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Müngstener Brücke: Sperrung auf nicht absehbare Zeit?

06.05.11 (Allgemein) Autor:admin

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) befürchtet eine weitere Sperrung der Müngstener Brücke auf nicht absehbare Zeit. In einer internen Gesprächsrunde mit der Deutschen Bahn AG konnte gestern keine Lösung für eine kurzfristige Freigabe gefunden werden.

Wie das Eisenbahnjournal Zughalt berichtete, konnte der Verkehr nach mehr als fünfmonatiger Sperre nicht wie angekündigt am 2. Mai wieder aufgenommen werden. Die erforderlichen Berechnungen werden in zwei Wochen vorliegen. Doch es ist nicht klar, ob dann der Betrieb aufgenommen werden kann oder ob eine „statische Aufrüstung“ der Müngstener Brücke erfolgen muss.

Dies würde bedeuten, das bis zur Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs noch Wochen oder Monate ins Land gehen würden. Der VRR forderte alle Beteiligten dazu auf, im Sinne der Fahrgäste für eine tragbare, verlässliche und transparente Lösung

„Die Zeit des Versteckspielens und der unklaren Zuständigkeiten muss beendet werden“ drängt VRR-Chef Martin Husmann. „Wenn die Müngstener Brücke trotz anders lautender Ankündigungen noch mehrere Wochen oder gar Monate gesperrt bleiben sollte, wäre das für die betroffenen Fahrgäste eine Zumutung. Als Aufgabenträger fordern wir Klarheit und eine offene Kommunikation, damit für die kommenden Monate eine bedarfsgerechte und erträgliche Lösung gefunden werden kann.“

Zur Zeit betreibt die DB Regio GmbH die RB 47 zwischen Solingen und Wuppertal. Ab Dezember 2013 wird Abellio den Betrieb mit neuen Fahrzeugen übernehmen. Abellio hat die erforderlichen Daten ihrer neuen Züge zur Belastungsberechnung an die DB Netz AG übermittelt um den langfristigen Betrieb auf der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands langfristig zu sichern.

10 Responses


  1. trainguide
    06.05.11 um 17:35

    Man hat also nicht nur falsche Zahlen im EBA Antrag eingesetzt, sondern, so ist zu folgern, die gesamte Statik bei der Nachrüstung auf das Eigengewicht des 628 ausgelegt. Das wäre ja wirklich eine Bankrotterklärung.


  2. F.Bachmann
    07.05.11 um 08:23

    Ist doch klar, dass es dem VRR jetzt auch mal Reicht, nur die Frage ist, was wäre günstiger bzw. besser?
    Eine Sperrung der Brücke für entgültige mehrere Monate(Jahre) und eine Grundsanierung, oder eine provisoriche Verstärkung der Brücke, damit die Züge wieder bald Fahren?
    Ich denke, es ist nun an der Zeit, die Brücke vollständig zu saniert, wenn gar abreizen und neubauen an Gleicher Stelle. Man hat einfach dieses Bauwerk zu lange vernachlässigt. Es geht ja hier um eine wichtige Bahnstrecke im bergischen Land und für die Stadt Remscheid.
    In einer regionalen zeitung gab es von einen Verkehrsbetrieb den Vorschlag eine Express-Buslinie einzurichten für die zeit, der Sperrung der Brücke.


  3. Dr. Thomas Diessel
    08.05.11 um 02:49

    Kann man nicht versuchen, kurzfristig leichtere bzw. kleinere Fahrzeuge, wie z.B. RS1 einzusetzen?


  4. Jens Schlenkhoff
    09.05.11 um 10:48

    @Thomas Diessel,

    laut Solinger Tageblatt wurde genau dies angefragt und seitens der Bahn abgelehnt worden.

