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Streik auch im Personenverkehr

09.03.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Wie die GDL in einer Pressemitteilung ankündigt, werden die Streiks am Mittwoch ab 4:00 Uhr auch auf den Personenverkehr ausgedehnt. Sie sollen dann gleichzeitig mit den Streiks im Güterverkehr um 10:00 Uhr enden.

Begründet wird dies damit, dass die Arbeitgeber nach der Urabstimmung mit dem klaren Votum zu unbefristeten Streiks  noch kein neues Angebot vorgelegt hätten.

„Seit Bekanntgabe des Ergebnisses der Urabstimmung hat sich auf Arbeitgeberseite nichts bewegt. Da zwingt uns zu erweiterten Arbeitskampfmaßnahmen, an denen diesmal auch die Kollegen der S-Bahn Berlin teilnehmen“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Die Mitglieder hätten mit ihrem Ja zu Streik ein klares Votum zur Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen für einen Flächentarifvertrag erteilt. Man nehme diesen Auftrag an um den Arbeitgebern ein deutliches Signal zu setzen, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

 

20 Responses


  1. Christoph
    09.03.11 um 17:07

    Ausgerechnet von 4 bis 10 Uhr – damit trifft es wieder mal in erster Linie die Pendler, woraus der Bahn keinerlei Verlust entsteht, zumal die meisten dieser Fahrgäste ohnehin ein im Voraus bezahltes Monats- oder Jahresabo besitzen.

    Die Ankündigung von Weselsky, die Fahrgäste weniger zu belasten, ist vor diesem Hintergrund nichts weiter als heiße Luft.

  2. Was ist das für eine Zeit 20 bis 10Uhr bzw. 4 bis 10Uhr???

    Heute um Mitternacht bis Sonntag 24Uhr….dann sollte auch der Arbeitgeberseite klar sein was los ist.


  3. trainguide
    09.03.11 um 17:19

    Angeblich sollte ja 12 Stunden vorher der Streik angekündigt werden. Das mag zutreffen, aber so etwas ist wirklich nicht planbar, wenn man erst um 16.00 Uhr ankündigt, dass dann ab 4:00 Uhr morgens am Folgetag gestreikt wird.

    Sorry, GDL, so geht´s nicht. Was ist mit den Werktätigen, die im Schichtdienst arbeiten und morgens um 5 Uhr den Zug nehmen sollen und keine Rücksprache mit dem Chef halten können, weil sie schon heute gegen 16 Uhr zu Hause sind ???

    Und was ist mit allen anderen ? Freiberuflern? Urlaubern ?

  4. Streikt das sich die Balken biegen. ;-)

    Ich wäre ja schon im Dauerstreik, bis ein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt.

    Sollen doch die Bahnen mit ihren Notfahrplänen endlich anfangen, dann hätten die Kunden wenigstens die Sicherheit doch irgendwie zur Arbeit zu kommen. Aber das ist die Sache der Arbeitgeber in wie weit sie ihren Kunden helfen.


  5. Armin Gärtner
    09.03.11 um 18:03

    In der Tat werden von dieser Streiktatik die Pendler und die Bahnreisenden betroffen, die keine Alternativen haben. Das widerspricht durchaus der Ankündigung von Herrn Weselsky, die Fahrgäste weniger zu belasten.
    Würde die GDL konsequent den Güterverkehr bestreiken, würde die Industrie sehr schnell massiv Druck auf alle Beteiligte ausüben, am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden.
    Leider haben Pendler/Bahnreisende für diese Taktik der GDL kein Verständnis, weil sie keine Lobby haben, die Druck ausübt, um die Situation baldmöglichst zu klären und zu beenden!


  6. Christoph
    09.03.11 um 18:13

    @ Joschi2x:

    „Aber das ist die Sache der Arbeitgeber in wie weit sie ihren Kunden helfen.“

    Meines Erachtens nach ist es auch Sache der Lokführer, dass sie die Kunden, die für eine Leistung (meist im Voraus) teuer bezahlt haben, pünktlich ans Ziel bringen.

    Sich so einfach aus der Affäre zu ziehen, ist schon etwas arg simpel gedacht. Es geht nicht, dass sich Bahn und GDL ständig gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Da ist keine Seite besser als die andere…

  7. @Marc

    Was ist das für eine Zeit 20 bis 10Uhr bzw. 4 bis 10Uhr???

