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Erneuter Streikaufruf der GDL

23.05.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Seit einiger Zeit ist die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer dazu übergegangen, die Streiks nicht nur sehr kurzfristig anzukündigen, sie informiert auch nicht mehr die Presse. Offenbar interessiert es sich nicht, ob die Kundinnen und Kunden der betroffenen Eisenbahnunternehmen informiert werden und ihre Reiseplanung ändern können. Sie sollen vor vollendete Tatsachen gestellt werden. 

In ihrer Rhetorik macht sie dabei die Verkehrsunternehmen verantwortlich, denen sie eine „Verweigerungshaltung“ vorwirft. Dabei verschweigt sie den Fahrgästen, dass die Unternehmen sehr wohl bereit sind, ohne Vorbedingungen über verbesserte Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Sie, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, verlangt aber von den Eisenbahnunternehmen vor  jeder Verhandlungsrunde die uneingeschränkte Anerkennung des Bundesrahmentarifvertrages und eines „Betreiberwechseltarifvertrages“ und verlässt entrüstet den Verhandlungstisch, wenn dieses Diktat nicht akzeptiert wird. So sehen Verhandlungen ohne Vorbedingungen nicht aus.

Wie die GDL auf ihrer Internetseite mitteilt, werden die Mitarbeiter der AKN Eisenbahn AG am heutigen Montag , 23. Mai 2011 ab 11 Uhr erneut zum Streik aufgerufen. Bereits seit 2:50 Uhr sind die Lokführer bei der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt (VVSA/HEX) und seit 2 Uhr bei der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) in Berlin-Brandenburg zum Streik aufgerufen.

Da nicht alle Lokführer in der GDL organisiert sind, werden die Streiks unterschiedliche Auswirkungen haben. Die Unternehmen bitten die Fahrgäste, sich auf ihren Internetseiten oder der telefonischen Hotline zu informieren.
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21 Responses

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  2. So langsam wird es ermüdend und witzlos, was die GDL da versucht…
    Hauptsache der Weselsky wendet sich nicht wieder beleidigt vom Verhandlungstisch mit den anderen Unternehmen ab und dreht wieder frei, dass über Stunden/Tage fast der gesamte SPNV zum Erliegen kommt.

  3. ZITAT des MDR:“
    GDL-Sprecher Helmut Schaefer gibt sich kämpferisch: „Unsere Mitglieder sind wild entschlossen.“ Außerdem forderte er die Politik auf, in den Tarifkonflikt einzugreifen. „Verkehrsverträge sind dazu da, um eingehalten zu werden“, sagte Schaefer weiter.“
    ZITAT Ende.

    Die Politik nun anzugeifern das Sie die EVU an den Tisch holt ist absolut lächerlich. Ich kan mich noch an Worte wie: Tarifautonomie und Pluralität“ erinner, da wird sich wohl die Bundesregierung nun auch raushalten wollen, Sie haben ja schon versucht schlichtend einzugreifen und wurden von der GDL platt gemacht. Nee, liebe GDL, Ihr habt Euch die Suppe aufgetafelt, nun löffent das mal schön alleine aus. Und ja, der Basisfahrplan der EVU funktioniert auch noch, desweiteren schwindet die ProStreikmeinung der Bevölkerung auf Staubkorngröße zusammen. Was nun, GDL, streiken….oder doch langsam mal verhandeln wie Erwachsene MENSCHEN!


  4. echter bahner
    23.05.11 um 19:40

    So langsam ist es nur noch peinlich was die Genossen der Gewerkschaft der Lachnummern (GDL) sich so alles so alles einfallen lässt.
    Jetzt gab es einen Bettelbrief an den DGB, das man doch bitte auf ihrer seite sein soll. Naja, noch ein paar Wochen und das Thema GDL hat sich ein für alle mal erledigt.


  5. Hartmut S
    23.05.11 um 20:53

    @Echter Bahner

    Es handelt sich nicht um einen Bettelbrief. Es geht ans Eingemachte, an die Grundsäulen der Demokratie, an die Grundsäulen der sozialen Marktwirtschaft!
    Der DGB verabschiedet sich mehr und mehr von seiner Kampfkraft, von seiner Kompetenz Arbeitnehmer zu vertreten!
    Aufwachen!

  6. …die Grundsäulen der Demokratie…??

    WWENN die GDL sich genau dieser Grundsäulen bediennen würde, HÄTTEN wir bereits Verhandlungen, ein DIKTAT (!) seitens der GDL gegenüber einem Verhandlungspartner kommt eher der Regierungsform bereits vergangener deutschsprachiger Länder vor 1990 gleich! Die Demokratie erfordert MEINUNGSAUSTAUSCH, nicht die „Mit dem Kopf durch die Wand“ manier. Und Meinungsaustasch heißt ebenso auch zuhören.

    Oder ist die GDL etwa wie die 3 bekanten Affen, nicht hören,nicht sehen und nicht sprechen??


  7. Beobachter
    23.05.11 um 21:12

    @ Hartmut S

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften haben in der langen Geschichte der Bundesrepublik gelernt, dass klassenkämpferische Parolen nichts bringen. An Ende siegt doch die Vernunft. Da kann die GDL zetern wie sie will, ihre Maximalforderungen wird und darf sie nicht durchsetzen.

