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Thüringen: Verkehrsminister fordert PZB-Ausbau

28.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) forderte in der letzten Woche im Thüringer Landtag, auf allen Bahnstrecken, die mit mehreren Zügen betrieben werden, zusätzliche automatische Sicherungssysteme, sprich PZB, zu installieren. Bis 2013 werden zunächst 130 Kilometer eingleisige Bahnstrecken mit der Technik nachgerüstet – für Carius ist das nur ein erster Schritt.

Carius: „ Ich werde mich bei der Bahn dafür einsetzen, dass auch die dann noch verbleibenden Strecken mit Mehrzugbetrieb schrittweise mit Sicherungssytemen zur automatischen Zugbeeinflussung ausgerüstet werden.“ PZB – Punktförmige Zugbeeinflussung – ist eine Technik, die, grob gesagt, dafür sorgt, dass ein Zug beim Überfahren eines Haltesignals autoamtisch bremst.

PZB ist laut geltender Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung auf Bestandsstrecken, deren Höchstgeschwindigkeit 100km/h nicht überschreitet, keine Pflicht. Daher entsprechen alle Eisenbahnstrecken im Freistaat Thüringen den gültigen Vorschriften. Dennoch hat die Bahn bereits in der Vergangenheit zahlreiche dieser Strecken mit zusätzlichen Einrichtungen zur automatischen Zugbeeinflussung ausgerüstet.

In Thüringen werden bis 2013 die Strecken Eisenach – Eisfeld, Leipzig – Gera – Saalfeld – Probstzella, Wolkramshausen – Erfurt und Gera-Debschwitz – Weichlitz mit zusätzlichen Sicherungssytemen versehen. Von den rund 800 Kilometern eingleisiger Strecken der Bahn, die mit bis zu 100 km/h befahren werden, sind nach Angaben der Deutschen Bahn derzeit 43 Prozent mit der „Punktförmigen Zugbeeinflussung“ ausgerüstet.

Durch die bereits geplanten Investitionen wird sich dieser Anteil bis 2013 auf über 60 Prozent erhöhen. Bei den Strecken, die für Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h zugelassen sind, werden dann mehr als 90 Prozent mit diesem Sicherungssystem ausgerüstet sein. Eine Nachrüstung ist nicht auf allen Strecken sinnvoll (z.B. Strecken mit Einzugbetrieb).

Carius: „Wir begrüßen, dass die Bahn nach dem Unfall bei Hordorf in Sachsen-Anhalt derzeit erneut ihr Streckennetz analysiert, um die weiteren Investitionsschwerpunkte für zusätzliche Sicherungssysteme festzulegen.“

Allerdings fehlt in den Ausführungen eine bedeutende zweigleisige und elektrifizierte Hauptstrecke die im Norden Thüringens verläuft. Die wichtige Transitstrecke zwischen Kassel und Halle durch das Eichsfeld und den Südharz ist auf dem Abschnitt Leinefelde – Blankenheim bis heute nicht mit PZB ausgerüstet.

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