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Wichtiger Meilenstein für den ICE nach London

23.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Ein jetzt veröffentlichter Bericht der European Railway Agency (ERA) bestätigt im großen und ganzen die geplanten Änderungen der Sicherheitsvorschriften im Eurotunnel für den ICE 3. Die Vorschläge wurden im März 2010 von der Intergovernmental Commission (IGC) getätigt und sind jetzt als unbedenklich gutgeheißen worden. Für die Deutsche Bahn ist das ein wichtiger Meilenstein für den geplanten ICE nach London.

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Die neuen Regelungen sehen insbesondere den Einsatz von Triebzügen vor, die über mehrere angetriebene Zugteile verfügen und nicht nur über Triebköpfe an den Zugenden. Außerdem werden ausdrücklich keine Einwände gegen den Einsatz kürzerer und gekoppelter Züge (Mehrfachtraktion) erhoben. Eine entsprechende Überarbeitung der Sicherheitsregeln durch die IGC kann daher nun kurzfristig erfolgen.

DB-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg: „Damit ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur technischen Zulassung unserer Züge für die Kanaltunnel-Verkehre erreicht. Wir fühlen uns in der gemeinsamen Anstrengung mit der IGC bestätigt, die uneingeschränkte Betriebssicherheit der ICE-Züge nachzuweisen und neue Hochgeschwindigkeitsangebote nach London im Rahmen des liberalisierten europäischen Schienenverkehrs zu realisieren.“

Bis es jedoch soweit sein wird, sind noch zahlreiche weitere Schritte erforderlich. Dazu zählen unter anderem Nachweise der sicherheitskonformen Eigenschaften von 200 Meter langen Zügen in Einzel- und Doppeltraktion. Ein entsprechender Evakuierungstests mit zwei zusammengekoppelten Triebzügen wurde im Oktober 2010 bereits erfolgreich absolviert.

Darüber hinaus erstellt derzeit ein unabhängiges schweizerisches Ingenieurbüro eine Sicherheitsstudie, die in Kürze an die IGC übergeben werden wird. Das Büro hat bereits die Sicherheit im längsten Eisenbahntunnel der Welt, dem 57 Kilometer langen Gotthardtunnel in der Schweiz, bewertet.

Homburg: „ Aufgrund des positiven ERA-Berichts und der weiteren umfangreichen Vorarbeiten sind wir optimistisch, noch im Sommer 2011 eine grundsätzliche Freigabe für unsere ICE-Züge durch die IGC zu erhalten. Damit rückt unser Plan, London ab 2013 mit zahlreichen neuen Städten auf dem europäischen Festland direkt per ICE zu verbinden, in greifbare Nähe.“

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