das auf der GDL Homepage das die Ausschreibungen NUR über die Löhne [der Lokführer] gewonnen werden? Da postest du mir mal bitte einen Link, dass will ich sehen. Die Löhne der Lokführer sind ein wichtiger Punkt, aber sicherlich nicht der einzigste. Und das hat doch die GDL auch nie geschrieben??

    ***Sollte ich mich hier irren, bitte ich um Entschuldigung, aber erst wenn der Link da ist auf dem dies schwarz und weiß steht***


  10. Beobachter
    27.06.11 um 21:42

    @ QQ

    Haben Sie etwa gedacht, dass die Redaktion von Zughalt.de die immerwährenden und gleichlautenden Parolen der GDL ständig wiederholt? Davon werden sie auch nicht wahrer. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Redakteure eine eigene Meinung von der GDL haben und diese auch äußern.

    Wenn Ihr einziges Augenmerk auf dem Tarifstreit liegt, kann man auf ihre Kommentare getrost verzichten.

  11. @ Beobachter

    Nein das bezieht sich nicht nur auf den Tarifstreit… Auch wird gern berichtet wenn ein EVU was falsch macht; wobei die DB gern an den Pranger kommt und die Dritt-EVU deutlich seltener; hingegen dass viele der Verspaetungen fahrgastgemacht sind oder bewusst in Kauf genommen werden, um insgesamt die Situation besser zu machen (Stichwort Anschluss), darueber wird kein Wort verloren. Schliesslich will das kein Fahrgast hoeren. Obwohl die Klaerung verschiedener grundlegender Sachverhalte zu einem besseren Verstaendnis der Probleme und dadurch zu einer Verbesserung der Situation fuer die Fahrgaeste fuehren wuerde.

    Und seit die hier gehassten Gruenen in BW regieren, wird S21 und das politische Geschehen drumherum ploetzlich irgendwie differenzierter betrachtet…


  12. Hartmut S
    27.06.11 um 23:32

    Der Vergleich ist schon provokant, oder?

    Eine kleine Gewerkschaft macht das, was in ihrer Satzung steht. Nichts anderes als die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und dabei hat sie den Rückhalt ihrer Mitglieder. Anders funktioniert eine Gewerkschaft auch garnicht!

    Große Gewerkschaften in Deutschland können solches Vertrauen von ihren Mitgliedern kaum noch aufweisen. Ich glaube Kluncker würde im Grab rollieren, wenn er den DGB mit seinen Vereinen sehen würde.

  13. @ Jürgen Eikelberg:

    Nein, „schlanke Strukturen“ sind m.E. nicht entscheidend. Denn obwohl die DB normalerweise nicht mit „schlanken Strukturen“ bei Ausschreibungen antritt (nur selten treten wirklich separate Töchter an), kann sie zunehmend auch Ausschreibungen gewinnen – und dieser Trend wird zunehmen. Grund für die Zunahme der DB-Gewinne sind andere Faktoren, wie die allgemeine Angleichung der Löhne zwischen Staat und Privat, entweder eben durch manche DB-Dumping-Töchter oder in Zukunft durch den Branchentarifvertrag der EVG. In Zukunft wird es also weder für die DB noch für die kleineren Privatbahnen irgendwelche Vorteile geben. Der Wettbewerb wird sicherlich etwas „einschlafen“, wenn er nicht mehr um die Löhne geführt wird. Aber besser ein Ende des harten Wettbewerbs als ein Fortführen des Lohndumpings.

    Die „schlankeren Strukturen“ sind aber auch nicht per se besser für den ÖPNV als Ganzes: Denn je „schlanker“ die Unternehmen und Organisationen im ÖPNV und deren AUfgabengebiete werden, desto mehr gibt es von ihnen: Es entwickelt sich ein Durcheinander von Aufgabenträgern, Verkehrsverbünden, EVUs und EIUs, die möglichst noch kooperieren sollen. Reibungsverluste sind angesagt.

    Der wirkliche Erfolg der letzten Jahre war die klare Definition der Leistungen und Anforderungen für den Betrieb von Regionalbahnen und das Ende der Abhängigkeit von den überteuerten Preisen einer auf Gewinnmaximierung fokussierten Bahn. Auf Wettbewerb mit unangenehmen Effekten wie Lohndumping oder den Betreiberwechseln mit evtl. Verlust von Arbeitsplätzen (da haben Sie ja natürlich recht, eine komplette Übernahme des Personals einer anderen Firma ist für jedes eigenständige Unternehmen unzumutbar) kann man dabei aber verzichten.

