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Auch in diesem Jahr müssen Busse den Dortmund-Sauerland-Express verstärken

29.05.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Mehrzweckbereiche der Triebzüge reichen einfach nicht ausAuch in diesem Jahr muss das Zugangebot auf der Linie RE 57 Dortmund – Bestwig – Winterberg teilweise durch zusätzliche Busse verstärkt werden, da die Kapazität der Mehrzweckbereiche in den Zügen für die vielen Radfahrer nicht ausreicht. Die Nachfrage durch Radfahrer, ist seit der Eröffnung des RuhrtalRadwegs im Jahr 2006 so gestiegen, dass der Betreiber DB Regio NRW die Drahtesel nicht alle befördern kann. Ab Dortmund sollen zu den Spitzentagen zusätzliche Direktbusse für Entlastung sorgen.

Um der hohen Nachfrage Herr zu werden, haben sich die Deutsche Bahn und der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) bereits Gedanken gemacht, wie man die Kapazität für Fahrräder auf der Linie steigern kann. Der Einsatz von Dreifachtraktionen der Baureihe VT 648 ist derzeit nicht möglich, weil das Ausweichgleis an der Kreuzungsstelle Siedlinghausen zu kurz ist. Auch zusätzliche Züge können am Wochenende nicht über die eingleisige Strecke geschickt werden.

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Um trotzdem mehr Kapazitäten bieten zu können hat die DB Regio NRW zwei Fahrzeuge der Baureihe VT 640 umgebaut. Ein großer Teil der Sitze wurde durch Klappsitze ersetzt. Diese bieten jetzt Platz für 26 Fahrräder. Die bisherigen Züge aus zwei VT 648 konnten somit weiter verstärkt werden, sodass insgesamt 60 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Aber auch diese Maßnahme reicht nicht aus um alle Fahrradtouristen zu befördern.

Der Infrastrukturbetreiber DB Netz hat bereits zugesagt, im Zusammenhang mit der Wiederinbetriebnahme des Personenverkehr auf der Strecke Brilon Wald – Brilon Stadt, eine Kreuzungsstelle in Bigge einzurichten. Neben längeren Zügen ermöglicht diese Maßnahme auch zusätzliche Verdichtungen zum regulären Takt. So könnten zusätzliche Züge zu Spitzenzeiten die Situation erheblich entschärfen.

Zusätzliche Busse fahren in diesem Jahr an Christi Himmelfahrt, am Samstag vor Pfingsten, Fronleichnam und an Samstagen während der Ferien. Die Busse fahren ab Dortmund um 8:45 Uhr, 9:45 Uhr, 10:45 Uhr, 11:45 Uhr und am 2.6 sowie am 23.06 um 12:45 Uhr. Die Busse bieten bis zu 75 Fahrradstellplätze.

Fahrgäste ab Dortmund werden gebeten die Direktbusse auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nach Winterberg zu nutzen. Auch wenn ab Dortmund in den Zügen noch Kapazitäten frei sind, sollte beachtet werden, dass unterwegs auch noch Radfahrer zusteigen für die keine Busse bereitstehen. In den Bussen gelten die regulären Fahrscheine. Reisende werden in Dortmund über Lautsprecherdurchsagen, Reisendenlenker und Hinweisschilder auf die Busse aufmerksam gemacht.

Bild: Sven Stei?nke

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8 Responses


  1. A. Buscher
    30.05.11 um 09:45

    die Idee mit den Direktbussen ist gut und richtig, hilfreich wäre aber auch der Hinweis, dass es neben dem RE57 Dortmund-Winterberg auch noch die Möglichkeit RE17 von Hagen nach Olsberg gibt, von dort geht es weiter mit der Buslinie 356 direkt nach Winterberg oder zur Not mit S30/S40 mit Umstieg in Niedersfeld. Es sollte also jeder mit seinem Fahrrad ankommen.

  2. Pingback: Auch in diesem Jahr müssen Busse den Dortmund-Sauerland-Express verstärken – Eisenbahnjournal Zughalt.de | Willkommen in Dortmund!

  3. Die Busse der Linien 356 bzw. S30/S40 verfügen allerdings offiziell nicht über Fahrradstellplätze. Der Mehrzweckbereich für Kinderwagen ist auch nicht sonderlich groß. Hier können im äußersten Fall 5 Fahrräder abgestellt werden. Deshalb empfehle ich den Fahrgästen mit Fahrrad nicht diesen Umweg zu nutzen.


  4. Michael Osinski
    30.05.11 um 13:55

    Das ist ja unglaublich… da muss extra ein Triebwagen umgebaut werden, um ein paar Fahrräder zu transportieren?
    Es gab mal Zeiten, da wurde sowas ganz einfach durch anhängen eines zusätzlichen Gepäckwagens gelöst.
    Komischer Fortschritt, wenn so einfach Dinge nicht mehr möglich sind.


  5. Radfahrer
    30.05.11 um 14:13

    Das sind nicht nur ein paar Fahrräder, dass sind bis zu 500 an Spitzentagen und früher war eben nicht alles besser. Auf 100m Fahrzeuglänge kann man in lokbespannten Zügen auch nicht mehr als 60 Fahrräder samt Fahrer aufnehmen.


  6. Jens Schlenkhoff
    30.05.11 um 17:35

    Hallo zusammen,

    Ich muss Herrn Michael Osinski da vollkommen recht geben. Da zeigt sich die Unflexiblität des Triebwagen-Wahns !

  7. Was soll an dem VT 640 so unflexibel sein? Der ist wesentlich flexibler als ein Fahradwagen. Mit dem kann man in der Hauptverkehrszeit zusätzliche Sitzplätze anbieten und er kann selbstständig rangieren. In Wirklichkeit ist der Bundesbahn-Wagenwahn total unflexibel und unwirtschaftlich. Wie Radfahrer schon sagte unter den gegebenen Bedingungen, kann selbst ein Wagenzug nicht mehr Fahrräder und Radfahrer befördern. Selbst die maximal mögliche Traktion aus 218 und 3 x Bduu, hat nicht die Fahrradkapazität wie die drei Triebwagen.


  8. Beobachter
    30.05.11 um 18:52

    Es gibt halt immer wieder Nostalgiker, für die „früher“ alles besser war. „Früher“ hat man die Güterwagen auch von Hand be- und entladen und „früher“ gab es in jedem Kuhdorf einen Güterbahnhof. „Früher“ hatten die Menschen Zeit, es ging ja nicht schneller.

    Aber dann kam das Auto und wer sich heute nicht mehr in den Zug setzen will, packt die Fahrräder auf das Auto und fährt los. Wenn nun der Fahrradtourismus in den letzten Jahren wieder zugenommen hat, ist es doch schön, dass die Bahn darauf reagiert und in Spitzenzeiten zusätzliche Busse einsetzt.

    In vielen Regionen Deutschlands gehören solche Busse mit Fahrradanhäger zum Linienverkehr, wie in der Grafschaft Bentheim. Dort ist der „Fietsenbus“ sehr beliebt, auch bei Einheimischen.

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