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Durchstich des Blessbergtunnels

29.06.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Am Mittwoch, 29. Juni feierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mit Bahnchef Rüdiger Grube den Durchstich des Blessbergtunnels in Thüringen.

Ramsauer: „Der Tunneldurchstich ist ein weiterer Meilenstein zur Realisierung der Bahnstrecke Nürnberg-Erfurt-Berlin. Wir wollen die Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt 2017 in Betrieb nehmen. Dann können die ICEs hier mit bis zu 300 Stundenkilometern fahren. Mit der damit verbundenen Fahrzeitverkürzung bringen wir mehr Reisende vom Kurzstreckenflug auf die umweltfreundliche Schiene. So wächst Deutschland weiter zusammen.“

Die Neubaustrecke Ebensfeld – Erfurt kostet rund 2,2 Milliarden Euro Das Projekt ist ein Teilstück des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8.1, das Nürnberg über Erfurt, Leipzig, Halle (Saale) als Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Personen- und Güterverkehr mit Berlin verbindet.

Die Neubaustrecke soll für eine Streckengeschwindigkeit von 300 km/h Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Damit wird die Fahrzeit von Nürnberg nach Erfurt von 172 Minuten auf 66 Minuten gesenkt.

Auf der insgesamt 107 km langen Neubaustrecke durch den Thüringer Wald entsteht eine Vielzahl anspruchsvoller Ingenieurbauwerke.22 Tunnel mit einer Gesamtlänge von insgesamt 41 Kilometern und 29 Talbrücken mit einer Gesamtlänge von insgesamt 12 Kilometern werden errichtet. Der Blessbergtunnel ist mit 8,3 Kilometern Länge der längste Tunnel auf dieser Strecke und wird der drittlängste Eisenbahntunnel in Deutschland sein.

Die Bundesregierung hat die Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“ (VDE) nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1991 auf den Weg gebracht. Sie sind Bestandteil der Transeuropäischen Netze (TEN) der Europäischen Union. VDE 8.1 ist Teil des TEN Projekts Nr. 1, Berlin-Verona/Mailand-Bologna-Neapel-Messina.
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2 Responses

  1. Es gibt viele Kritiker solch aufwendiger SPFV-Projekte. Ich bin begeistert von der resultierenden Fahrzeitverkürzung: Damit wird die Bahn auf längeren Strecken attraktiver, und durch die verkürzten Fahrzeiten kann das gleiche Zugmaterial mehr oder längere Fahrten unternehmen, womit die kilometerspezifischen Investitionskosten für die Züge sinken. Durch die Entmischung von schnellem und langsamen Verkehr wachsen die Trassenkapazitäten für Regional- und Güterverkehr besonders stark. Für solche Projekte zahle ich gerne meine Steuern!


  2. Hillenbill
    30.06.11 um 00:07

    Also dafür zahle ich nicht gerne. Diese ICE-Neubaustrecke konkurriert mit Stuttgart 21 und Y-Trasse um den Preis für die irrsinnigste Geldversenkung im Bereich Bahninfrastruktur und hat gute Chancen auf den Siegertitel, vor allem wenn beide vorgenannten Projekte hoffentlich noch gestoppt werden. Ob die vom Vorschreiber angesprochene Entmischung von Güter-, Regional und Fernverkehr – abgesehen vielleicht vom Abschnitt nördlich von Nürnberg – wirklich von irgendeiner Form von Nachfrage gerechtfertigt ist darf bezweifelt werden. Die Entmischung von Fernverkehr und insbesondere Güterverkehr gelingt dem Projekt allerdings perfekt. Aufgrund des Begegungsverbots in den Tunneln wird auf der neuen Strecke Güterverkehr nur nachts möglich sein. Und tagsüber ein ICE je Stunde und Richtung. Es ist wirklich traurig mitzuerleben, wie in Deutschland Fehlallokation von Ressourcen in Perfektion betrieben wird.

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