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MVG testet Bus mit Anhänger

24.06.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Bis in die 1950er Jahre waren sie allgegenwärtig, Busse mit Beiwagen. Aus Sicherheitsgründen und mit dem Aufkommen der Gelenkbusse verschwanden sie danach völlig aus dem Straßenbild.

Doch Beständig ist nur die Veränderung. Moderne Omnibusse mit Anhänger sind mittlerweile europaweit im Einsatz. In Deutschland setzen rund 20 Verkehrsunternehmen Linienbusse mit Anhängern im Fahrgastbetrieb ein, unter anderem auch in Fürth.

Busse mit Anhänger bieten rund 130 Fahrgästen Platz, ein Gelenkbus hat dagegen nur Platz für 106 Personen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erprobt ab dem 27. Juni 2011 für zweieinhalb Wochen einen „Maxitrain“ der Firma Göppel, der als Leihgabe der infra fürth verkehr GmbH nach München kommt, im Fahrgastbetrieb. Das Gespann besteht aus einem herkömmlichen 12-Meter-Solobus als Zugfahrzeug und einem Anhänger, der rund 11 Meter misst. Wesentliches Merkmal dieses Fahrzeugkonzepts ist, dass sich das Platzangebot durch einfaches An- und Abkuppeln flexibel und ohne großen Aufwand an stark schwankende Fahrgastzahlen anpassen lässt. Der Anhänger-Einsatz bietet sich zum Beispiel für nachfragestarke Berufs- und Schülerverkehre an, aber auch für Großveranstaltungen mit punktuell hohem Fahrgastaufkommen. Zu Zeiten geringerer Nachfrage kann der Solobus dagegen allein fahren.

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Die Versuchsfahrten sollen zeigen, ob solche Fahrzeuge in München eingesetzt werden können. Der Test findet montags bis freitags jeweils von ca. 7 bis 19 Uhr und samstags von ca. 9.30 bis 17.30 Uhr auf der MetroBus-Linie 60 (Olympia-Einkaufszentrum –Dülferstraße) statt. Diese Strecke eignet sich aufgrund ihres Kundenaufkommens sowie auch baulich für einen Einsatz von Anhänger-Bussen.

Zu beachten sei unter anderem, dass für ein 23-Meter-Gespann längere Haltestellen von Nöten sind als für einen normalen Solo- oder Gelenkbus. Anpassungen könnten aber auch bei Werkstätten, Waschanlagen, Tankanlagen, Abstellhallen usw. erforderlich werden. Grundsätzlich sei ein Bus mit Anhänger sehr wendig und damit auch bei beengten Straßenverhältnissen einsetzbar, weil beide Achsen des Anhängers gelenkt werden. Gleichwohl solle der Probebetrieb im MVG-Netz auch konkrete Aufschlüsse über die Zuverlässigkeit des Fahrzeuges und seiner technischen Komponenten im täglichen Linienbetrieb unter realen Einsatzbedingungen liefern, teilte die MVG in einer Pressemitteilung mit.

MVG-Chef Herbert König: „Wie bei UBahn und Tram sind die Fahrgastzahlen auch beim Bus in den letzten Jahren stetig gestiegen, seit 2004 um gut 12 Prozent. Daraus entstehen in Spitzenzeiten Engpässe, für deren Abdeckung der Anhänger-Bus ein interessantes Fahrzeugkonzept darstellt. Im Gegensatz zum Doppelgelenkbus mit ähnlicher Kapazität, den wir ebenfalls schon getestet haben, ist der Einsatz eines abkuppelbaren Anhängers, der z. B. am Wochenende oder in Ferienzeiten im Depot bleiben kann, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher: So hat der Anhänger eine längere Lebensdauer als das Zugfahrzeug und verbraucht nicht unnötig Energie für Überkapazitäten in Schwachlastzeiten. Der Test soll aber auch zeigen, wie unsere Fahrgäste auf das für München ungewöhnliche Fahrzeug reagieren. Nach Abschluss des Tests werden wir bewerten und entscheiden, ob und ggf. in welchem Umfang wir künftig Anhängerzüge beschaffen.“

Bild: MVG
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