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Elektronische Fahrplanaushänge in Dresden

19.06.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Gehören bald Fahrplanaushänge aus Papier der Vergangenheit an? Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) testet elektronische Fahrplanaushänge. Sie montierte vier Displays von am Haltepunkt Strehlen der Linien 61 und 75. Später sollen zwei weitere am Endpunkt Laubegast (Linie 4) hinzukommen. Sollte sich die Technik bewähren, wird die DVB weitgehend auf die üblichen Papieraushänge verzichten und weitere 60 Displays anschaffen.

„Damit könnten unsere Fahrgäste stets den aktuellen Fahrplan an der Haltestelle einsehen. Irritationen vor und nach Fahrplanänderungen, welcher Aushang denn nun gültig sei, gehörten damit der Vergangenheit an. Außerdem würde die Technik unseren Mitarbeitern weite Wege ersparen. Sie hätten mehr Zeit, sich um andere wichtige Aufgaben wie Wartung, Instandhaltung und Reinigung der Haltestelleneinrichtungen zu kümmern“, so Hans-Jürgen Credé, DVB-Vorstand für Betrieb und Personal.

Die Testphase wird ein Jahr betragen. Vor allem die Lesbarkeit am Tage und in der Nacht, die Zuverlässigkeit und die Resistenz gegen Vandalismus und den wechselnden klimatischen Bedingungen stehen dabei im Mittelpunkt. Für die Stromversorgung wird später auch ein Solarpanel und ein Akku getestet. Fahrplanänderungen können auf Knopfdruck durch die DVB-Leitstelle über das eigene Digitalfunknetz an die Geräte gesandt werden.

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In der Basisvariante kann auf dem Display nur eine Linie dargestellt werden. Für Haltestellen, die von mehreren Linien angefahren werden, könnte eine umschaltbare Variante folgen. Sollte die Erkennbarkeit der Displays nicht ausreichen, kann eine indirekte LED-Beleuchtung nachgerüstet werden. Bei wenig frequentierten Haltestellen am Stadtrand, an denen eine so genannte Dynamische Fahrgastinformationsanzeige zu aufwändig wäre, könnte zusätzlich der nächste eintreffende Wagen in „Echtzeit“ angezeigt werden. Dazu lässt sich ein kleiner Abschnitt des Aushangs unkompliziert per Software umrüsten.

Die bei der Firma Deister-Elektronik in Gera produzierten Displays kosten derzeit noch rund 2.000 Euro. Der Knotenrechner und die Datenübertragung stammt von der Firma Dresden Elektronik. Der Preis könnte aber auf ein Drittel gesenkt werden, wenn sie in größeren Stückzahlen produziert würden. Die Hersteller können die Testergebnisse zur Verbesserung ihrer Geräte nutzen und auch an andere Unternehmen vermarkten.

Die elektronischen Aushänge stellen eine sinnvolle Alternative für Haltestellen außerhalb des Stadtzentrums oder mit geringerer Nachfrage dar. Fahrgäste hätten auf nur einem Display immer den aktuellen Fahrplan, das nächste eintreffende Fahrzeug und gegebenenfalls aktuelle Störungsmeldungen der Leitstelle im Blick. Für Knotenpunkte ist diese Lösung aber zu klein. Dafür braucht man großflächigere Anzeigen, die auch von mehreren Fahrgästen gleichzeitig und auf größere Distanz gelesen werden können. Auch dafür gibt es bereits Überlegungen.
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3 Responses

  1. Und wozu das Ganze?
    Ab wann amortisieren sich diese Aushänge wirklich?
    Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es dermaßen aufwendig ist, die Pläne zu drucken und während einer generellen Reinigung die neuen Papieraushänge anzubringen…
    Aber gut zu wissen, wo due Subventionen des ÖPNV hineinfließen: Ins Nirvana.
    Und wozu ein eigenes Funknetz? Reicht das öffentliche Fernmeldenetz dazu nicht aus? Die Displays scheinen ebenso viel zu unterdimensioniert zu sein, wenn dort nur eine Linie angezeigt werden kann.
    Und bei meinem letzten Besuch in Dresden bin ich hervorragend mit den „alten“ analogen Papieraushängen klargekommen.

  2. Am besten wäre da noch die Durchschnittliche Pünktlichkeitsqoute für die Linie mit folgenden Informationen:
    – Heute
    – Diese Woche
    – Dieser Monat
    – Übers Jahr

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