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Güterzug aus China erreicht Duisburg nach 16 Tagen

07.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Nach knapp 16 Tagen Fahrzeit ist am letzten Dienstag (5. April) in Duisburg ein Containerzug aus dem chinesischen Chongqing eingetroffen. DB Schenker Rail hat über die so genannte Südroute nur etwa die Hälfte der Zeit benötigt, die die Container auf dem Wasserweg unterwegs gewesen wären. Die Fracht wurde im Auftrag eines internationalen Unternehmens befördert, das in Chongqing Produktionsstätten besitzt.

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Die Route führte südlich der Mongolei über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen nach Deutschland. Frühere Testzüge wurden mehrfach über die nördlich der Mongolei verlaufende komplette Transsibirische Eisenbahn geführt, die 2.000 Kilometer länger ist, jedoch weniger Zollformalitäten erfordert.

Chongqing am Yangtsekiang hat etwa dreißig Millionen Einwohner und ist eine der größten und am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. Sie befindet sich im chinesischen Hinterland und gehört zur Proving Sichuan. Zahlreiche internationale Konzerne unterhalten dort Produktionsstätten und exportieren ihre Waren nach Europa – bislang hauptsächlich per Luftfracht oder auf dem Seeweg.

Allein die Überführung der Container zu einem chinesischen Seehafen dauert ungefähr drei Tage. In diesem Zeitraum hat der Güterzug über die eurasische Landbrücke jedoch bereits die Hälfte seines Laufweges hinter sich. Nach Planungen der Deutschen Bahn könnten erste Regelverkehre bei ausreichender Nachfrage zwischen Deutschland in China bereits 2011 aufgenommen werden.

DB-Logistikvorstand Karl-Friedrich Rausch: „Vor allem die Fahrzeit aus dem chinesischen Landesinnern, die Ankunft mitten in Deutschland und die Möglichkeit, die Container von hier aus auch rasch und sicher zu ihren Bestimmungsorten weiterzuverteilen, sprechen für die Attraktivität unseres Angebotes. Wir hoffen, unsere Kunden mit der jetzt absolvierten Fahrt erneut davon überzeugt zu haben.“

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2 Responses

  1. Was mich interessieren würde, ist der Rohstoffverbrauch pro transportierem Kilogramm. Wenn es sich dann auch rechnet, ist es durchaus sinnvoll das Projekt weiterzuführen. Ansonsten sehe ich eher einen Markt für „spezielle“ Fracht wie Industriemaschinen oder sonst was. Alles andere ist entweder nicht so wichtig, dass es schnell und in rauhen Mengen transportiert werden muss (jedenfalls fällt mir nichts ein) oder aber wird in kleinen Mengen per Luftfracht transportiert.


  2. Christian Schmidt
    07.04.11 um 14:09

    „Allein die Überführung der Container zu einem chinesischen Seehafen dauert ungefähr drei Tage. In diesem Zeitraum hat der Güterzug über die eurasische Landbrücke jedoch bereits die Hälfte seines Laufweges hinter sich.“

    Und fuer die andere Haelfte brauchte er dann 13 Tage?

    „Die Route führte südlich der Mongolei über Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen nach Deutschland. Frühere Testzüge wurden mehrfach über die nördlich der Mongolei verlaufende komplette Transsibirische Eisenbahn geführt, die 2.000 Kilometer länger ist, jedoch weniger Zollformalitäten erfordert.“

    Eh? In jeden Fall durchquert er dieselbe Anzahl von Laendern. Oder macht die Mongolei einfach erheblich besser als Kasachstan?

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