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Düsseldorfer Rheinbahn weiter auf Erfolgskurs

03.05.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Auch im Jahre 2010 konnte die Düsseldorfer Rheinbahn den erfolgreichen Kurs fortsetzen. Bei den wichtigsten Stellgrößen hat sie die die gute Entwicklung weiter fortgesetzt. Die wichtigsten (in Klammern die Vorjahreszahlen):

 

  • die Zahl der Fahrgäste stieg auf 214,9 Millionen (214,6)
  • die Abonnentenzahl nahm auf 215.100 zu (214.500)
  • das Ergebnis ändert sich von 45,3 auf 52,6 Millionen; der Anteil der Stadt Düsseldorf daran beträgt 38 Millionen Euro (31 Millionen Euro)
  • der Kostendeckungsgrad liegt bei 81 Prozent (83 Prozent)
  • die Fahrgeldeinnahmen stiegen auf 163 Millionen Euro (158,7)
  • die Zahl der aktiven Beschäftigten beträgt 2.461 (2.446)
  • die Investitionen liegen bei 90,7 Millionen Euro (79,5 Millionen Euro)

 

„Unser Schiff liegt auf Kurs und gut im Wind! Mit einer Kostendeckung von über 80 Prozent befindet sich die Rheinbahn bundesweit nach wie vor im Spitzenfeld der Nahverkehrsunternehmen.“, so Dirk Biesenbach bei der gestrigen Pressekonferenz. Bei den Investitionen sichert eine neue Rekordhöhe von fast 91 Millionen Euro die Zukunftsfähigkeit in der Region Düsseldorf, so der Vorstandssprecher weiter.

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Dabei gehen die größten Summen in die Fahrzeugbeschaffung, die Schieneninfrastruktur und die Erneuerung der Kommunikationssysteme. Wie schon in den Vorjahren führt das zu erheblichen Kapitalkosten durch Abschreibungen und Zinsen, die das Ergebnis entsprechend belasten.

„Wir haben im Fahrdienst weiter 25 Mitarbeiter eingestellt und ausgebildet, um den Kollegen die Gelegenheit zu geben, im entsprechenden Umfang Überstunden abzubauen. Und im Stadtbahnbereich sollten 8.000 im März bereits bewilligte Stunden Mehrleistung dafür sorgen, dass wir den anderen Fahrgeschwindigkeiten der U-Bahnen und dem stark zugenommenen Fahrgastströmen beim Ein- und Aussteigen besser Rechnung tragen“, sagt Vorstand und Arbeitsdirektor Klaus Klar. Er kündigte an, dass bis zum Jahreswechsel entsprechende Anpassungen für die Bereiche Straßenbahn und Bus erfolgen würden.

Er wies auch auf die Attraktivität der Rheinbahn als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb hin. Dies liegt vor allem an den hohen Chancen der Auszubildenden, nach der Lehre übernommen zu werden. Auf rund 30 Lehrstellen pro Jahr bewerben sich etwa 2.000 Jugendliche. Das sei ein tolles Zeichen für die Rheinbahn, den motivierten und qualifizierten Mitarbeiter für morgen zu bekommen, ergänzte Klar. Aber auch für die Weiterbildung der bestehenden Mitarbeiter tut die Rheinbahn etwas. Rund eine Million Euro habe die Rheinbahn im Jahre 2010 dafür investiert.

Für den gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkenen Deckungsgrad macht die Rheinbahn die Einnahmeaufteilung des Verkehrsverbundes verantwortlich. Rund 10 Millionen musste sie an den VRR von den Fahrgeldeinnahmen abführen, weil die Kunden zwar ein Ticket bei der Rheinbahn gekauft hatten, aber z.B. mit der S-Bahn der DB-Regio unterwegs waren.

Um die ältesten Busse zu ersetzen, werden in diesem Jahr 84 neue Busse angeschafft, davon 50 Gelenkbusse. Bei den Stadtbahnwagen der Serie GT8SU und den B-Wagen wird ein Re-Design erfolgen, um sie noch weitere fünf Jahre im Einsatz zu behalten. Noch in diesem Jahr wird ein Ausschreibungsverfahren eingeleitet, um das bestehende Zugsicherungssystem in den Tunneln komplett zu erneuern. Die neue Generation der Stadtbahnfahrzeuge wird dann auf dieses neue System abgestimmt.
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3 Responses


  1. Florian S.
    03.05.11 um 23:48

    Zum Vergleich in der nur wenig kleineren Nachhbarstadt Duisburg liegt die Zahl der Fahrrgäste bei etwa 60 Millionen pro Jahr, das heißt in Düsseldorf ist die Fahrgastzahl 3,5 Mal so groß.

    Wenn man das Angebot der beiden Städte miteinander vergleicht ist dies ein Musterbeispiel dafür, dass hohe Fahrgastzahlen insbesondere von dichten Taktzeiten, attraktiven Verkehrsmitteln auf der Schiene und einem guten Verkehrsangebot in der Nebenverkehrszeit abhängen.

    Wer viel Geld investiert hat auch einen hohen Kostendeckungsgrad, im Ruhrgebiet hat man die Hoffnung wohl aufgegeben.

  2. Sie wissen doch gar nicht, wie viel Potential zur Effizienzsteigerung vorhanden wäre, insbesondere im Busverkehr. Nur weil diese komische Halbbehörde Rheinbahn heute weniger Geld verbrennt als vor zehn Jahren heißt das nicht, daß es jetzt wirtschaftlich ist.

    Wieso kann Frankfurt einen Kostendeckungsgrad von 100% im Busverkehr aufweisen? Richtig, die haben alles ausgeschrieben. Aber daran scheinen die Düsseldorfer Verantwortlichen wohl kein Interesse zu haben. Die Aussicht auf einen schönen Schattenhaushalt namens Rheinbahn ist attraktiver.

    Weg mit den kommunalen Busbehörden! Hin zu Wettbewerb im Interesse der Steuerzahler und Fahrgäste!


  3. Matthes Weiss
    04.05.11 um 11:26

    Wieso kann Frankfurt einen Kostendeckungsgrad von 100% im Busverkehr aufweisen?

    Vielleicht weil traffiq für die Erbringung von Leistungungen bezahlt wird und demnach keinen „Defizitausgleich“ verbuchen muß, sondern „reguläre Einnahmen“ verbuchen kann?

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