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NWL kürzt Geld für den Rhein-Sieg-Express

03.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) kürzt auf Betreiben seines Mitgliedes ZWS (Zweckverband Westfalen Süd) mit sofortiger Wirkung Gelder für den RE 9 (Rhein-Sieg-Express) an DB Regio Rheinland. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Als Grund wird die hohe Verspätungsquote in Siegen mit zahlreichen geplatzten Anschlüssen Richtung Hessen genannt.

Paul Breuer (CDU), Landrat im Kreis Siegen-Wittgenstein sagte der WAZ: „Die gegenwärtigen Zustände auf dem Umsteigebahnhof Siegen und der Siegstrecke von Siegen nach Köln sind absolut unhaltbar. Eine Pünktlichkeitsquote von unter vierzig Prozent ist völlig inakzeptabel. Ich erwarte, dass die Bahnunternehmen alle Hebel in Bewegung setzen, um den Fahrgästen aus Köln in Richtung Frankfurt und umgekehrt in Siegen das direkte Umsteigen zu garantieren.“

Konkrete Zahlen, wie viel Geld der NWL dem Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht zahlt, wurden nicht genannt, jedoch soll es sich um eine „massive Kürzung“ handeln. Schon kleine Verspätungen aus Richtung Köln lassen den Umstieg nach Gießen und in die Region Rhein-Main platzen, weil die Übergangszeit nur vier Minuten beträgt – der Umstieg ist zwar im weitesten Sinne bahnsteiggleich, dennoch müssen Fahrgäste eine längere Strecke laufen.

ZWS-Geschäftsführer Günter Padt sagte der Zeitung: „Um wenigstens ein oder zwei Minuten herauszuholen, könnte man das ungenutzte grüne Gebäude auf dem Mittelbahnsteig abreißen und so den Bahnsteig 3 verlängern. Dann könnten die Züge aus Köln und nach Frankfurt dort direkt hintereinander stehen, was beim Umsteigen rund zwei Minuten spart.“

Er lasse darüber hinaus prüfen, den RE 9 künftig nicht mehr als Gleis 54, sondern am Gleis gegenüber halten zu lassen. Das würde jedoch Veränderungen für den RE 16 der Abellio Rail nach Hagen und ins Ruhrgebiet mit sich bringen.

Eine der Problemursachen ist, dass die neuen Triebzüge vom Typ E-Talent 2 des Herstellers Bombardier noch immer nicht zugelassen sind. Sie wurden eigentlich für den RE 9 bestellt. Deshalb fährt DB Regio Rheinland hier ersatzweise mit Doppelstockwagen und Lokomotiven. Mit den neuen Zügen dürfte sich die Situation entspannen. Wann sie zugelassen werden ist jedoch völlig unklar.

Eine andere Ursache ist, dass die Züge nicht mal kurze Zeit aufeinander warten. Die drei hochwertigen RE-Linien in Siegen haben drei unterschiedliche Betreiber: Abellio Rail fährt den RE 16 ins Ruhrgebiet, die Hessische Landesbahn fährt den RE 40 / 99 in die Region Rhein-Main und die DB fährt den RE 9 nach Köln. Abellio Rail und die Hessische Landesbahn versuchen jedoch regelmäßig, ihre Anschlüsse so gut es geht abzusichern.

5 Responses


  1. Hüttental-Geisweid
    03.02.11 um 12:12

    „Abellio Rail und die Hessische Landesbahn versuchen jedoch regelmäßig, ihre Anschlüsse so gut es geht abzusichern.“

    Letzten Samstag im RE 10921 erlebt – Ankunft in Siegen mit ca +8 – Durchsage des Zub kurz vor Siegen sinngemäß: Die Transportleitung habe das Warten des Anschlusszuges der Hessenbahn für Reisende Richtung Giessen abgelehnt. Darauf ging ein enttäuschtes Raunen durch den ersten Wagen, wo die Reisenden sich bereit machten, den Sprint zur HLB24979 anzutreten.
    Das sieht für mich aus, als wenn DB Regio Rheinland GmbH auch versucht, den Anschluss abzusichern …

  2. Es ist nicht möglich die Züge der HLB warten zu lassen, weil sich durch die eingleisige Infrastruktur im Bereich des Giersbergtunnel sonst auch die Ankunft des Gegenzuges verzögert.


  3. Gießener
    03.02.11 um 12:43

    Da ich beruflich viel im Ruhrgebiet zu tun habe, nutze ich sehr oft die Verbindung von Gießen über Siegen ins Ruhrgebiet und auch zurück.

    Bis jetzt hat das Umsteigen meistens auch geklappt, die Hessenbahn hat schon bis zu fünf min auf den Zug aus Richtung Essen gewartet.

    Und auch umgekehrt lief es bis jetzt sehr gut!


  4. Hüttental-Geisweid
    03.02.11 um 12:50

    Es ist nicht möglich die Züge der HLB warten zu lassen, weil sich durch die eingleisige Infrastruktur im Bereich des Giersbergtunnel sonst auch die Ankunft des Gegenzuges verzögert.

    Das sehe ich anders – es wurde auch bis zum letzten Fahrplanwechsel anders gehandhabt, damit die Anschlüsse passten. Und bis Giessen war (und ist jetzt erst recht mit neuem Material) m.E. und nach Aussage von Betriebseisenbahnern noch einiges an Fahrzeitreserve drin.


  5. Stefan Hennigfeld
    03.02.11 um 12:51

    @ Gießener

    Das Problem ist aber der Zug aus und nach Köln/Aachen.

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