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Müngstener Brücke: Auch Abellio-Züge sind zu schwer

11.05.11 (Allgemein) Autor:admin

Laut Aussagen der Pressestelle der DB gibt es zurzeit keine Züge, die leicht genug für die Müngstener Brücke mit der jetzigen Genehmigung wären. Hierfür darf das Fahrzeug maximal 72 Tonnen Gesamtgewicht und eine Achslast von 10 Tonnen haben.

Auch die neuen Züge der Abellio GmbH, die ab Ende 2013 die Strecke befahren werden, sind zu schwer für die Müngstener Brücke. Normalerweise wiesen die hierfür bestellten Coradia LINT 41 leer 64 Tonnen, doch durch erhöhte Sicherheitsanforderungen seitens Abellio wiegen diese dort 72 Tonnen. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt sogar 92 Tonnen. Außerdem sind die Achslasten bei den LINT mit 16 Tonnen höher als erlaubt.

Abellio-Sprecher Peter Werz sagte der Rheinischen Post, „Die Bahn hat ja noch Zeit, die Brücke zu ertüchtigen“ und sieht daher kein Risiko für die Betriebsaufnahme im Dezember 2013.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sieht keine Möglichkeit, die DB unter Druck zu setzen. Der Vertrag mit dem Großkonzern laufe noch bis Ende 2013 und durch die Busse im Schienenersatzverkehr würde eine entsprechende Ersatzleistung erbracht, heißt es aus der dortigen Pressestelle. Der Verbund habe allerdings die Zahlungen an die DB gekürzt, da diese nicht die vereinbarte Leistung erbringe. Außerdem laufen offenbar Verhandlungen über eine entsprechende Entschädigung der Kunden seitens der DB.

Wie lange noch keine Züge über die Brücke fahren können, ist noch offen. Hierfür muss zuerst ein neuer Antrag beim Eisenbahnbundesamt (EBA) eingereicht und genehmigt werden. Ob hierfür bauliche Veränderungen an der Brücke erforderlich sind, ist bisher nicht bekannt.

11 Responses

  1. Vielleicht könnte man die Strecke mit Handhebel- oder Fahrrad-Draisinen befahren lassen?! ;-)

  2. und die Linte der eurobahn?
    Die haben ja keine erhöhten Sicherheitsvorrichhtungen?


  3. Beobachter
    11.05.11 um 23:06

    @ Pendler

    Es gibt noch einige museale Exemplare. Wenn ich mich recht erinnere, sind nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 sogar noch einige Fahrzeuge im Osten der Republik frei geworden. Der „Uerdinger“ war, neben den Dampfzügen, auch immer eine Attraktion bei den alljährlichen Brückenfesten. Aber ob der normale Bahnkunde mit einem Fahrzeug aus den 1950er Jahren im Regelbetrieb zufrieden ist, ist eher unwahrscheinlich.

    Ich mag die „Uerdinger“, weil sie mich an meine Kindheit erinnern. Aber verdammt noch mal, ich will damit auf einem Eisenbahnfest fahren, und nicht tagtäglich zu Arbeit.


  4. Christian Schmidt
    12.05.11 um 13:09

    > Ich mag die “Uerdinger”, weil sie mich an meine Kindheit erinnern. Aber verdammt noch mal, ich will damit auf einem Eisenbahnfest fahren, und nicht tagtäglich zu Arbeit.

    Auch wenn die Alterntive ein Bus ist ?


  5. Beobachter
    12.05.11 um 14:10

    @ Christian Schmidt

    Ja, auch wenn es eine Alternative zum Bus ist!


  6. Ralf Merman
    24.05.11 um 16:02

    Wie wäre es mit einer Umbenennung des Bauwerkes in
    HARTMUT-MEHDORN-BRÜCKE ?

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