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Verbindung Gronau – Enschede feiert zehnjähriges Jubiläum

14.04.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Seit 10 Jahren fahren wieder durchgehende Züge von Dortmund und Münster nach EnschedeIn diesem Jahr feiert die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs zwischen dem westfälischen Gronau und dem niederländischen Enschede ihr zehnjähriges Bestehen. Am 18. November 2001 fuhr nach 20 Jahren Betriebsruhe wieder der erste Personenzug zwischen beiden Städten. Vor zehn Jahren mussten Reisende noch auf eine Busverbindung zwischen beiden Städten umsteigen. Heute ergänzen sich dort zwei Linien aus Dortmund und Münster zu einem Halbstundentakt.

Um den Fahrgästen die langen Warte- und Reisezeiten für die grenzüberschreitende Buslinie zu ersparen, war eine intensive Zusammenarbeit der zuständigen Aufgabenträger Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM), Gemeinde Enschede und Provinicie Overijssel, sowie dem zuständigen Netzbetreiber DB Netz AG notwendig.

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Danach folgten umfangreiche Modernisierungsarbeiten an der Strecke, der Signal- und Sicherungstechnik, sowie Bahnübergängen und Brücken. An der Strecke entstanden auf niederländischer Seite die neuen Stationen Glanerbrug und De Eschmarke. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 13,6 Millionen Euro, die Zusammen aus europäischen Fonds, den Niederlande, dem Land NRW, dem Bund und der DB Netz aufgebracht wurden.

Gleich zur Eröffnung wurde das heute immer noch bestehende Fahrplankonzept mit Direktverbindungen von Enschede über Gronau nach Münster und Dortmund aufgenommen. Die Fahrgastzahlen im Abschnitt Gronau – Enschede sind laut dem Entwurf des NWL-Nahverkehrsplans mittlerweile auf 2.300 pro Werktag angestiegen. Neben modernen Fahrzeugen und den zwei neuen Haltepunkten, wird auch der konsequente Halbstundentakt als einer der Erfolgsfaktoren gewertet.

Während zum Betriebsstart beide Linien noch von der DB Regio NRW betrieben wurden, konnte sich die Prignitzer Eisenbahn im Rahmen einer Ausschreibung den Betrieb auf der Linie zwischen Dortmund und Enschede ab Dezember 2004 sichern. Der Verkehrsvertrag der zum Dezember 2011 ausläuft brachte den Fahrgästen neue Fahrzeuge und eine verbesserte Qualität. Für den Zeitraum ab Dezember 2011 konnte sich ein Tochterunternehmen der DB Regio NRW, den Betrieb auf beiden Linien im Rahmen der Ausschreibung des Dieselnetzes Westliches Münsterland für 15 Jahre sichern.

Der ZVM nimmt die Erfolgsgeschichte der Strecke zwischen Gronau und Enschede, durch die Wiederaufnahme des Personenverkehrs vor zehn Jahren zum Anlass, für größere Festivitäten im Laufe des Jahres.

Bild: Sven Stei?nke

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3 Responses


  1. Florian S.
    14.04.11 um 23:16

    Eine Erfolsgeschichte.

    Schade, dass sie zwsichen Kleve und Nijegen, Dahlheim und Roermond oder Borken und Winterswijk nicht abgeschrieben wurde.

    Insbesondere die erste Strecke hätte großes Potential.

  2. Auch betriebene Strecken haben keinen Nahverkehr über die Grenze! In Bad Bentheim und Emmerich ist noch immer Endstation für die innerdeutschen Nahverkehrszüge. Und auch im Binnenland gibt es manche stillgelegte Strecke , auf der sich der Erfolg wiederholen könnte, wie auf der Balkanstrecke Remscheid- Wermelskirchen- Burscheid- Leverkusen Opladen- Köln mit Zug- und Busanschluss nach Solingen, Wuppertal, Radevormwald und Hückeswagen.

    Bad Wildbad mit 10.000 Einwohnern bekommt eine Straßenbahn, mehrere Großstädte in NRW bekommen einen Radweg auf der ehemaligen Balkanstrecke:
    http://viertuerme.blogspot.com/2011/04/warum-keine-stadtbahn-remscheid.html


  3. Florian S.
    16.04.11 um 10:56

    Manche Großsstadt in NRW, wie Moers hat nur eine stüdnliche (teilweise halbstündliche) Regionalbahnanbindung, keine Straßenbahn und einen Busverkehr im 60/30-Minuten-Takt.

    Von Fernverkehrsanschluss ganz zu schweigen.

    In NRW sind leider viele Orte sehr abgekappt, ich hoffe, dass sich das mit dem RRX und den Anschluss möglichst aller Orte an diesen ändern könnte.

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