    Erst überlegen und dann schreiben !!!
    Von 20 Uhr an wird der Güterverkehr bestreikt….logisch , da ja Güterzüge überwiegend Nachts Unterwegs sind .
    Ab 4 Uhr ist dann der Personenverkehr an der Reihe .
    Frage beantwortet ???


  8. Clemens Kistinger
    09.03.11 um 18:32

    Ich glaube, Marc meinte die Frage eher rhetorisch und damit nicht ernst…

  9. Das glaube ich eher nicht !!!
    Das war wohl ernst gemeint , aus Unwissenheit .

  10. Voller Ernst! Ist doch kein Streik. Ich würde übers Wochenende alles stehen lassen. Besser noch länger. Denn dann käme ein Notfahrplan und die Reisenden haben etwas wonach sie sich richten können. Ich würde ab 20 Uhr auch irgendwo in der Gegend herum stehen. Nur als ich meinen Urlaub geplant habe konnte ich ja nicht wissen was jetzt ab geht.

    Gruß an alle Kollegen und zieht das Ding durch!!!

    Und nur um vorzubeugen. Ich verdiene mehr als einer bei der DB! Aber es gibt auch Leute die verdienen sehr viel weniger. Sowas nennt man Solidarität…


  11. Beobachter
    09.03.11 um 19:02

    @ Christoph

    Ausgerechnet von 4 bis 10 Uhr – damit trifft es wieder mal in erster Linie die Pendler, woraus der Bahn keinerlei Verlust entsteht, zumal die meisten dieser Fahrgäste ohnehin ein im Voraus bezahltes Monats- oder Jahresabo besitzen.

    Doch, die Bahn hat auch Verluste, weil die Verkehrsverbünde nicht zahlen.
    @ Joschi2x

    Streikt das sich die Balken biegen.

    Ich wäre ja schon im Dauerstreik, bis ein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt.

    Ja, warum macht es die GDL denn dann nicht? Die Taktik ist doch so leicht durchschaubar. Diese kurzfristigen Streiks fügen der Wirtschaft Schaden zu, schonen aber dabei die Streikkasse der GDL. Auf diese Weise kann man dann natürlich einen monatelangen Konflikt schüren. Aber heute heißt der Verkehrsminister nicht mehr Tiefensee und der Bahnchef nicht mehr Mehdorn. Und ob die Chefs der G6 vor einem Verkehrsminister in die Knie gehen, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

  12. Am meisten stört mich die Aussage von Herrn Weselsky, die Pendler beim nächsten Streik möglichst wenig belasten zu wollen. Und jetzt wird mal eben der Berufsverkehr 6 Stunden lahm gelegt – super, entweder man stellt sich morgen an der Autobahn an (auch noch bei den Spritpreisen) oder – wenn man kein Auto hat – hat man eben ein Problem. Soll ich jetzt 40km zur Arbeit laufen??
    Wenn zwischen 10 und 15 Uhr gestreikt werden würde, hätten die DB und die G6 exakt dieselben finanziellen Einbußen als bei einer Streikzeit von 4 Uhr bis 10 Uhr morgens. Es geht doch hier einfach nur um ne reine Machtdemonstration – für den Fahrgast schlicht nicht nachvollziehbar…
    Die sollen sich endlich einigen und nicht alle 2 Tage den Berufsverkehr lahm legen. Kein Wunder, dass die Unterstützung in der Bevölkerung sinkt


  13. Chrisitan
    09.03.11 um 21:37

    Super. Mir egal, wie sehr die Streikkasse belastet wird. Entscheidend ist doch aber auch, dass die Portemonnaies des gemeinen Bahnfahrers belastet werden. Die Kosten sind riesig, werden aber nirgendwo kalkuliert. Merci vielmals, GDL.

  14. Tja sie können sich auch bei den streikenden Eisenbahnverkehrsunternehmen bedanken. Die kalkulieren hier ganz genau mit ihrem Geld und natürlich ihrer reaktion gegen den Streik und die Gewerkschaft. Sie als Kunde sind den Eisenbahnverkehrsunternehmen anscheinend sche… egal, sonst wäre es schon längst zu weiteren Verhandlungen gekommen.

