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U-Bahnhof Neuperlach-Süd erstrahlt in neuem Glanz

26.05.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Am 18. Oktober 1980 wurde der U- und S-Bahnhof Neuperlach Süd seiner Bestimmung übergeben. Hier beginnt die U 5, die Neuperlach mit dem Hauptbahnhof und weiter bis zum Laimer Platz verbindet. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten in die S 7 nach Wolfratshausen und Kreuzstraße und in die Buslinien 195, 196, 199, 210, 212, 217, 218 und 411. Nach dreißig Jahren erstrahlt die U-Bahn-Station in neuem Glanz.

Die Stadtwerke München (SWM) haben die Endstation der U 5 umfassend modernisiert und den heutigen Ansprüchen angepasst. Unter laufendem Betrieb wurde sie in dreieinhalb Jahren brandschutztechnisch ertüchtigt und barrierefrei ausgebaut. Heute präsentierten Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung und der Leiter der Sparte U-Bahn Günter Pedall, der Presse die neugestaltete U-Bahn-Station.

Sichtbar in die Jahre gekommen war die dreigleisige Station. Durch chloridhaltiges Wasser war an dem als Brückenbauwerk angelegten Bahnhof Sanierungsbedarf an Beton und Fugen erforderlich. Nach 30 Jahren war die Station auch nicht mehr zeitgemäß. Es wurde ihr bei der Neugestaltung ein freundliches, offenes Erscheinungsbild verliehen und die Übersichtlichkeit verbessert um das Sicherheitsempfinden der Nutzer zu erhöhen.

Die Modernisierung kostete rund 8,5 Millionen Euro, wovon die DB AG ca. 1,5 Millionen für den Ausbau des S-Bahnhaltepunkts bereit stellte.

Während von den Fugen- und Bauwerkssanierungen kaum etwas zu sehen ist, fällt die Erneuerung der Bahnsteigebene für die Fahrgäste sofort ins Auge.

  • Die Stahlkonstruktion des Daches wurde saniert, neu eingedeckt und verkleidet sowie mit modernen Leuchten und Lautsprechern ausgestattet. Einen farblichen Akzent setzen die orange statt bisher braun verkleideten Säulen. Die Bahnsteigebene wirkt nun deutlich heller und freundlicher als früher und hat dadurch stark an Aufenthaltsqualität gewonnen.
  • Beide U-Bahnsteige wurden um ca. 5 Zentimeter angehoben, um ein barrierefreies Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Bei der S-Bahn war dazu eine Erhöhung um rund 20 Zentimeter erforderlich. Ca. 1.800 qm Bodenbelag bzw. rund 14.750 einzelne Platten wurden neu verlegt.
  • Neben taktilen Bodenplatten (mit Rillen) sorgt nun ein zusätzlicher Signalstreifen entlang des Sicherheitsstreifens dafür, dass sich insbesondere sehbehinderte bzw. blinde Menschen gut zurechtfinden und sich sicher auf den Bahnsteigen bewegen können. Eine neue Handlaufbeschriftung an allen Treppenanlagen in Braille- und Prismenschrift weist Menschen mit Sehbehinderung den Weg
  • Selbstverständlich wurden die Bahnsteige auch vollkommen neu und zeitgemäß ausgestattet, unter anderem mit modernen Sitzgelegen-heiten mit verglastem Windschutz, Abfalleimern, Info-Vitrinen und Zugzielanzeigern
  • Das Leit- und Informationssystem entspricht dem neuen MVG-Standard. Es ermöglicht eine leichtere Orientierung als die alte Be-schilderung und erlaubt eine bessere Erfassbarkeit und Lesbarkeit der Informationen – gerade auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.
  • Am gemeinsam genutzten Bahnsteig von S- und U-Bahn wurde in der nördlichen Infokastenkonstruktion ein Defibrillator hinterlegt
  • Die beiden Rolltreppen zwischen den Bahnsteigen und dem nördlichen Sperrengeschoss wurden ebenfalls komplett erneuert.

