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Streikende bei der NOB – Geschäftsführung fordert Tarifverhandlungen

26.06.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird ihren aktuellen Streik bei der Nord-Ostsee-Bahn heute nacht um 2 Uhr beenden. Er begann am vorvergangenen Freitag (17. Juni) um 15 Uhr nachmittags. Das zum Veolia-Konzern gehörende Unternehmen wird den regulären Fahrbetrieb so schnell als möglich wieder aufnehmen. Insbesondere im Hinblick auf den saisonalen Touristenverkehr kritisiert das Unternehmen die Streiks.

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Geschäftsführerin Martina Sandow: „Die GDL hat das Solidarprinzip aus den Augen zu verloren und versucht weiter, auf dem Rücken Unbeteiligter ihre Lokführer-Interessen durchzusetzen. Wir wollen verhandeln und fordern die GDL auf, endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren ohne Vorbedingungen zu stellen.“

Sollte es zu neuerlichen Streiks kommen – und das ist angesichts der verfahrenen Situation sehr wahrscheinlich – wird erneut der Basisfahrplan gelten. Dieser beinhaltet nur einen Auszug aus dem regulären Fahrplanangebot. Zwischen Kiel und Husum, Husum und Bad St. Peter Ording sowie zwischen Kiel und Eckernförde wird dann jeweils ein verlässlicher Zweistundentakt gefahren. Ergänzend kommen Busse zum Einsatz. Zwischen Hamburg und Westerland wird ein Zweistundentakt ergänzt durch Pendlerzüge angeboten.

Im März hatte die Nord-Ostsee-Bahn der GDL eine Lohnsteigerung von fünf Prozent und eine Einmalzahlung angeboten. Dies wurde abgelehnt. Derzeit laufen keine Verhandlungen, weil die Gewerkschaft das Angebot nicht als Verhandlungseinstieg akzeptiert. Sie fordert, den DB-Tarifvertrag bei allen Privatbahnen einzuführen. Darüber hinaus soll es innerbetriebliche Weiterbeschäftigungen bei Fahrdienstuntauglichkeit geben, verbindliche Personalübernahmen bei Betreiberwechseln und ein Berufsverbot für Hauptschulabsolventen.

Der Veolia-Konzern hat allerdings bereits mit der sehr viel größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen Branchentarifvertrag für den Nahverkehr abgeschlossen. Diesen akzeptiert die GDL jedoch nicht. Innerhalb des Veolia-Konzerns hat sie allerdings offensichtlich sowohl für die NordWestBahn als auch für die Düsseldorfer Regiobahn den Anspruch aufgegeben, Tarifverträge abzuschließen. Dort hat es so gut wie keine Streikbeteiligung gegeben.

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Ein Kommentar


  1. jan161168
    26.06.11 um 19:43

    Der Streik der GDL dient der Durchsetzung von Partikularinteressen der GDL und ihrer Mitglieder letzlich auf Kosten der Steuerzahler und damit von uns allen. Denn letztlich zahlt der Steuerzahler über die Bestellung des Nahverkehrs hier die Gehälter der Lokführer mit. Wenn die GDL hier nur Partikularinteressen durchsetzen möchte sollte der Steuerzahler lieber sein Geld in Alternative Verkehrsprojekte fließen lassen. Projekte zur effizienten Nutzung der Autobahnen wären doch eine Alternative. Auch wenn mir hier als Eisenbahnfan die Augen Tränen.

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