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WestfalenBahn fordert GDL zu Tarifverhandlungen auf

18.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Bereits zum fünften Mal seit Anfang März wird die WestfalenBahn von den Mitgliedern der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bestreikt. Das Unternehmen gehört zu gleichen Teilen Abellio, den Mindener Kreisbahnen, MoBiel und den Verkehrsbetrieben Extertal Extertalbahn. Es betreibt für die Aufgabenträger NWL und LNVG in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Teutoburger-Wald-Netz.

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Die Verantwortlichen sind durch das Verhalten der GDL ausgesprochen irritiert. Bereits seit Januar wurde die Gewerkschaft mehrfach zu Tarifverhandlungen für ihre Mitglieder aufgefordert – stets ohne Erfolg. Man ist jedoch nicht in der Lage, über einen bundesweit gültigen Rahmentarifvertrag für alle Lokführer, auch außerhalb der GDL, zu verhandeln.

Geschäftsführer Rainer Blüm: „Wir sind Mitglied unseres Arbeitgeberverbandes. Die auch von uns unterstützte Verbandslinie ist klar: Es kann keinen Tarifvertrag mit einem Alleinvertretungsanspruch der GDL für alle Lokführer geben und kein inhaltliches Tarifdiktat der GDL bezüglich der Inhalte – verhandeln können wir über fast alles.“

Soweit die ersten Informationen aus den abgeschlossenen Tarifverträgen für den DB-Konzern sowie drei private Güterbahnen repräsentativ sind, steht man den Inhalten aufgeschlossen gegenüber. Blüm: „Es ist das Konzept jeder Verhandlung, dass jeder etwas gibt und jeder etwas nimmt, damit zum Schluss alle mit dem Ergebnis leben können – nur anfangen muss man halt mal. Wir sagen der GDL auch noch einmal ganz klar auf diesem Wege: Wir sind zu Verhandlungen bereit, ohne Vorbedingungen, jederzeit. Aber einem Tarifdiktat werden wir uns nicht unterwerfen.“

Zu den Gründen der GDL, dieses Gesprächsangebot immer wieder zu ignorieren und statt dessen die WestfalenBahn zu bestreiken, kann Rainer Blüm nur Vermutungen anstellen: „Für uns hat es den Anschein, als ging es der GDL im Kern weder um inhaltliche Forderungen noch um eine tarifliche Absicherung für ihre Mitglieder, sondern einzig und allein um den Alleinvertretungsanspruch für alle Lokführer bei den Privatbahnen.“

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7 Responses

  1. Endlich spricht es mal ein Unternehmen aus: es geht der GDL anscheinend nicht um die Interessen Ihrer Mitglieder, sondern um die Gewerkschaftsinteressen! Müssen wir uns das als Fahrgäste gefallen lassen?

  2. @Walter: Falsch. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

    „Man ist jedoch nicht in der Lage, über einen bundesweit gültigen Rahmentarifvertrag für alle Lokführer (…) zu verhandeln.“

    NATÜRLICH ist man dazu nicht in der Lage. Nicht mal die DB kann das. Aber man kann über einen RTV für die Lokführer verhandeln. Wie die DB. Wie keolis. Und wenn man nicht mal dazu in der Lage ist, soll man sich hinterher bitte schön nicht hinstellen und heulen.

  3. Dem kann ich mich anschließen.
    Man ist aber in der Lage den Rahmentarifvertrag,welcher
    beeits für 83% ALLER Lokführer gilt,auch bei der WFB
    anzuwenden.
    Es geht nicht um Alleinvertretungsanspruch der GDL
    der Rahmentarif würde wie bei Keolis/Eurobahn nur für
    Mitglieder der GDL gelten.

  4. dito: wer lesen kann …

    Da heult doch keiner! Die sind zu ergebnisoffenen Gesprächen bereit, seit Wochen!! Warum geht die GDL darauf nicht ein??? Sie schließen nur einen Alleinvertretungs-Anspruch aus, weil sie noch eine andere Gewerkschaft im Unternehmen haben!

    Ignoranz von GDL-Mitgliedern ..


  5. Jim Knopf
    18.04.11 um 20:00

    Der „Rahmentarif“ gilt für 2 Unternehmen, die DBAG und SBB Cargo, und 2 Leiharbeitsfirmen. Es sind immer noch TarifVERHANDLUNGEN und ein Unternehmen zu zwingen einen Tarifvertrag einfach zu übernehmen, sind halt keine Verhandlungen.

  6. @ SEW

    und warum wird dann gestreikt und nicht verhandelt??? weil es ja lt. GDL an den EVUs liegt da die ja nicht über ein einheitlichen RTV über alle Firmen verhandeln könnten…wie auch, Ford wird ja den VW-tarif nicht übernehmen, die haben ja ihren eigenen…

  7. Fordern kann man viel, nur wenn man es mit Hardlinern zu tun hat, ist es fraglich ob die diese Forderung überhaupt Ernst nehmen … ?!?

    M.f.G. gez. OGNI

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