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Größter Rangierbahnhof Mitteldeutschlands entsteht in Halle (Saale)

11.05.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Für den geplanten größten Rangierbahnhof Mitteldeutschlands stehen die Signale auf Grün. An Geldmangel schien das bereits vor Jahren fertig konzipierte Projekt schon gescheitert zu sein, doch nun gab es eine gute Nachricht. Das Bundesverkehrsministerium teilte mit, das die 120 Millionen Euro bereit stehen und noch in diesem Jahr die Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn AG unterschrieben werden könne. Der Baubeginn wäre dann bereits im nächsten Jahr.

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Offiziell heißt diese Anlage „Zugbildungsanlage Halle-Nord“, in der täglich bis zu 2.400 Güterwagen in neuen Zügen zusammengestellt werden. Bernd Löhn, Produktionsleiter bei der DB Netz AG: „Der Logistikstandort Halle ist damit eines von zehn Schienengüterverkehrszentren Deutschlands. 150 Arbeitsplätze entstehen“.

Auf dem veralteten bisherigen Güterbahnhof werden heute täglich gerade mal 100 Waggons verschoben. Eine Vielzahl der Rangierfahrten wird derzeit in den acht anderen Rangierbahnhöfen in Sachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Wenn das Drehkreuz in Halle in Betrieb genommen wird, werden diese Güterbahnhöfe zu „Knotenbahnhöfen“ herabgestuft. Dort werden dann die Züge nur noch Vorsortiert.

Mit dem Bau des Eisenbahngüterdrehkreuzes Halle-Nord geht auch eine weitaus größer Investition einher. Die Bahnanlagen in Halle werden zu einem Eisenbahnknoten für 385 Millionen Euro ausgebaut. Die erste Baustufe dieses Projekts muss parallel zum Rangierbahnhof fertig gestellt werden. Die 100 Jahre alte Schieneninfrastruktur muss für das ICE-Zeitalter fit gemacht werden, denn Halle soll ab 2015 in das ICE-Netz Berlin – Halle – Frankfurt – München integriert sein. Während des Neubaus des Rangierbahnhofs sei aber die Fahrt der Züge durch Halle auf der Neubaustrecke gewährleistet, sagte eine Sprecherin der DB AG.

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8 Responses

  1. Es wird ja auch Zeit das sich in Halle was tut. Bin vor 2 Wochen das letzte mal durch Halle Gb gefahren. Ein Kollege meinte vorher das ich mich freuen würde da man die Weichen am HG12 gemacht hat. Und es stimmte. Man hat sie von 20km/h auf 10km/h herab gesetzt! Das ist ganz wundervoll. Jetzt fährt man sich keine 20 Minuten mehr, sondern 30 Minuten Verspätung rein…

  2. Die erste Baustufe dieses Projekts muss parallel zum Rangierbahnhof fertig gestellt werden.

    Warum muss das passieren? Oder anders gefragt: Wie hängt die Schnellfahrstrecke mit dem Rangierbahnhof zusammen?

  3. Ich glaube kaum, dass 150 „neue“ Arbeitsplätze entstehen werden, sondern dass die viel mehr hin- und hergeschoben werden. Insebsondere da die jetzt noch überigen Güterbahnhöfe herabgestuft werden…

  4. Naja 2400 waggon klingen erst mal viel.
    Interessant wären die Leistungen, die der Güterbahnhof vor 1990
    gebracht hat. Der Bahnhof samt technischer Ausrüstung wie Schraubenbremsen und Balkenbremsen ist ja erst dank der Bundesverkehrspolitik und Bahnreform so verkommen.


  5. Kiesewalter
    16.07.11 um 12:37

    Bin Anlieger auf dem Güterbahnhof im Wohnhaus Nr.22,direkt neben der Kopframpe/Gruppe6.Meine Frage,ist dieses Wohnhaus durch den Umbau Zugbildungsanlage Halle-Nord beeinträchtigt.


  6. Jürgen Eikelberg
    16.07.11 um 17:50

    @ Kiesewalter

    Sie werden sicher verstehen, das wir diese Frage als Eisenbahnjournal nicht beantworten können. Ansprechpartner ist die Deutsche Bahn AG, Pressesprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt ist Sprecher Jörg Bönisch
    Tel. +49 (0) 341 9678-481

  7. Im Prinzip bräuchten wir eine andere Eisenbahn auf Containerbasis. Neben dem Standartcontainer muss es den Bahncontainer geben, der nicht für den Wechselverkehr mit anderen Verkehrsmittel gedacht ist. Dass schließt den Kurzstreckentransport auf einem LKW nicht aus. Aber fast alles, was im Einzelwagenverkehr von Ladegleis zu Ladegleis läuft, ohne andere Verkehrsmittel, kann über neue Bahncontainer laufen, der das Lichtraumprofil der Bahn voll ausnutzt und mehr Laderaum bietet, als LKW- Container. Das würde die Bahn auch wirtschaftlicher machen. Containerumladen ersetzt dann weitgehend das Rangieren. Einzig einige Schwerlastgüter werden noch auf den Wagenladungsverkehr angewiesen sein. Ebenso wird der Wagenladungsverkehr sich bei Ganzzügen behaupten.

    Es stellt sich daher die Frage, ob er Neubau von Rangierbahnhöfen da noch zeitgemäß ist, da für den Wagenladungsverkehr, der nicht durch Container ersetzt wird, nicht mehr so große Rangieranlagen benötigt werden. Oft werden einzelne Wagen an Containerzüge angehangen werden, da es für einen gemischten Güterzug keine Nachfrage mehr geben wird und der Restverkehr des klassischen Wagenladungsverkehr von anderen Zügen mitgenommen wird.

    Nur eine moderne Containerbahn kann den LKW- Fernverkehr von der Autobahn auf die Schiene holen und im günstigen Einzelfall auch aufkommensstarke Nahtransporte übernehmen (z.B. von der Müllsammelstelle zur Recyclingfabrik oder vom Supermarkt- Zentrallager zu Verteilpunkten in den Regionen an kleineren Bahnhöfen…..). http://viertuerme.blogspot.com/search/label/G%C3%BCterbahn


  8. Manfred Gebhardt
    01.11.16 um 18:08

    Das ist Alles schön und gut gemeint. Die Verteilung der Verkehrslast im Güterverkehr ist eine politische Entscheidung. Es gab schon effiziente Güterverkehre mittels Container Schiene / Straße. Es gab nach der Wende wunderbare Ideen mit Container-Triebwagenzügen mit Flügelmöglichkeit. Ein nur zum Bahntransport geeigneter Container ist natürlich Quatsch, weil contraproduktiv! Der Sinn eines effizienten Containersystems besteht darin, dass er mit dem Schiff, der Eisenbahn und im Straßentransport befördert und wechselseitig umgeladen werden kann. Anderenfalls benötigt die Bahn nur Güterwagen und Rangierbahnhöfe.
    Ich arbeite seit 44 Jahren bei der DR/DB und weiß wo von ich rede.
    Beste Grüße M.G.

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