  14. Es ist schon interssant, wie die GDLer hier wieder lostrampeln, weil nicht alle Medien nach Ihrer Pfeife tanzen. Und es ist schön zu lesen, das Zughalt für uns Fahrgäste da ist. :) Ich glaube bald auch, das zughalt hier im Web unserer einzigsten Bahnkundensprachrohr ist (hab jedenfalls keine weitere Suchkenntnisse dazu).

    …und gestern nen smart angeguckt…wird dann ähnlich teuer wie die Tickets…


  15. Robert Liebling
    28.06.11 um 10:28

    Sehr richtig! Auch ich bin als Autofahrer vom Streik nicht mehr betroffen. Ich kann daher nur empfehlen, Monatskarten zu kündigen, wie ich es getan habe.

    Ich habe es während des Eurobahnchaos auf den Linien RE 3 und RE 13 getan. Gern hätt ich auch einen Musterprozess über außerordentliche Kündigungen gegen den VRR geführt, aber das war nicht nötig: Die haben wohl gewusst, dass sie vor Gericht keine Chance hätten.


  16. Arbeitnehmer
    28.06.11 um 11:05

    @Jürgen Eikelberg

    Ob der Autor das ganze wirklich verstanden hat, lassen wir jetzt mal dahin gestellt. Fakt ist aber, das hier mittlerweile mehr und mehr nur noch die Meinung des Autors steht, der glaubt dass dies die richtige Interpretation des Themas ist. Nur kommt letztres eben nicht so rüber, sondern es kommt einen eher vor wie absichtliches und systimatisches formen von Sichtweisen, aufhetzen derer die schon eh verärgert sind und manipulierend auf die, die kaum Ahnung von dem Thema haben. Sie reden bei der GDL von ihrer propaganda, dabei betreiben Sie es doch schon seit geraumer Zeit selbst. Mal ehrlich diese Stimmungsmache macht Sie nicht besser. Ein neutralerer Journalismus wäre sicher nicht so Aggressiv aber auf lange Sicht der bessere Weg. Womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass Sie die Pressemitteilungen hier 1:1 abdrucken sollen. Geben Sie doch Ihren Lesern die Möglichkeit sich selbst eine eigene Meinung zu bilden und zwingen Sie ihnen nicht Ihre eigne auf. Ihre eigene können Sie ja in Kommentaren ablassen wie jeder andere hier auch oder stellen Sie es wenigstens, im Artikel, als Ihre Meinung dar.

  17. @ Stephan

    Der Schnauzbart und seine Fans kennen das noch so, wie es beim Erich war, als der FDGB dem Neuen Deutschland Anweisungegen gegeben hat, was die zu schreiben haben. Mit freier Presse haben die es nicht so. Haben sie ja zu Erichs Zeiten auch nicht gebraucht.


  18. Beobachter
    28.06.11 um 11:26

    @ Arbeitnehmer

    Aus dem Artikel geht ganz deutlich hervor, dass es sich um die Meinung des Autors handelt. Das ist nichts Verwerfliches.

  19. Erwarten hier wirklich Leute, das der Eisenbahnbetrieb in privatwirtschaftliche Hände übergeben werden kann (1994) und die Mitarbeiter dann im Angestelltenverhältnis weiter wie Beamte ihrem Dienstherrn folgen. Ich kann mir gut vorstellen das viele Menschen diese Erwartung hegen, aber wir Lokführer werden diese nicht erfüllen und das zu Recht, ob das hier jemandem passt oder nicht. Ich baue auch nicht auf ihr Verständnis, ja holen Sie ihre Autos aus der Garage und kündigen ihre Abo´s mit den Verkehrsverbünden.

    Wer Bahnreform sät wird unter Umständen Streiks ernten.

    THB Lokführer der DB Schenker Rail AG

  20. @ THB

    Sauber, das sind wahre Worte, kann dir nur voll und ganz zustimmen!


  21. Beobachter
    28.06.11 um 18:36

    @ THB

    Um mal mit dem Unsinn von Bahnbeamten aufzuräumen, darf ich Ihrem Gedächtnis mal auf die Sprünge helfen?

    Bei der Deutschen Bundesbahn wurden Lokführer (und auch andere Bedienstete) zu Beamten ernannt. Dies bedingte eine besondere Treuepflicht gegen über dem Dienstherrn, der Behörde Deutsche Bundesbahn.

    Ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG kann keine Beamten beschäftigen. Daher hat das Eisenbahnvermögen des Bundes die Beamten der Deutschen Bundesbahn übernommen. Diese entsendet die Beamten an die Deutsche Bahn AG. Dienstherr ist also nicht die DB AG, sondern das Eisenbahnvermögen des Bundes. Es gibt Fälle, wo ein z.B. ein technischer Bundesbahnamtsrat bei vollen Bezügen zu Hause sitzt, weil die DB AG keinen passenden Arbeitsplatz für ihn hat.

    In der DDR gab es kein Berufsbeamtentum und daher erfolgte auch keine Ernennung zu Beamten. De jure waren alle Mitarbeiter des VEB Deutsche Reichsbahn Arbeiter und konnten nicht vom Eisenbahnvermögen des Bundes als Beamte übernommen werden, auch wenn sie sich als Beamte fühlten. Dies ist aber kein Fehler der Bahnreform, sondern dem Idealismus des „Arbeiter und Bauernstaates“ geschuldet. Wenn sie nicht von der Deutschen Bahn AG übernommen worden wären, erginge es ihnen wie vielen tausenden Menschen in der maroden DDR-Wirtschaft.

    Seit der Bahnreform wird keine Mitarbeiter mehr in den Beamtenstand erhoben. In Westen der Bundesrepublik gibt es noch eine größere Anzahl von verbeamteten Lokführern, die vor 1994 ernannt wurden.


  22. Arbeitnehmer
    28.06.11 um 19:20

    @Beobachter (Erklärbär)

    Das hat THB doch überhaupt nicht behauptet ?! Er meinte „… wie Beamte …“ und nichts anderes. Ich finde ja ihre Erklärungen hin und wieder ganz interressant, aber hier ging sie doch am Thema vorbei, in bezug auf THBs Kommentar, finden Sie nicht?.

    So und zum anderen Thema. Wo steht bitte schön im Artikel, „der Autor denkt“, „ich meine“, „der Meinung des Autors nach“ oder irgend sowas ? Über dem Artikel steht nur der Name des Autors, dass ist zwar schön sagt aber nichts darüber aus, ob der Autor nun einen neutralen Artikel geschrieben hat oder ob dieser seine Meinung bzw. eher Überzeugung wieder spiegelt. Bitte quoten Sie mir die Stelle aus der klar hervorgeht, dass dies die Meinung und oder Überzeugung des Autors ist.


  23. Beobachter
    28.06.11 um 19:30

    @ Arbeitnehmer

    THB suggeriert in seinem Beitrag, das Lokführer nach der Bahnreform ihren Beamtenstatus verloren haben. Das dem so nicht ist und Lokführer in der DDR keine Beamten waren bin ich eingegangen.

    Und wenn sie mal die Überschrift im Kontext lesen, dürfte Ihnen klar sein, das dieser Artikel kein Bericht, sondern die subjektive Meinung des Autors ist.


  24. Arbeitnehmer
    28.06.11 um 19:47

    @Beobachter

    Das ist aber eine sehr weit ausgeholte Interpretation seines Kommentars. Schliesslich verwies er ja auch auf das Jahr 1994. Seit diesem Jahr wurden keine Eisenbahner mehr mit Beamten Status ausgebildet. Stattdessen wurden in den Jahren 1994 und 1995 Eisenbahner ausgebildet die zum Ausgleich, des fehlenden Beamtenstatus, eine PZÜ Zulage erhielten. Ab 1996 wurde diese nicht mehr neuen Eisenbahner gewährt. Mittlerweile wurde diese PZÜ aber abgeschmolzen, soweit ich weiß.

    Und was die Überschrift angeht, finde ich sie nicht aussagekräftig und klar genug. Aber das ist meine Ansicht, Sie müssen sie nicht mit mir teilen. ;-)

  25. @Beobachter

    Sie dürfen, sofern Sie nichts ungesetzliches machen, tun und lassen was immer Sie möchten.

    Für Sie noch einmal(ich hoffe ich drücke mich jetzt klarer aus), wenn ich die Eisenbahn in private Hände gebe und das Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten führen möchte, kann ich von den Mitarbeitern(Angestellten) nicht verlangen sich wie Beamte zu verhalten.

    Ob ich etwas suggeriere oder nicht liegt ganz in der Sichtweise des Betrachters. Wie Sie ja anhand ihrer Kommentare bemerkt haben kommt es bei dem einen oder anderen Leser so an und bei Ihnen ebenso.

    Richtig ist das es bei der Deutschen Reichsbahn(DR) der DDR keine Beamten ernannt wurden. Da ich bei der DR mein Berufsleben begonnen habe bin ich auch kein Beamter, fühle mich auch nicht wie einer und trauere dem nicht erlangten Beamtentitel auch nicht hinterher.

