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NVS plant Angebotsveränderung mit der Ausschreibung des Dieselnetz Nordthüringen

15.03.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Direktverbindung zwischen Kassel und Erfurt soll demnächst 15 Minuten schneller seinDie Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS) hat jetzt im Zusammenhang mit der kürzlich im europäischen Amtsblatt veröffentlichten Ausschreibung des Dieselnetz Nordthüringen, Einzelheiten bezüglich des Ausschreibungsverfahrens und des geplanten Bedienungskonzeptes bekannt gegeben. Die durchgehende Linie zwischen Kassel und Erfurt soll insgesamt beschleunigt werden, um zusätzliche Anschlüsse an den Fernverkehr in Erfurt herstellen zu können.

In dem Ausschreibungsverfahren suchen die Linien EB 1, EB 2, RB 45 und RE 5 einen neuen Betreiber. Das Netz befindet sich zum größten Teil im Norden Thüringens, wodurch die NVS auch die Federführung für das Vergabeverfahren übernimmt. Durch die Linie EB 1 nach Kassel sind aber auch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) an der Ausschreibung beteiligt.

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Den Betrieb der Linien teilen sich derzeit die Erfurter Bahn und DB Regio Südost. Den neuen Verkehrsvertrag ab Dezember 2013 mit einer Laufzeit von zwölf Jahren wird allerdings nur ein Unternehmen erhalten. Die NVS fordert eine Bedienung mit niederflurigen Fahrzeugen, dabei sind aber auch gebrauchte Fahrzeuge zugelassen, die ein umfassendes Redesign erhalten haben. Die Fahrzeuge müssen durch die Modernisierung dem Erscheinungsbild eines Neufahrzeuges gleich kommen.

Das neue Betriebskonzept sieht vor, die direkte Linie zwischen Kassel und Erfurt über Leinefelde und Bad Langensalza um 15 Minuten zu beschleunigen. Im Gegensatz zum heutigen Angebot sollen einige Haltepunkte nur noch im Zweistundentakt bzw. nur noch während der Hauptverkehrszeit morgens und nachmittags bedient werden. Die NVS bedauert diesen Schritt zwar, allerdings hält sie ihn für gerechtfertigt, weil mehr Fahrgäste von attraktiven Anschlüssen an den Fernverkehr Richtung Leipzig, Dresden und Berlin in Erfurt profitieren als von der Bedienung schwachfrequentierter Halte im ländlichen Raum.

Der NVS geht es bei Neuvergabe nicht nur um das günstigste Angebot, sondern auch mehr Qualität für die Kunden. So werden die Expresslinien von Erfurt nach Kassel und Nordhausen generell von einem Kundenbetreuer begleitet. Bei den Regionallinien zwischen Erfurt und Leinefelde, sowie Gotha und Bad Langensalza wird jeder zweite Zug begleitet. Der Vertrieb muss über Automaten im Zug, den bisherigen am Bahnsteig und zwei neu einzurichtende Verkaufsstellen erfolgen. Im Bahnhof Mühlhausen ist ein Kundenzentrum einzurichten.

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Mit der Ausschreibung möchte die NVS das Angebot langfristig sichern. Die Finanzierung des Nahverkehrs in Thüringen ist durch steigende Infrastrukturkosten, den allgemeinen Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland und zukünftig benötigten Ersatzleistungen für den zurückgehenden Fernverkehr im Saaletal nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke Halle – Erfurt – Nürnberg sehr stark gefährdet

Die Linien Gotha – Gräfenroda, Fröttstedt – Friedrichroda und Sömmerda – Großheringen die ursprünglich auch im Rahmen des Dieselnetz Nordthüringen ausgeschrieben werden sollten, wurden kurz vor Bekanntgabe der Ausschreibung aus dem Verfahren gestrichen. Erstere Linie soll zum Fahrplanwechsel im Dezember entfallen. Die anderen beiden wurden aufgrund der ungewissen Zukunft bis Ende 2016 direkt an DB Regio Südost vergeben.

Dieselnetz Nordthüringen, Dez 13 – Dez 25, ca. 2,56 Mio. Zkm. pro Jahr

  • EB 1 Erfurt – Bad Langensalza – Leinefelde – Kassel
  • EB 2 Gotha – Bad Langensalza
  • RB 45/RE 5 Erfurt – Straußfurt – Nordhausen

Bild: Sven Stei?nke

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