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Nürnberg: VGN mit Rekordjahr 2010

07.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Immer mehr Leute nutzen den ÖPNVDer Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) konnte im vergangenen Jahr – insbesondere durch die Erweiterung seines Gebietes auf die Regionalen Bayreuth und Bamberg sowie einen Teil des Landkreises Haßberge – einen neuen Rekord verzeichnen. Es wurden 223,44 Millionen Fahrgastfahrten gezählt, das entspricht einer Steigerung von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2009.

VGN-Geschäftsführer Jürgen Haasler: „Die Steigerung um rund 21 Millionen Fahrten ist zum Großteil auf die Integration der Linien in den Erweiterungsgebieten zurückzuführen. Darüber hinaus können wir uns über eine allgemein positive Entwicklung freuen.“ Am stärksten zugenommen haben die Fahrten im Gelegenheitsverkehr (12,2 Prozent) und im Schülerverkehr (20,9 Prozent), die Nachfrage auf kurzen Strecken in den Stadtverkehren (22,3 Prozent) sowie bei den Weitfahrern (11,0 Prozent). Entsprechend entwickelten sich auch die Einnahmen, sie erhöhten sich um 14,1 Prozent auf 255,54 Millionen Euro.

Haasler: „Wenn wir aber unsere Jahresergebnisse mit der Prognose für 2010 vergleichen, liegen wir deutlich über unseren Erwartungen.“ Die Zahl der Fahrten im letzten Jahr übertrifft den Planwert um 3,9 Prozent, die der Einnahmen um 4,2 Prozent. Zur erfreulichen Entwicklung haben offenbar weitere Effekte beigetragen, die vorher nicht abzusehen oder exakt zu quantifizieren waren. So etwa die höhere Attraktivität des Verbundverkehrs durch das erweiterte Liniennetz und die Vorteile des VGN-Tarifs mit der Integration.

Neben der allgemeinen konjunkturellen Erholung – das erste Quartal war noch immer von den Einflüssen der Weltwirtschaftskrise geprägt – trug vor allem die Benzinpreisentwicklung ihren Teil dazu bei, dass der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel aus ökonomischen Gründen sinnvoll und attraktiv ist.

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Einen deutlichen Sprung nach vorne hat das Handyticket des VGN gemacht. Nach vier Jahren Testphase ging es im November 2010 mit mehreren Neuerungen in den regulären Betrieb über. Seitdem werden den Nutzern neben dem bisherigen Java-Programm noch zwei weitere Zugänge angeboten: per Browser mit internettauglichen Mobiltelefonen sowie mit einem kostenlosen App für iPhones.

Einzelfahrscheine sind per Handy seither zum Streifenkartenpreis zu haben, zum Beispiel in der Preisstufe 2 statt 2,10 Euro für 1,88 Euro. Mit diesen Verbesserungen hat der VGN offenbar viele Kunden erreicht. Innerhalb von drei Monaten stieg die Zahl der registrierten Nutzer von rund 8.000 auf mehr als 11.000. Seit der Einführung des Handytickets im April 2007 wurden mehr als 130.000 Tickets verkauft, davon allein 45.000 im vergangenen Jahr.

„Diese Dynamik zeigt, dass wir mit diesem noch jungen Vertriebsweg richtig liegen. Er ist absolut zeitgemäß und erleichtert vor allem Gelegenheitsnutzern den Zugang zum ÖPNV“, verdeutlicht Haasler. Per Mobiltelefon sind Einzelfahrscheine und Tagestickets erhältlich, 71% der Käufe entfallen auf Einzelfahrscheine, die typische Fahrkarte für diese Zielgruppe.

Die Fahrkarte der Zukunft könnte möglicherweise auf einem Chip untergebracht sein. Eine Konzeptstudie zu den technischen wie organisatorischen Voraussetzungen und der Vorgehensweise liegt im VGN bereits vor. Mit einer detaillierten Machbarkeits- und Finanzierungsstudie werden derzeit die Möglichkeiten einer Realisierung geprüft. „In einem Verbund dieser Größe, mit rund 100 Verkehrsunternehmen sowie 650 Linien ist das auf jeden Fall ein Mammutprojekt“, so Haasler.

Bild: Michael Heimerl. Lizenz: CC-by-SA 3.0

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