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Immer mehr Fahrgäste im Nahverkehr in Schleswig-Holstein unterwegs

16.06.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die nordbahn soll zukünftig mehr Kapazitäten bietenDie Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS) konnte auch im letzten Jahr wieder eine Steigerung des Marktanteils im ÖPNV verzeichnen. So erreichten Bus & Bahn im Jahr 2010 einen Markanteil von sieben Prozent. Im Jahr 2005 lag dieser Wert noch bei 5,5 Prozent. Mittlerweile nutzen landesweit rund 700.000 Fahrgäste täglich das Angebot des ÖPNV. Allerdings ist die durchschnittliche Pünktlichkeit auf der Schiene wegen des harten Winters rückläufig.

Während die durchschnittliche Pünktlichkeit im Jahr 2009 noch bei 93,2 Prozent lag, ist sie im letzten Jahr auf 90 Prozent gefallen. Auch deshalb wurde im April 2010 die nah.sh-Garantie eingeführt. Bei einer Verspätung über 20 Minuten erhalten die Fahrgäste des landesweiten Schleswig-Holstein-Tarifs die Hälfte ihres Fahrpreises zurück. Im Zeitraum vom 13. April bis zum 8. Juni haben bereits 1.657 Fahrgäste diese Möglichkeit in Anspruch genommen.

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Bereits im Dezember erwarten die Fahrgäste einige Änderungen, so werden nach erfolgter Wiederausschreibung die beiden Lose des Netzes Nord in Betrieb gehen. DB Regio wird den Betreiber Nord-Ostsee-Bahn auf den Linien Kiel – Eckernförde, Kiel – Husum und Husum – Bad St. Peter-Ording ablösen. Auf den Strecken kommen wie auch zwischen Kiel und Flensburg neue Triebzüge vom Typ VT 648.4 zum Einsatz. Zwischen Neumünster und Kiel kommen Eletrotriebzüge der Baureihe 425 mit deutlich mehr Sitzplätzen als bisher zum Einsatz.

Im zweiten Los wird die BeNEX- und AKN-Tochter nordbahn den Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen behält seine bisherigen Leistungen zwischen Neumünster und Bad Oldesloe, zusätzlich kommt die Linie Neumünster – Heide – Büsum hinzu, die bisher von der AKN-Tochter Schleswig-Holstein-Bahn betrieben wird. Die sechs vorhanden Fahrzeuge vom Typ Lint werden modernisiert. Zukünftig soll ein zusätzliches Fahrzeug Doppeltraktionen ermöglichen, um die Kapazitätsengpässe in der Hauptverkehrszeit auf einigen Fahrten zu beseitigen.

Mit der Betriebsaufnahme des Netz Nord setzt die LVS ihren erfolgreichen Wettbewerbskurs fort. Mittlerweile wurden rund drei Viertel der Nahverkehrsleistungen im Rahmen von wettbewerblichen Verfahren vergeben. Der Zuschussbedarf konnte um ca. ein Viertel gesenkt und die Qualität gesteigert werden. Mit den Ausschreibungsgewinnen konnten zusätzliche Züge und mehr Kapazitäten bestellt werden. Wegen dieser Erfolge und des seit 2002 eingeführten Schleswig-Holstein-Tarifs, wächst der Marktanteil des Nahverkehrs seit Jahren.

In Zukunft möchte die LVS das Projekt Echtzeitinformation voran treiben. Die tatsächlichen Abfahrtszeiten sollen dabei zentral gesammelt und dem Kunden in der Fahrplanauskunft die Verspätungen anzeigen. Darüber hinaus sollen mit den Daten, Anzeigen an den Haltestellen und Stationen gespeist werden, sowie dem Fahrpersonal angezeigt werden. So sollen in Zukunft die Anschlüsse zwischen Bus und Bahn zuverlässiger gestaltet und die Kunden besser informiert werden.

Bild: Sven Stei?nke

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