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Turin: Verlängerung der fahrerlosen Metro ist in Betrieb gegangen

08.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

In der norditalienischen Metropole Turin ist das dritte Teilstück der vollautomatischen Metro dieser Tage in Betrieb gegangen. Betrieben von der Gruppo Torinese Trasporti (GTT) kommen Fahrzeuge und Automatisierungstechnik aus deutscher Produktion von Siemens. Im Rahmen der Erweiterung haben die Italiener eine Option auf sechs weitere Triebzüge vom Typ Val 208 eingelöst.

Das neue Teilstück der vollautomatischen Metrolinie 1 in Turin verläuft in südlicher Richtung parallel zum Fluss Po und verlängert die bestehende Strecke um 3,6 Kilometer und um sechs Stationen. Damit sind insgesamt 29 automatische Siemens-Züge im Einsatz und bedienen jetzt 21 Stationen auf einer Länge von 13,2 Kilometern. Die gesamte Strecke führt nun von der Gemeinde Collegno im Westen des Ballungsgebietes über die Eisenbahnstation Porta Nuova bis in den Turiner Stadtteil Lingotto.

Der Val 208 wurde erstmals als Vierwagenzug mit einer Gesamtlänge von 52 Metern konzipiert. Die Fahrzeuge bieten Platz für bis zu 440 Personen – der Einsatz kann je nach Fahrgastaufkommen flexibel angepasst werden. Zur Hauptlastzeit fährt die fahrerlose Metro alle zwei Minuten. Die täglich 90.000 Fahrgastfahrten sollen sich durch die Verlängerung auf 140.000 erhöhen.

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Die Verträge mit Siemens für die vollautomatischen Metrolinie in Turin wurden in den Jahren 2000 und 2008 unterzeichnet und von der Unternehmensgruppe Transfima GEIE ausgeführt, bei der Siemens SAS (Frankreich) mit dem italienischen Partner Tecnimont beteiligt ist. Das erste Teilstück der Linie 1 wurde im Februar 2006 rechtzeitig vor den Olympischen Winterspielen mit 7,6 Kilometern Länge und 11 Stationen eröffnet.

Das zweite Teilstück mit einer Strecke von zwei Kilometern und vier Stationen folgte im Oktober 2007. Über die dritte Erweiterung hinaus plant der Betreiber GTT für die Zukunft weitere Streckenverlängerungen an den derzeitigen Endpunkten. Für die gesamte Metrolinie lieferte Siemens Mobility die Leit- und Sicherungstechnik, die Metro-Züge sowie das im Depot Collegno angesiedelte Kontrollzentrum.

Seit Anfang 2006 ist Siemens gemeinsam mit Konsortialpartner Tecnimont auch für Wartung und Instandhaltung des Automatisierungssystems und der Betriebsleitzentrale verantwortlich. Der für sieben Jahre geschlossene Vertrag sieht vor, dass die Wartungs-Kompetenz Schritt für Schritt an die Betreibergruppe GTT übertragen wird.

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