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Zugbegleiter der NWB aus Zug gezerrt

26.04.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Ein Zugbegleiter der Nordwestbahn (NWB) wurde auf der Fahrt von Bremen nach Ritterhude Opfer einer Attacke. Eine Jugendgruppe bespuckte den Mitarbeiter des Bahnunternehmens und hielt ihn in Ritterhude auf dem Bahnsteig fest.Bei der Kontrolle der Fahrkarten sollen zwei 20-25 Jährige dem Kontrolleur ins Gesicht gespuckt und ihn getreten haben. Anschließend sollen diese, zusammen mit etwa fünf weiteren Personen, den Zugbegleiter in Ritterhude auf dem Bahnsteig festgehalten haben, sodass der Zug ohne ihn abfuhr. Die Bundespolizei sichtet nun Aufnahmen einer Überwachungskamera und vernimmt zwei Zeugen, um die Tat aufklären zu können.

Da es sich bei dem Mitarbeiter offenbar um einen reinen Prüfdienst ohne betriebliche Aufgaben handelt, fielen dem Triebfahrzeugführer des Zuges beim Halt in Ritterhude nicht die Probleme seines Kollegen auf. Ob diese bei dem Bahnsteigblick erkennbar gewesen wären, ist nicht bekannt.

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2 Responses


  1. Hartmut S
    26.04.11 um 19:40

    Eisenbahner bei allen Unternehmen werden in der Öffentlichkeit als Freiwild dargestellt. Die Kundenbetreuer trifft es besonders hart. Angewiesen ihre Arbeit ordentlich zu machen, treten sie als einzige den problematischen Fahrgästen in Dienstkleidung entgegen. Raupenschlepper, sprich Vorgesetzte in Uniform, gibt es nicht mehr. Die verstecken sich heute als „Geschäftsleute“ hinter feinem Zwirn und werten allzugerne das Verhalten der Eisenbahner aus. Dabei geben sie sich den Fahrgästen nicht als Verantwortliche zu erkennen.
    Solche Vorkommnisse sind dann exemplarisch für die Achtung der Eisenbahner.


  2. Jürgen E.
    27.04.11 um 01:00

    Es ist leider in allen Dienstleistungsberufen so, dass das dortige Personal als „Fußabtreter“ behandelt wird. Und je niedriger das eigene intellektuelle „Niveau“ ist, desto schlimmer wird das Verhalten gegenüber den Dienstleistenden. Das kann vom Hartz IV-Empfänger, der keine Fahrkarte hat, bis zu einem Kunstliebhaber in einem Nobelviertel sein, der sich ein teures Gemälde mit 100 Kilo (davon 75 % sichere Transportverpackung) von einem Paketdienst (ein Mann!) in die Wohnung schleppen lässt.

    Da hilft auch kein „Raupenschlepper“ in Uniform. Davor haben die nämlich überhaupt keine Angst. Bei der Bahn wird vielleicht noch eine bewaffnete Bundespolizei helfen. Ich hätte nichts dagegen, wenn in jedem Zug eine Streife der Polizei anzutreffen wäre.

    Also Eisenbahner, ihr seid nicht allein. Aber helfen wird euch niemand, genau so wie in den anderen Dienstleistungsberufen.

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