    Der Autor schrieb:

    ….wenn dieses Diktat nicht akzeptiert wird.

    .
    Diktat stammt aber in diesem Fall nicht von einer schulischen Disziplin zur Übung der Rechtschreibung, sondern ist abgeleitet von dem Wort „Diktatur“

    Mal darüber nachdenken.


  8. E Gerhard
    23.05.11 um 21:14

    @ Hartmut S:

    Haben Sie es nicht eine Nummer kleiner?

    Deutschland hat sich im Rahmen der sog. Euro-Rettung zu Garantie-Zahlungen in Höhe der Einnahmen eines gesamten Bundeshaushaltes (!) verpflichtet. Die Bürger werden ausgeplündert und unsere Währung ruiniert. DAS geht an die Fundamente der wirtschaftlichen, staatlichen und verfasssungsrechtlichen Ordnung. Darunter leiden Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwache. Dagegen sollte der DGB mobil machen.

    Im übrigen stelle ich nach Lektüre der überregionalen Tageszeitungen fest, daß der GDL-Streik fast gar nicht mehr erwähnt wird. Selbst bei unserer Regionalzeitung war er nur interessant, solange die DB bestreikt wurde. Auch frage ich mich, was dieser Streik jedes einzelne GDL-Mitglied kostet. Wie soll das wieder hereingeholt werden?

    Zumindest in Magdeburg habe ich unter den Fahrgästen keine GDL-Fans mehr getroffen.


  9. Hartmut S
    23.05.11 um 21:29

    @E Gerhard

    Sie holen ja noch weiter aus wie ich!
    Jo, der DGB hat eigentlich viel zu tun. Aber die tun das nicht!

    Letztendlich haben auch die Kollegen von den privaten Eisenbahnunternehmen erkannt, daß deren Strecken immerwieder neu ausgeschrieben werden und sie sich dann unter Gehaltsminderungsdruck befinden werden. Sonst würden sie sich nicht am Streik beteiligen.
    Es ist der Auftrag einer jeden Gewerkschaft die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten!
    Nun, dies macht die GDL.


  10. Steuerzahler
    23.05.11 um 21:37

    @ Hartmut S

    Was ist falsch an der Betrachtung von Stefan und Beobachter?

    Sie mögen das „Diktat“ der GDL bezüglich eines Bundes-Rahmen-Tarifvertrags noch lustig finden. Aber einem weiter denkenden Menschen (als die GDL-Mitglieder)kommt diese Assoziation.

  11. @Gerhard: Die Ankündigungsfristen sind mittlerweile so kurz, dass die (Lokal-)Presse kaum mehr hinterher kommt. ;)
    Selbst auf Twitter ist das Interesse an diesem ewigen Hassthema schnell abgeebt, seitdem es nur noch wenige EVU betrifft.
    Solche Meldungen werden halt nur dann wahrgenommen, wenn es genügend Menschen betrifft.
    Wegen zwei, drei bestreikten Zuglinien *Achtung, das ist untertrieben, soll aber das Verhältnis aufzeigen* kräht in der Medienwelt kein Hahn mehr.


  12. Jürgen Eikelberg
    23.05.11 um 21:48

    Offenbar wird die Presse auch gar nicht mehr informiert. Auf Anfragen reagiert die GDL, wenn überhaupt, nur mit Ausreden. Nicht zuständig, Pressestelle nicht besetzt, ich weis von nichts sind die üblichen Ausflüchte.


  13. Hartmut S
    23.05.11 um 21:52

    @Steuerzahler

    Eben drum, weiterdenken! Wo geht die Reise hin, oder wohin soll sie gehen? Als weiterdenkender Mensch wie Ihnen, sollte auch Ihnen bewußt sein, daß eine Einschränkung des Streikrechtes die Abkehr von der Demokratie ist. Und das Streikrecht nur den DGB-Gewerkschaften zusprechen zu wollen ist dann doch diktaturgleich!

  14. @Hartmut S

    Die Reise bei mir geht NICHT ZURÜCK IN DIE DDR!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


  15. Steuerzahler
    24.05.11 um 01:22

    Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Es geht nicht um das Streikrecht eine kleinen Gewerkschaft – das ist unbestritten. Es geht vielmehr darum, wie sie mit dem Streikrecht umgeht. Und es dürfte jedem auch noch so unbedarften GDL-Mitglied klar sein, dass die privaten Eisenbahnunternehmen nicht auf die Maximalforderungen dieser Gewerkschaft eingehen werden.

    Wenn die GDL aber vor jeder Verhandlungsrunde die vorbehaltlose Anerkennung des sogenannten BuRaLTV verlangt, kann kein weiteres Gespräch zu Stande kommen. Dem zu Folge wird es auch keine Einigung geben.

    Die GDL sollte sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern bewusst werden und ohne Vorbedingungen in die Verhandlungen eintreten. Möglicherweise wird sie dabei ihre Ziele annähernd erreichen.

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  19. echter bahner
    24.05.11 um 07:45

    Ich gebe der GDL in einem Punkt recht: Die Politik sollte sich einschalten, allerdings um diesen Spuk ein ende zu machen. Nicht das man mich falsch versteht, Gewerkschaften sind ein wichtiges mittel der Demokratie, auch ich bin Mitglied in einer. Allerdings in einer die Verhandlungen als das betrachtet was sie sind: Verhandlungen.

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