    Die vor der Bahnreform bei der Deutschn Bundesbahn(DB) beschäftigten Bahnbeamten wurden zum Bundeseisenbahnvermögen(BEV) übertragen da die DB mit der DR zur Deutsche Bahn AG(DBAG) verschmolzen wurde und keine Behörde mehr sein sollte.

    MfG THB


  26. Beobachter
    28.06.11 um 20:56

    @ THB

    Es ist doch immer schön, wenn man sich ausspricht. ;)

    Niemand glaubt, das Arbeitnehmer in privaten Unternehmen sich „wie Beamte“ dem „Dienstherrn“ gegenüber zu verhalten haben. Bei der Bahn haben wir die Ausnahmesituation – wie auch bei der Post und Telekom – das diese Unternehmen aus Behörden entstanden sind. In allen Fällen sind auch Mitbewerber auf den Markt gekommen.

    In Ihrem ersten Kommentar hatte ich vermutet, dass sie den Eindruck erwecken möchten, Beamte seien aus ihrem Status entlassen worden.

    Das Sie bei der Deutschen Reichsbahn Ihr Berufsleben begonnen haben, hatte ich schon fast vermutet. Ich nehme Ihnen gerne ab, dass Sie dem nicht erreichten Beamtenstand nicht nachtrauern. Er ist nämlich auch mit vielen Nachteilen verbunden, die Ihnen sicher nicht gefallen hätten. Aber darüber brauchen wir hier nicht zu diskutieren.

    Sie trauern aber der lebenslangen Arbeitsplatzsicherheit bei der DR hinterher. Die gibt es aber nicht in einer Marktwirtschaft. Was glauben Sie, wie viele Arbeitnehmer in der Bundesrepublik schon lange vor der Wiedervereinigung nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch den Beruf gewechselt haben.

  27. Um mal kurz aus dem „Über uns“ Bereich von zughalt.de zu zitieren: „In der Regel geben unsere Artikel die Meinung des jeweiligen Autoren wieder.“

    Was erwartet ihr also bitte? Journalisitische Qualität ala Welt, Spiegel, Süddeutsche? Ich bitte euch, nehmt Vernunft an.
    Außerdem: Wer jeden Artikel (egal aus welchem Verlag bzw. Medienhaus) für bare Münze nimmt, dem ist sicher nicht mehr zu helfen. Etwas gesunden Menschenverstand traue ich eigentlich jedem Leser hier zu…

  28. @ Beobachter

    Da liegen Sie falsch, ich trauere keiner lebenslangen Arbeitsplatzsicherheit hinterher. Der Grund dafür, diese gab es weder bei der DR oder sonst wo.

    Ich bin nur für eine Chancengleichheit zwischen AG und AN und das erreicht der AG mit seinen Mitteln und der AN mit den seinen.

    Dass der Kunde/ also sie als Fahrgäste darunter leiden liegt nun mal in der Natur der Sache.

    Als Lokführer lässt sich schwer die Fahrkartenausgabe bestreiken und selbst wenn es sich realisieren ließe würde es wenig Eindruck beim AG hinterlassen.
    Weil wie man sieht selbst massive Lokführerstreik´s im Nahverkehr die dortigen AG mit einer Ausdauer zu Werke gehen lassen das einem schummerig wird.

    Das beschämende daran ist, das die kleine böse GDL dafür die Prügel bezieht und die AG sich als Unschuldslämmer präsentieren.

    MfG THB


  29. Beobachter
    28.06.11 um 22:09

    @ THB

    Es ist schon richtig, dass es in der DDR auch keine lebenslange Arbeitsplatzsicherheit gab, faktisch war es aber so. Wer keine goldenen Löffel klaute oder politisch unzuverlässig war, war bis an sein Lebensende abgesichert. „Betriebsbedingte Kündigungen“ gab es nicht. Aber das ist nicht unser Diskussionsthema.

    Ich habe den Eindruck, Weselsky will mit dem Kopf durch die Mauer — äh Wand.

    Ich meine mich erinnern zu können, das die EVG auch einen Passus zum Betreiberwechsel in ihrem Tarifvertrag hat. Dort heißt es sinngemäß, „wenn sich die beteiligten EVU darauf verständigen“.


  30. Hartmut S
    28.06.11 um 22:25

    @ Beobachter

    Ja wenn das Wörtchen wenn nicht wär, dann …

    Ja, die EVG …


  31. Beobachter
    28.06.11 um 22:27

    @ Hartmut S

    Was anderes ist im deutschen Rechtssystem in diesem Zusammenhang nicht machbar :)