    Sagt alles ;-)


  5. Oliver Digel
    09.05.11 um 11:01

    Die Idee mit dem Rs1 ist im Grunde so dumm nicht. Ich sehe nur zwei Probleme. 1) Die DB hat meines Wissens keine zur Verfügung.
    2)Schon der 628 hat auf dieser steigungsreichen Strecke auf Grund seines leichten Gewichtes bei Nässe, besonders im Frühjahr und im Herbst (Laub) arge Probleme. (rutschen,schlingern). Zu Dampflockzeiten und auch später mit V100 und Silberlingen fuhren die Züge pünktlich. Seit der 628 Einführung kommt es aus oben genannten Gründer ständig zu Verspätungen, die sich mit dem Rs1 verstärken dürften.
    Die sogenannte Restaurierung der Brücke, die angeblich stattgefunden haben soll, war nur Flickwerk.Ich habe in dieser Zeit nie mehrals vier Arbeiter gleichzeitig auf dieser Brücke gesehen. Meiner Meinung gibt es nur eine Lösung. Totalrestaurierung mit Hochdruck sofort.


  6. Dr. Thomas Diessel
    09.05.11 um 11:07

    1. Die Probleme sollten hoffentlich bis zum Herbst gelöst sein.
    2. agilis hat bis zum 12. Juni noch RS1 abgestellt.
    3. Die DB könnte RS1-Doppeltraktionen (z.B. in der Gegend von Ulm) gegen 628 tauschen.
    4. Die DB will scheinbar nicht.

  7. Die ganze Situation ist so lächerlich, das ich mich frage, woher eigentlich die Ingenieure kommen, die solche Daten in Umlauf bringen!
    Hoffentlich nicht von deutschen Universitäten!

    Bis Abellio dort fährt, ist diese Brücke wahrscheinlich schon eingestürzt.

    Peinliche DB!


  8. Oliver Digel
    09.05.11 um 11:15

    Tja, es ist ein 114 Jahre altes Bauwerk. 1960 erfolgte der letzte Anstrich. Das heißt vor 51 Jahren! Und jetzt tut die Bahn so, als hätte niemand ahnen können das Stahl auch rosten kann.
    Sicher wollen die nicht. Da hilft nur öffentlicher Druck.


  9. i.heidinger
    10.05.11 um 01:24

    Und da das Ganze eine 1A-Satire abgibt, wurde inzwischen auch schon für den Spott gesorgt:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra3189.html

    Wohlgemerkt: Vom NDR aus dem hohen Norden, nicht vom einheimischen WDR (um mal ein klein bißchen Medienschelte loszuwerden).

    Stimmt das wirklich, daß die Fahrgäste „Fleischgewicht“ heißen?

    Und: Gibt es irgendwo im Netz mal eine Beschreibung, was genau das Problem der Müngstener Brücke ist, also wo die statischen Schwächen stecken?
    Ich hab auf Anheib nichts gefunden, aber in dem Filmchen oben sieht man kurz eine typische DB-Netze-Powerpoint-Folie.


  10. Jens Schlenkhoff
    10.05.11 um 13:55

    @heidinger :

    Im Dezember 2010 wurde die Brücke wegen schadhafter Widerlager für Güterzüge gesperrt. Man habe die Brücke erst vermessen wollen. Es wurde drei Lok der BR 218 (im Video zu sehen) 50 mal über die Brücke hin und her geschickt.
    Im Anschluss hielt man es für notwendig, die Brücke zu sanieren. Die Brücke wurde nun für den Gesamtverkehr gesperrt. Dann hat man begonnen, die Gleise und Fahrbahnträger zu verstärken.

    Dies zog sich immer wieder in die Länge (Nungut, bei DEM Winter hätte ich auch nicht auf die Brücke gewollt, da muss man menschlich sein).
    Ab Mai wollte man die Brücke nun endlich wieder freigeben. Nun scheitert es an den Gewichten.

    ABER: Die defekten Widerlager sind bis heute NICHT getauscht. Also der eigentliche Grund der Sperrung wurde nie behoben und man versuchte die Brücke wieder freizubekommen. Nur….WAS haben die auf der BRücke ausgebessert, wenn nicht die bemängelten Widerlager?

    Das Thema Müngstener Brücke bleibt spannend……

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