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Gelbe Makierungen sollen bei der S-Bahn München für mehr Pünktlichkeit sorgen

25.05.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Deutsche Bahn hat an 238 S-Bahn Triebzügen der S-Bahn München die Einstiegsbereiche mit gelben Markierungen versehen, sie sollen den Kunden zeigen, wo sich die Lichtgitter in den Einstiegsbereichen befinden. Ein gleichzeitig veröffentlichter Einsteiger-Knigge weist die Kunden daraufhin, den Bereich zügig freizugeben und so ein schnelles Schließen der Türen zu ermöglichen.

Mit finanzieller Unterstützung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) setzt die S-Bahn München Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit um. Deshalb bittet das Unternehmen seine Fahrgäste mit der Einsteiger-Knigge und den gelben Markierungen um Mithilfe. Während der letzten Monate wurden 5712 Einstiegsbereiche mit gelben Markierungen und erklärenden Aufklebern versehen.

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Die S-Bahn München besitzt mit ihrer Stammstrecke eines der am dichtesten befahrenen S-Bahn Netze Europas. In der Hauptverkehrszeit fahren die S-Bahnen im Zweiminutentakt. Die Deutsche Bahn hat unterdessen Berechnungen durchgeführt, dass eine Reduzierung der Haltezeit an allen elf Stationen der Stammstrecke um jeweils eine Sekunde zu einer Verbesserung der Pünktlichkeit von 25 Prozent führt. Die Haltezeit der S-Bahnen beträgt derzeit 30 – 36 Sekunden, von denen 18 – 24 Sekunden zum Fahrgastwechsel benötigt werden.

In dem Einsteiger-Knigge weißt die Deutsche Bahn unteranderem daraufhin, vor dem Einsteigen die anderen Fahrgäste aussteigen zu lassen. Außerdem sollten sich Gruppen auf mehrere Türen beim Einsteigen aufteilen. Fahrgäste sollten am Bahnsteig auf die Informationen der Anzeiger achten und sich entsprechend an die angegebene Halteposition begeben.

Nach der Ansage „Zurückbleiben bitte“ sollten Fahrgäste nicht mehr zusteigen und die Türen zulaufen lassen. Gewaltsames offen halten führt zu zeitraubenden Türstörungen. Fahrgäste mit Kinderwagen oder Fahrrädern sollten die Mehrzweckbereiche benutzen. Im Berufsverkehr sollte die Mitnahme von Fahrrädern vermieden werden. Die Einstiegsbereiche sollten freigehalten werden und stehende Fahrgäste sich weiter ins Wageninnere begeben.

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5 Responses

  1. Ich denke, dass der große „Aha-Effekt“ ausbleiben wird, da eigentlich alles in dem Knigge selbstverständlich sein sollte…
    Werden Türen offengehalten, obwohl sie sich schließen, steht der Zug natürlich länger. Drängelt man sich gegen Strom der aussteigenden Passagiere rein, dauert das ebenfalls unnötig länger (und führt zu Stress und zwar richtig). Im Berufsverkehr würde ich freiwillig mein Fahrrad nicht mitnehmen wollen, weil man eh nicht reinkommt.

    Einzig das Aufzeigen, wo die Lichtschranke der Tür ist, finde ich hilfreich.

  2. Der durchschnittliche Fahrgast schaltet sein Hirn aus, nicht nur bei der Bahn, auch in Bus, Tram und U-Bahn. In der U-Bahn erlebe ich es eigentlich taeglich, dass Leute nach dem Schliesssignal sich in die Lichtschranke stellen und bis zu zwei (sic!) Minuten lang weiteren Fahrgaesten die Tuer somit offenhalten, eine vermeintliche Wohltat gegen die boese boese U-Bahn, die kaltherzig puenktlich abfahren will. Die gleichen steigen dann aus und regen sich auf, die Oeffentlichen seien ja so unzuverlaessig und ueberhaupt…


  3. Beobachter
    26.05.11 um 19:20

    Bei der Taktdichte in manchen Regionen kann ich die Leute sehr gut verstehen, wenn sie anderen Fahrgästen die Türe offen halten. Bei mir fährt die S-Bahn nur alle 20 Minuten, ab 20 Uhr und am Wochenende sogar nur alle 30 Minuten.

  4. Bei den Taktdichten mag ich das ja noch irgendwo verstehen.
    Aber sowas kommt ja gerade in den Stoßzeiten vor und das ärgert dann ungemein…

  5. Am besten wäre sowieso, die Türe würde das über Sensoren zählen und wenn mans ausgewertet hat, schickt man mal paar Leute zu der Station die Aufklärung bei den Kunden betreibt.

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