Auch die beiden Sperrengeschossen wurden komplett neu gestaltet, um den U-Bahnhof optisch und Sicherheitstechnisch zu modernisieren und ein attraktives Umfeld für die Mieter aus Handel und Dienstleistung zu bieten. Die nördliche Außenfassade aus einer modernen Stahl-/Glaskonstruktion sorgt für Helligkeit und Transparenz, Deckenverkleidung, Beleuchtung und Lautsprecher wurden erneuert. Um eine optimale Wegführung und verbesserte Raumwirkung zu erzielen, wurden die Standorte der Verkaufsautomaten und Info-Vitrinen verändert.

Die Verkaufsfläche wurde auf rund 200 qm verdreifacht und neu aufgeteilt. Sämtliche Ladenfronten bestehen aus einer Stahl-/Glaskonstruktion und Gestaltungsvorgaben sichern eine ansprechende und einheitliche Optik. Rauchmelder und eine neue Sprinkleranlage stellen den Brandschutz sicher.

Das nördliche Sperrengeschoss wird zudem von einer umweltfreundlichen Grundwasser-Wärmepumpe beheizt, das Leit- und Informationssystem wurde analog zur U-Bahnebene modernisiert. In beiden Sperrengeschossen ist eine Notfallsäule installiert.

„Wir haben Neuperlach Süd in den vergangenen Jahren unter laufendem Betrieb umgebaut und damit auch die Nerven unserer Fahrgäste strapaziert. Dass sich die Geduldsprobe gelohnt hat, ist jetzt offensichtlich. Was wir hier verwirklicht haben, hat in einigen Punkten sogar Pilotcharakter: Die Sprühnebel-Sprinkleranlage kommt in dieser Art erstmals in der Münchner U-Bahn zum Einsatz, ebenso die Heizanlage mit Wärmepumpe. Premiere feiert außerdem eine neuartige Flächenheizung auf dem Bahnsteigdach – eine Versuchsanlage, die wir zunächst auf einer Größe von ca. 1 qm testen. Sie könnte uns künftig einen Teil des Winterdienstes abnehmen.“ sagte Günter Pedall.

Herbert König ergänzte: „Der Bahnhof Neuperlach Süd entspricht nach seiner Modernisierung nun wieder allen Anforderungen an ein modernes Verkehrsbauwerk – von der Aufenthaltsqualität über die technischen und betrieblichen Einrichtungen bis hin zum gastronomischen Angebot. Die Erweiterung der Ladenfläche kommt unseren Fahrgästen dabei doppelt zugute: Zum einen profitieren sie von zusätzlichen Verköstigungsmöglichkeiten, zum anderen leisten die höheren Mieteinnahmen aber auch einen Deckungsbeitrag für den ÖPNV. Wir werden die Modernisierung unserer Infrastruktur in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, um Bausubstanz und technische Einrichtungen instand zu setzen und ein ansprechendes Erscheinungsbild sicherzustellen. Bereits morgen eröffnen die neuen Einkaufs-Passagen im rundum sanierten Stachus-Bauwerk, ab 6. Juni erneuern wir das U-Bahn-Zwischengeschoss unter dem Bahnhofplatz und 2012 startet die Modernisierung am Marienplatz. So bleibt die Münchner U-Bahn auch in Zukunft leistungsfähig und damit eines der Aushängeschilder der bayerischen Landeshauptstadt.“

Die Fotos hat uns freundlicherweise Thomas Irlbeck zur Verfügung gestellt.

Ein Kommentar

  1. Mit das Nützlichste sind die neuen, modernen Shops (Kiosk, Imbiss…). Der alte Kiosk war kaum mehr als ein Container. Mich hat gewundert, dass man an einem so wichtigen Umsteigebahnhof bislang nicht mehr geboten hat. Millionendörfchen eben. Aber jetzt ist es ja besser.

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