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Nord-Ostsee-Bahn rechnet weiterhin mit Streiks

16.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die NOB fordert von der GDL die Züge nach Sylt von Streiks zu verschonenDie Nord-Ostsee-Bahn (NOB) die als Tochterunternehmen der Veolia Verkehr Nahverkehrsleistungen in Schleswig-Holstein erbringt, weist daraufhin, dass weiterhin eine Streikgefahr durch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) besteht. Vor allem wegen der Kieler Woche und der anstehenden Hochsaison auf der Insel Sylt könnten Streiks die Fahrgäste jetzt empfindlich treffen. Wenn das Angebot wegen erneuter Streiks auf den Basisfahrplan zurückgefahren wird, könnte es in den Zügen eng werden.

Da die Grundversorgung der Insel Sylt entscheidend von der Zugverbindung abhängt und in wenigen Tagen die Kieler Woche beginnt, hat das Unternehmen die Gewerkschaft zum wiederholten Male aufgefordert, einer Notdienstvereinbarung zu zustimmen. Bisher sind die Forderungen seitens der GDL allerdings auf Ablehnung gestoßen.

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Laut NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow, ist die Gesellschaft weiterhin zu Tarifverhandlungen mit der GDL bereit. Sie findet es allerdings unverantwortlich, dass sich die GDL weiterhin den Verhandlungen entzieht und mit Zugausfällen in der Hauptsaison droht. Viele Arbeitnehmer auf der Insel Sylt sind vom Tourismus abhängig und müssten durch die sinkende Zahl an Touristen Einbußen hinnehmen. Die GDL würde mit erneuten Arbeitsniederlegungen die unbeteiligten Arbeitnehmer auf der Insel in Mitleidenschaft ziehen.

Gerade zur Kieler Woche, die vom 18. bis zum 26. Juni stattfindet, würden Streiks die vielen zusätzlichen Fahrgäste erheblich Schaden. Ursprünglich war geplant an den Wochenenden die ganze Nacht hindurch einen Stundentakt zwischen Kiel und Husum zu bieten und so die vielen Besucher der Segelregatta bequem nach Hause zu bringen. Durch einen erneuten Streikaufruf müsste das Angebot stark eingeschränkt und gegebenfalls ein Ersatzverkehr eingerichtet werden.

Breits im März wurde seitens der NOB ein verbessertes Angebot mit einer Lohnsteigerung von fünf Prozent und einer Einmalzahlung angeboten. Dieses stieß bei der GDL allerdings auf Ablehnung. Die Spartengewerkschaft verwehrt sich momentan gegen weitere Verhandlungen. Deshalb appeliert Sandow an die GDL die Blockade-Haltung abzulegen und wieder bedingungslos zu verhandeln.

Die GDL möchte weiterhin den bundesweiten Rahmenlokführer-Tarifvertrag bei allen Bahngesellschaften einführen, der neben Löhnen auf DB-Niveau noch ein Berufseinstiegsverbot für Hauptschulabsolventen und eine Übernahmepflicht für Lokführer bei Übernahme durch einen anderen Betreiber vorsieht. Die NOB vertritt weiterhin die Auffassung, dass sie als regionales Unternehmen nur auf Haustarifvertrag-Ebene verhandeln könne.

Bild: Sven Stei?nke

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