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Strecke zwischen Meinerzhagen und Brügge langfristig gesichert

11.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Schon bald könnte die RB 25 aus Köln bis nach Lüdenscheid fahrenNach Gesprächen mit dem Verkehrsministerium des Landes NRW, hat die DB Netz das eingeleitete Interessenbekundungsverfahren für den Streckenabschnitt Meinerzhagen – Brügge zurückgezogen und wird weiterhin die Infrastruktur betreiben. Darüber hinaus werden in den kommenden zwei Jahren mehr als acht Millionen Euro in die Sanierung des Oberbaus investiert. Auch den Streckenabschnitt nach Krummenerl wird das Unternehmen weiter betreiben.

Vor einigen Wochen hatte die Deutsche Bahn ihr Interesse bekundet, die Strecken Brügge – Meinerzhagen und Meinerzhagen – Krummenerl abgeben zu wollen. Auf beiden Strecken wurde der Personenverkehr bereits zu Bundesbahnzeiten eingestellt. Sie werden zurzeit nur noch von Güterzügen bedient.

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Die Deutsche Bahn investiert jetzt mehr als acht Millionen Euro Bundesmittel in die Instandhaltung der Strecke, die den Bundesländern zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen. Damit werden auf dem Abschnitt die Voraussetzungen geschaffen, um zu einem späteren Zeitpunkt den Personennahverkehr von Meinerzhagen nach Brügge wiederzubeleben. Eine langfristige Stilllegung der Strecken ist damit erstmal vom Tisch.

Nachdem im Jahr 2003 der Abschnitt Gummersbach – Marienheide wieder ins Nahverkehrsnetz aufgenommen wurde, soll im Dezember 2013 der Abschnitt Marienheide – Meinerzhagen folgen. Der Abschnitt sollte eigentlich schon zu einem früheren Zeitpunkt wiederbetrieben werden. Allerdings kündigte der ehemalige Verkehrsminister Oliver Wittke die Finanzierungsvereinbarung, obwohl die Deutsche Bahn bereits einen Großteil des Oberbaus erneuert hatte. Nur noch die Bahnübergänge müssen in dem Streckenabschnitt gesichert werden.

Die Option zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke Meinerzhagen – Brügge bleibt damit weiterhin bestehen und wird im Nahverkehrsplan des Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) festgeschrieben. Unter den Voraussetzungen, dass der NWL den Betrieb finanzieren kann und die Mittel für den Infrastrukturausbau zur Verfügung stehen, kann nach 2013 der Lückenschluss zwischen dem Sauerland-Netz und dem Kölner Dieselnetz erfolgen.

Die RB 25 aus Köln kann dann über Gummersbach und Brügge direkt nach Lüdenscheid verkehren. In Brügge soll für Reisende aus Richtung Gummersbach am Bahnsteig gegenüber Anschluss mit der RB 52 Richtung Hagen und Dortmund bestehen.

Bild: Sven Stei?nke

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3 Responses


  1. Armin Gärtner
    12.06.11 um 09:45

    Ich bin am 4.6.2011 mit Freunden mit der Bahn von Köln nach Gummersbach gefahren und von dort aus nach Brügge gewandert. Es wäre wünschenswert, dass die Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Meinerzhaben und Brügge zügig erfolgt.
    Die (ehemaligen) Unterwegsbahnhöfe wie Gummersbach und Kierspe sind in einem erschreckenden Zustand. Die gesamte Infrastruktur wie Gebäude, Zugänge, Gleise usw. sind radikal bis auf ein einzige Gleis entfernt, in Kierspe erkennt man noch die Lage des Mittelbahnsteiges mit Unterführung. Das gleiche Bild in Brügge, wo nur noch ein kurzer Bahnsteig für die wendenden Triebwagen nach und von Lüdenscheid zur Verfügung steht. Der frühere mit einer Unterführung zu erreichende Mittelbahnsteig verfällt und ist zugenagelt.
    Das derzeit einzige Einfahr- bzw. Ausfahrgleis in Brügge für Personenzüge ist in einem erbärmlichen Zustand. Jede zweite Holzschwelle bricht erkennbar auseinander, so dass der Triebwagen bei der Einfahrt und Ausfahrt sichtbar und spürbar schwankt.
    Bei der Wiederherstellung der Verbindung Gummersbach – Brügge muss sicherlich viel Geld in die Infrastruktur investiert werden.
    Als Steuerzahler sehe ich mit Betroffenheit, wie man diese (u. a.) Strecken hat verkommen lassen, als Bahnfahrer begrüße ich die hoffentlich nun zügig vorangetriebene baldige Wiederinbetriebnahme.


  2. Christopher
    13.06.11 um 10:24

    DB Netz hat eine interessante Unternehmenskultur. Erstmal wird sich jahrelang gewinnbringend aus dem Unterhalt der Strecken zurückgezogen (u.a. Müngstener Brücke), dann wenn es 5 vor 12 mit der Sicherheit zu Ende geht, möchte man anstatt zu sanieren, abgeben oder stilllegen. Man wartet die evtl. Entrüstung der Lokalpolitik ab, bleibt es ruhig, um so besser. In diesem Fall war es nicht „erfolgreich“ für DB Netz.

    Ich finde zudem bemerkenswert: Zu Bundesbahnzeiten blieben Nebenstrecken jahrenlang durch ihren restlichen Güterverkehr am Leben.
    Jetzt, wo Schienengüterverkehr nicht mehr gewollt ist, überleben Nebenstrecken nur noch durch die Bestellung vom Personennahverkehr. Dies sind fest kalkulierbare Einnahmen von dem EVU auf der Strecke.
    Zudem wird die Infrastruktur bis auf das allernötigste abgebaut, ohne das ein Zug mehr, wie jedes Jahr angemeldet, verkehren kann. Zusatzverkehre für lokale Großverantaltungen, oder gar die Wiederbesinnung zum Güterverkehr sind langfristig zerstört.
    Ich kann ein Unternehmen grundsätzlich verstehen, welches versucht einzusparen. Bloss im Schienenverkehr bleibt so die Zu(g)kunft auf der Strecke.

  3. Nach meiner Meinung muss die Verlängerung der RB 25 (Köln-Marienheide/Meinerzhagen) nach Lüdenscheid unbedingt mit Riesenschritten vorangetrieben werden. Denn nur ein zügiges und regelmäßig verkehrendes Schnellverkehrsmittel (wie der Zug), welches gute Verbindungen nach Köln, Gummersbach, Lüdenscheid und Hagen anbietet, kann größere Fahrgastströme auf den öffentlichen Personenverkehr lenken.

    Der Vorteil gegenüber der Zeit vor der damaligen Stillegung wäre: (1) Der Zug würde im Gegensatz zu früher hoffentlich stündlich, zumindest häufiger als nur alle 3 Stunden verkehren, dadurch wäre er wesentlich attraktiver. (2) Der Zug müsste künftig unbedingt nach Lüdenscheid durchfahren. Damals endete der Zug in Brügge (Westfalen) und hatte zuletzt keine Zuganschlüsse mehr nach Lüdenscheid. Kürzlich ist der Lüdenscheider Bahnhof sogar noch näher an die Fußgängerzone gerückt. Das ist eine große Chance.
    (3) Ein zuverlässiger und bequemer Anschluss in Brügge nach Hagen-Dortmund muss unbedingt auch in Zukunft sichergestellt sein. Das ist noch wichtiger als irgendwelche speziellen Anschlüsse in Köln.

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