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VRR goes iPhone

23.03.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Der VRR hat seine eigene iPhone AppWährend im Jahre 2009 „nur“ rund drei Millionen Smartphones verkauft wurden, waren es 2010 bereits über zehn Millionen dieser Wundergeräte und viele Menschen nutzen sie als einzigen Internetzugang. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, stellte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gestern in Rahmen einer Pressekonferenz seine kostenlose Applikation für das iPhone vor.

Damit hat jeder Reisende seinen stets aktuellen persönlichen Fahrplan in der Tasche. Ausgehend von der aktuellen per GPS ermittelten Position werden die nächsten Haltestellen mit den aktuellen Abfahrtzeiten angezeigt und der Weg dorthin auf einer Karte dargestellt. Selbstverständlich kann man sich auch von diesem Ort zu jedem beliebigen Ort mit dem ÖPNV in ganz NRW navigieren lassen. Eingebunden ist auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn.

Dabei ist die Zieleingabe so einfach wie möglich gestaltet. Mit der Eingabe des ersten Buchstabens, z.B. „d“, erscheint sofort „Düsseldorf“ als Auswahl. Will man zum Hauptbahnhof, tippt man nach einem Leerzeichen einfach „hbf“ dahinter und kann per Klick den Eintrag übernehmen. Selbstverständlich gilt das auch für jede andere Haltestelle, für interessante Punkte (wie z.B. Museen, Rathäuser, wichtige Einrichtungen usw.) und Straßennamen.

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Wer aber gar nicht nach Düsseldorf, sondern nach Duisburg oder Dortmund will, tippt dann „du“ oder „do“ (also das KFZ-Kennzeichen) und bei kreisangehörigen Städten, wie z.B. Erkrath (Kreis Mettmann), ein paar Buchstaben mehr ein, bis man die richtige Auswahl angezeigt bekommt. Wer beispielsweise zum Rathaus in Essen will, muss lediglich „e rat“ eingeben und erhält die passende Auswahl.

Natürlich kann man auf diese Weise auch den Startpunkt bestimmen. Die gefundenen Verbindungen kann man unter den Favoriten speichern. Man kann sie umbenennen, z.B. in „Weg zur Arbeit“ und bei Bedarf jederzeit abrufen, natürlich mit aktuellen Daten. Für fast die Hälfte der Verbindungen stehen Echtzeitinformationen zur Verfügung.

Somit hat man auch unterwegs die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, ob man den Anschluss noch bekommt. Die App zeigt auch den Fahrpreis für ein Einzelticket an, besonders interessant für Gelegenheitsfahrer. Leider besteht derzeit noch keine Möglichkeit, über die App ein Handyticket zu erwerben, es wird aber im Laufe des Jahres ein Update geben, wo diese Möglichkeit angeboten wird.

Was natürlich nicht fehlen darf – und auch nicht fehlt – sind persönliche Einstellmöglichkeiten. So kann man verschiedene Verkehrsmittel (z.B. den Fernverkehr) ausschließen, man kann die maximale Länge der Fußwege beschränken oder erweitern, die Gehgeschwindigkeit bestimmen usw. Die App ist kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad und erfordert iOS 3.0 oder höher.

Die App wird Ende April 2011 auch für das Betriebssystem Android verfügbar sein. Wir werden am Ball bleiben.

Unter diesem Link können Sie sich Apple-User die App herunter laden.

Bild: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

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7 Responses

  1. Wozu iPhone, wenn absehbar ist, dass Android mehr Marktanteil haben wird?


  2. Oyster-Card
    23.03.11 um 18:08

    Wozu ne App, wenn man die Infos auch auf einer Mobilseite für alle Smartphones zur Verfügung stellen könnte?


  3. Jürgen Eikelberg
    23.03.11 um 21:44

    @ JeDi
    Sicher ist abzusehen, dass Android mehr Marktanteile erreichen wird, als Apple mit dem iPhone. Aber es ist eine nicht zu unterschätzende Größe. Dass die App in Kürze auch für Android zur Verfügung stehen wird, haben wir ja berichtet. Ob sie auch für andere Betriebssysteme – Windows 7 mobile, Blackberry, Symbian – zur Verfügung gestellt wird, hängt von der Marktlage ab, so der VRR bei der Pressekonferenz.

    Auch der MVV (München), der VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar)und der „Drei Löwen Takt“ (Baden-Württemberg) haben eine solche App zunächst für das iPhone und später für Android zur Verfügung gestellt, die weitgehend funktionsgleich sind.

    Solltest Du Android-User sein, schau einfach mal in den Market.

