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RBB: Bahn droht Bombardier

15.06.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet, soll die Deutsche Bahn dem Schienenfahrzeug-Hersteller Bombardier gedroht haben, künftig keine Aufträge mehr zu erteilen. Hintergrund ist die seit Jahren überfällige Zulassung des Triebzuges vom Typ E-Talent 2 durch das Eisenbahnbundesamt.

Dabei könnte vermutlich auch der Rahmenvertrag über bis zu 321 Züge dieses Typs gekündigt werden. DB Regio würde seine Fahrzeuge dann bei anderen Herstellern ordern. Derzeit sind die Züge beispielsweise bei der S-Bahn Nürnberg oder auf dem Rhein-Sieg-Express zwischen Aachen, Köln und Siegen überfällig.

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4 Responses

  1. Dürfen Züge ohne EBA-Zulassung überhaupt auf „öffentlichen“ Schienen fahren?
    Bin der Meinung erst vor wenigen Tagen einen solchen E-Talent 2 bei mir vorbeifahren gesehen zu haben.
    Auch in DB-Rot.


  2. Uebelkraehe
    15.06.11 um 12:32

    in Wannsee stand die Tage auch einer mit Sitzlehnen in Plastefolie.
    Fahren tun die Dinger woll, das Problem ist ein PC-Fehler, der die Dinger zum Stehen bringen soll und das nicht so recht tut!
    Scheiß-Elektronik! Ist es denn so schlimm, wenn man die wichtigen Dinge mechanisch tut? Ich kenne keinen Lokführer, der beim Betätigen einer Knorr-Luftdruckbremse eine Arbeitsüberlastungsanzeige geschrieben hat…


  3. trainguide
    15.06.11 um 22:19

    Die Bahn mag ein guter Auftraggeber sein, aber sie wird im Gegenzug wohlmöglich so wenige Details wie möglich ins technische Pflichtenheft der Hersteller schreiben wollen, weil dies nämlich die Angebotspreise nur erhöhen könnte. Hauptsache billig.


  4. Matthes Weiss
    16.06.11 um 08:46

    so wenige Details wie möglich ins technische Pflichtenheft der Hersteller schreiben wollen

    Nicht nur aus finanziellen Gründen. Je detaillierter eine Vorgabe ist, desto größer ist die Gefahr, daß sich darin eine Ähnlichkeit zu einer herstellerseitigen Beschreibung findet – und man muß doch schließlich herstellerneutral ausschreiben…

    Außerdem ist es erheblich einfacher, Entscheidungen und Konstruktionen als mangelhaft zu rügen, die man dem Hersteller nicht detailliert vorgegeben hat. Wenn es Streitfall juristisch wird, zieht der sich nämlich gern darauf zurück, daß er überhaupt nichts dafür kann. Schließlich ist nach dem AEG gar nicht er, sondern die Bahn dafür verantworlich, die Fahrzeuge sicher zu bauen und</b< zu betreiben. (Formaljuristisch könnte man sich noch darüber streiten, ob nach dem Buchstaben des Gesetzes die Bestellung und die Konstruktion auch schon zum "Bauen" gehören… ;-) )

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