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Pfingstsonntag startet agilis auf dem Dieselnetz Oberfranken

05.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Fahrzeuge wurden am Niederrhein bereits ausgiebig getestetAm 12. Juni 2011 wird die BeNEX-Tochter agilis den Betrieb auf dem Dieselnetz Oberfranken aufnehmen. Das Unternehmen hatte in einem von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) durchgeführten Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Die Fahrgäste erwarten ein dichteres Zugangebot und neue Direktverbindungen. Insgesamt werden die Verkehrsleistungen in der ländlich geprägten Region um ein Drittel ausgeweitet.

Das Dieselnetz Oberbayern umfasst den Betrieb von Nahverkehrslinien auf zumeist eingleisigen und dieselbetriebenen Nebenbahnen, um die Städte Hof, Weiden, Bayreuth, Bamberg und Coburg. Agilis wird für den Betrieb der jährlich etwa 4,5 Millionen Zugkilometer rund 150 neue Arbeitsplätze schaffen. In Marktredwitz hat das Unternehmen ein neues Betriebswerk errichtet in dem die Fahrzeuge gewartet werden.

38 neue und klimatisierte Triebzüge vom Typ Regio Shuttle kommen in dem Netz zum Einsatz. Diese mussten ihre Tauglichkeit im täglichen Fahrgastbetrieb bereits bei der NordWestBahn am Niederrhein unter Beweis stellen. So konnten die von der BEG geforderten 5.000 Testkilometer für die Fahrzeuge absolviert werden, sowie der NordWestBahn bei ihrem aktuellen Fahrzeugmangel geholfen werden.

Die Fahrzeuge bieten 101 SitzplätzeBereits vor der Vertragsunterzeichnung gab es einige Einwände gegen die hohe Sitzplatzanzahl, die mit 101 in den 25 Meter langen Fahrzeugen einmalig ist. Dietmar Knerr Geschäftsführer der agilis erwähnte daraufhin, dass die hohe Sitzplatzzahl zur Bewältigung des Schülerverkehrs nötig sei. In den übrigen Zeiten sei die Auslastung so gering, dass sich zwei Fahrgäste eine Sitzgruppe mit drei Sitzen teilen können.

Im Fahrplan wird es deutliche Verbesserungen geben. Fast alle Linien sollen bis auf einige Ausnahmen im morgendlichen Schülerverkehr, im minutengenauen Stundentakt verkehren und das auch am Wochenende. Ein Teil der Linien wird zurzeit nur im Zweistundentakt bedient. Auf vereinzelten Linien herrscht am Wochenende Betriebsruhe, das soll sich mit der Betriebsaufnahme ändern. Aufgrund von Verzögerungen beim Infrastrukturausbau können nicht sofort alle Verbesserungen umgesetzt werden.

Die Anderungen im einzelnen:

Ebermannstadt – Forchheim (- Bamberg)
Die Linie wird zwischen Ebermannstadt und Forchheim täglich im Stundentakt bedient. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit werden einzelne Direktverbindungen nach Bamberg angeboten. Außerdem wird in beiden Richtungen ein neuer Spätzug eingerichtet. In Forchheim bestehen optimale Anschlüsse zur S-Bahn nach Nürnberg.

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Ebern – Bamberg (- Forchheim)
Der bisherige Zweistundentakt wird zum Stundentakt verdichtet. Ab 6:00 Uhr fahren alle Züge umsteigefrei bis Bamberg, vereinzelt weiter nach Forchheim. Ab Bamberg wird eine neue Spätverbindung um 22:55 Uhr eingerichtet. Die Fahrzeit wird sich durch Infrastrukturmaßnahmen um fünf Minuten verkürzen. Da diese aber nicht komplett abgeschlossen werden konnten, müssen zur Anschlusssicherung in Bamberg bei einem Teil der Züge die Halte in Hallstadt, Manndorf und Rentweinsdorf entfallen. Die Halte werden erst ab einem späteren Zeitpunkt stündlich bedient. Auch soll die Anschlusssituation noch weiter verbessert werden.

Bad Rodach – Coburg – Lichtenfels – Kulmbach – Bayreuth – Weiden
Es soll in der Relation eine stündlich durchgehende Linie mit Halt an allen Stationen eingerichtet werden. Aufgrund von Verzögerungen beim Infrastrukturausbau muss die Linie voraussichtlich bis Dezember 2011 in Kulmbach alle zwei Stunden gebrochen werden. Um 21:33 wird eine umsteigefreie Verbindung von Bad Rodach nach Bamberg verkehren. Von Bad Rodach nach Coburg wird eine neue Frühverbindung und zurück eine neue Spätverbindung eingerichtet. Zwischen Bayreuth und Weiden wird sich die Fahrzeit um 14 Minuten verringern. Auf dem Abschnitt werden in beiden Richtungen neue Spätverbindungen eingerichtet.

Marktredwitz – Kirchenlaibach – Bayreuth
Auf dem Abschnitt Marktredwitz – Kirchenlaibach wird eine Linie im Stundentakt mit Halt an allen Stationen eingerichtet. Diese fährt im Zweistundentakt weiter nach Bayreuth. Ein Teil der RE-Züge nach Nürnberg beginnt erst in Kirchenlaibach statt in Marktredwitz, mit kurzem Anschluss an die neue Linie. Bis Ende 2012 soll eine stündlich durchgehende Linie Hof – Marktredwitz – Kirchenlaibach – Bayreuth geschaffen werden.

Bayreuth – Weidenberg
Auf der Linie wird ein täglicher Stundentakt eingeführt, damit wird die Linie auch am Wochenende verkehre. Heute gibt es dort nur eine Busverbindung am Wochenende. Von Weidenberg nach Bayreuth wird eine neue Frühverbindung sowie zurück eine neue Spätverbindung eingerichtet. In Weidenberg bestehen stündliche Anschlüsse an den Bus nach Warmensteinach.

Hof – Münchberg – Helmbrechts/- Kulmbach
Zwischen Münchberg und Helmbrechts soll täglich ein Stundentakt angeboten werden. Eine zweistündlich durchgehende Verbindung Müncheberg – Hof – Bad Steben sorgt für eine verbesserte Erreichbarkeit des innenstadtnahen Haltepunkts Hof-Neuhof. Die Anschlüsse in Münchberg nach Bayreuth, Lichtenfels und Nürnberg werden verbessert. Von Helmbrechts nach Hof wird eine neue Frühverbindung und zurück eine neue Spätverbindung angeboten. Um 6:38 Uhr wird ein neuer Pendlerzug von Münchberg nach Kulmbach und Lichtenfels verkehren.

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Hof – Bad Steben
Die Linie wird durchgehend im Stundentakt verkehren. Jeder zweite Zug wird nach Münchberg durchgebunden. Im morgendlichen Schülerverkehr wird ein neues Zugpaar zwischen Hof und Bad Steben angeboten. Um 21:37 Uhr wird ein durchgehender Zug von Neuenmarkt-Wirsberg nach Bad Steben eingerichtet.

Hof – Selb-Stadt
Auf der Linie wird täglich ein Stundentakt angeboten. In beiden Richtungen wird eine neue Spätverbindung eingerichtet. Durch Verzögerungen beim Infrastrukturausbau kann die Anschlusssituation nicht so wie geplant verbessert werden.

Bilder: Sven Stei?nke

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