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GDL will verhandeln

30.04.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer wird mit einem Teil der Privaten Eisenbahngesellschaften über einen inhaltsgleichen Rahmentarifvertrag und deren Verknüpfung mit einem Haustarifvertrag verhandeln. Damit ist  für diese Unternehmen die Streikgefahr vorerst gebannt. Am gestrigen Freitag sind für alle Unternehmen der Hessischen Landesbahn sowie einen Teil der Unternehmen von Netinera (vormals Arriva Deutschland) und Benex entsprechende Verhandlungsangebote bei der GDL eingegangen.

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Wir begrüßen ausdrücklich, dass diese Privatbahnen den ersten Schritt der GDL im Interesse ihrer Fahrgäste und ihrer Mitarbeiter genutzt haben, um aus dem verhärteten Tarifkonflikt in den Verhandlungsmodus einzutreten“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Mit Keolis hat die GDL schon am 11. April 2011 konstruktive Verhandlungen geführt.

Nach insgesamt 179 Stunden Arbeitskampf hatte die Gewerkschaft eine Streikpause eingelegt. Sie hatte den privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen ein modifiziertes Forderungspaket vorgelegt und Entgegenkommen bei den Haustarifverträgen signalisiert. Diese Vertragsentwürfe werden die Grundlage für die Tarifverhandlungen bieten. Darin sind für den Wettbewerb maßgebliche Element enthalten: das Entgelt, vier Zulagen, Weihnachtsgeld und die Wochenarbeitszeit. Ebenso der Übergang von einem Unternehmen zu einem anderen, wenn ein Betreiberwechsel durch Neuvergabe der Verkehrsleistung stattfindet.

Die Tarifverhandlungen bieten nunmehr die Chance, den Wettbewerb über die Lohnkosten auf dem Rücken der Lokomotivführer zu beenden. Dabei werden wir bei der Verknüpfung der jeweiligen Haustarifverträge für jedes einzelne Unternehmen entsprechend kompromissbereit sein und die wirtschaftlichen Machbarkeiten ausloten“, so Weselsky. In Kürze wird die GDL Tarifverhandlung mit der cantus Verkehrsgesellschaft, der HLB Basis AG, der HLB Hessenbahn GmbH, der metromom Eisenbahngesellschaft mbH, der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft mbH (ODEG), der vectus Verkehrsgesellschaft mbH, der Vogtlandbahn GmbH und der WestfalenBahn GmbH aufnehmen und werden nicht bestreikt.

Veolia Verkehr und Abellio haben bislang, so die GDL, keine Bereitschaft zu Verhandlungen erkennen lassen. Wie die Gewerkschaft betont, werden die Mitglieder in diesen Unternehmen zu massiven Streiks aufgerufen. Allerdings fanden diese sowohl bei Abellio Rail als auch bei den Veolia-Unternehmen Nordwestbahn und der Düsseldorfer Regiobahn nur eine sehr geringe Resonanz.

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Ein Kommentar


  1. Beobachter
    30.04.11 um 22:11

    Sie hatte den privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen ein modifiziertes Forderungspaket vorgelegt und Entgegenkommen bei den Haustarifverträgen signalisiert.

    Das sind doch mal ganz andere Töne. Aber vielleicht hätte er ja zu Montagsdemos statt zu Streiks aufrufen sollen. Dann wäre die „Mauer“ der Arbeitgeber sehr schnell gefallen. Oder auch nicht?

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