    Das hier die Eisenbahnverkehrsunternehmen so kalkulieren kann man meiner Meinung nach daran erkennen, dass sie 7 Monate erfolgreich mit der Gewerkschaft verhandelt haben und plötzlich im Januar sämtliche Verhandlungen abbrachen.


  15. Mattes Weiss
    10.03.11 um 09:06

    @Joschi2x

    Die EVUs haben vor allem die Steilvorlagen der GDL genutzt.

    Wer argumentiert, daß die EVG wegen der Koalitionsfreiheit nicht für GDL-Mitglieder sprechen kann – muß sich nicht wundern, daß man mit ihm nicht über einen Tarifvertrag für ALLE Lokführer sprechen will.

    Wer die Koalitionsfreiheit hochhält, muß sich nicht wundern, daß die Gegenseite die Vertragsfreiheit hochhält (nach der eben niemand zu einem Vertrag gezwungen werden kann.

    Und wer einen einheitlichen Tarifvertrag mit der Vermeidung von Lohndumping begründen will, muß sich nicht wundern, daß kein Unternehmen unterschreiben will, solange es ‚billigere‘ gibt, die nicht unterschreiben wollen.

    Die GDL steht damit kurz vor einer klassischen Loose-Loose-Situation: Entweder mit den Forderungen zurückrudern – oder sie nicht durchsetzen können, weil in der bröckelnden Arbeitgeberfront mindestens einer nicht mitmacht. Und die anderen werden garantiert nicht aus Mitleid mit der armen GDL mitmachen…

    P.S.: Von „erfolgreichen“ Verhandlungen habe ich bis jetzt nur von der GDL gehört – vielleicht sieht die Arbeitgeberseite auch das anders ;-)

  16. @Mattes Weiss

    Komischerweise hat die Veolia Verhandlungen mit den Lokführern angeboten. Man muss nur lang genug durchhalten. ;-)


  17. trainguide
    10.03.11 um 11:32

    Und wer einen einheitlichen Tarifvertrag mit der Vermeidung von Lohndumping begründen will, muß sich nicht wundern, daß kein Unternehmen unterschreiben will, solange es ‘billigere’ gibt, die nicht unterschreiben wollen.

    Sehr gut erkannt. Wenn Veolia klug ist, verlagert sie die Verhandlungen in die einzelnen Betriebe der Veolia-Gruppe. Außerdem ist der einheitliche Branchentarifvertrag schon gescheitert, wenn die GdL nun mit allen Betrieben einzelnen verhandeln muss – also auch mit jenen , wo es praktisch keine GdL´er gibt. Dann wird der Vertrag nur für die Betriebe gelten, wo sie ausreichend Mitglieder vertreten kann. Und auch die werden unter Verweis auf die anderen Betriebe nichts unterschreiben, was wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Bestenfalls kann es eine Vereinbarung für die Zukunft geben.

  18. @Trainguide

    Ich denke nicht, dass die Gewerkschaft ihre Forderungen ändern wird. Sie wird auf jedes, auch kleine, Unternehmen mit den gleichen Forderungen heran treten.

    Sollte die Gewerkschaft erfolgreich sein, könnte es sein, das die Lokführer die noch nicht in der Gewerkschaft sind, in eben jene wechseln. Was wiederum bedeutet, dass die Gewerkschaft dann auch auf diese Unternehmen zu gehen kann. Es kann sich wie ein Virus verbreiten.

    Aber noch ist es nicht soweit. Wir werden sehen und jeder hier wird egoistisch auf seinem Standpunkt verharren.


  19. Christian
    10.03.11 um 12:20

    Tatsache ist, dass ich z.B. gar nicht bereit bin, noch viel mehr Geld in Bahntickets zu investieren. Da habe ja dann alle was von. Hoffentlich auch die Lokführer.

  20. @Christian

    Nö, da merken die Lokführer und Eisenbahner nichts von. Die werden aus den Regionalisierungsmitteln bezahlt, also ergo aus unseren Steuern. Ausser der Güterverkehr und die Weiße Flotte (Fernverkehr), aber letztere holt sich das Geld über die DB AG Holding aus den Regionalisierungsmitteln.

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