    @ Oyster-Card
    Mobilseiten für Smartphones sind aus dem Mittelalter des mobilen Internets. Schon seit vielen Jahren gibt es Smartphones, nur waren sie nicht unter diesem Namen bekannt. Sie nannten sich MDA (T-Mobile) oder VPA (Vodafone) und hatten bei den anderen Mobilfunkbetreibern adäquate Bezeichnungen. Und es gab (und gibt sie noch), die mobilen Auskunftssysteme der Verkehrsdienstleister. Z.B. http://mobile.bahn.de/bin/mobil/detect.exe Ich habe mich viele Jahre damit herumgequält, denn es fehlte ein wesentlicher Faktor. Es gab keine GPS-Ortung und man musste immer die richtige Haltestelle kennen und mühsam eintippen. Die „von Tür zu Tür“ Berechnung ist erst in den letzten zwei oder drei Jahren hinzu gekommen.

    Die Apps erleichtern den Nutzern den Gebrauch enorm und steigern damit möglicherweise auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

    Und nicht dass Du glaubst, ich sei ein junger Hüpfer der Generation iPhone, ich könnte deren Großvater sein.


  4. Oyster-Card
    23.03.11 um 22:28

    @Jürgen Eikelberg
    Da die Browser auf den heutigen Smartphones deutlich besser geworden sind, wäre es ohne Probleme möglich, ansprechende Mobilseiten zu schreiben. So ist es heute ohne Probleme möglich, GPS-Informationen auch in einer Homepage abzufragen (Der AachenerVV macht das unter m.avv.de). Gute Seiten, die sich vom Bedienkomfort kaum von einer App unterscheiden, gibt es auch (Facebook unter x.facebook.de). Die Mobilseite vom VRR ist dagegen jedoch wirklich aus dem Mittelalter.

    Apps müssen nicht nur für jedes Mobilbetriebsystem einzeln angepasst, sondern auch noch bei Updates der einzelnen Systeme wieder verändert werden, sodass man bei einem festgelegten Budget entweder eine sehr gute & innovative Mobilseite aufbauen könnte (ansprechendes Design, GPS-Ortung, Echtzeitanzeige für jede (Bus-)Haltestelle, gute Kartenansichten, Speicherung der Lieblingsverbindungen nach Registrierung, E-Mail / SMS / Facebook-Benachrichtigung bei Verspätungen / Sperrungen, Synchronisierung mit der normalen Homepage, sodass man auch da direkt die Lieblingsverbindungen sieht) oder aber 3-4 nicht so gute Apps programmieren lässt (die iPhone-Apps sind meist die besten, Android geht auch noch, Windows 7, WebOS usw. lassen oft zu wünschen übrig). Die Mobilseite könnte man mit jedem Smartphone erreichen, bei den Apps schließt man immer Kunden aus. Wenn man mal schätzt, dass in Deutschland zur Zeit 4 Millionen iPhones genutzt werden (2010 wurden 2 Millionen verkauft, ein Handy wird 2 Jahre benutzt), schließt man zur Zeit 19 von 20 Kunden aus.

    Der Grund, warum man sich für eine App entschieden hat, liegt wohl einfach darin, dass Apps im Moment voll im Trend sind. Gewinner ist dabei leider nur zum Teil der Kunde, vor allen Dingen aber die Betriebsystemhersteller und App-Entwickler, die sich zur Zeit eine goldene Nase verdienen.


  5. Jürgen Eikelberg
    24.03.11 um 10:57

    @ Oyster-Card

    Ich habe mir die Seite des AVV unter m.avv.de einmal angesehen. Sie ist zwar ansprechender gestaltet als die des VRR. Sie ist aber trotz allem nicht so leicht und intuitiv zu bedienen, wie eine App, vor allem wenn man bestimmte Kriterien auswählen will. Ein großes Manko liegt vor allem darin, dass man die Verbindungen nicht speichern kann. Ein Abfahrtsplan für die Haltestellen fehlt ebenso. Den bietet allerdings die mobile Version des VRR (pda.vrr.de).

    Die von mir oben genannten App´s der Verkehrsverbünde stammen übrigens alle vom gleichen Entwickler, da dürften sich die Kosten in Grenzen halten. Und ja, App´s liegen im Trend und wenn man dem Trend nicht folgt, hat man verloren.

    Und dann gibt es auch noch ebenfalls kostenlose Alternativen, wie z.B. Öffi von Andreas Schildbach, dass nicht nur einzelne Regionen, sondern auch mehrere Länder unterstützt.

  6. Schade, dass alle auf jeweils Angebote der Gesellschaften warten. Dabei gibt es zumindest bei Android mit Öffi eine App, die fast schon überall funktioniert und nicht auf VRR, EVAG, VRS (letztere hat seit kurzem auch eine Android-App) angewiesen ist.
    Will man je nach dem wo man ist eine andere App verwenden?


  7. Jürgen Eikelberg
    01.04.11 um 10:40

    @ Kai W.

    Es ist auch eine Art der Kundenbindung an den heimischen Verkehrsverbund. Natürlich kann man auch Öffi oder den DB Navigator nehmen.

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