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Johann-Dietrich Wörner wird Leiter des Dialogforums zu Stuttgart 21

02.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat Johann-Dietrich Wörner, den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Einrichtung eines neuen Dialogforums zum umstrittenen Großprojekt Stuttgart 21 beauftragt. Einen direkten Bezug zur Eisenbahn hat Wörner nicht – man kann nur darüber rätseln, was ihn zu dem Job qualifiziert.

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Statt dessen ergibt sich Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) in warmen Worten. Er spricht von einem „wichtigen Anliegen“ und möchte „den mit der Schlichtung mit den Kritikern aufgenommenen Gesprächsfaden nicht abreißen“ lassen.“ Wörner ist studierter Bauingenieur und leitete von 2000 bis 2008 das Regionale Dialogforum Flughafen Frankfurt.

Mappus: „Wörner ist es beim Ausbau des Frankfurter Flughafens gelungen, Brücken zu bauen. Mit diesem Erfahrungshintergrund bringt er gute Voraussetzungen mit, den Dialog zwischen Befürwortern und Kritikern des Bahnprojekts in Gang zu halten.“

Also keine besseren Argumente, kein Abwarten des Stresstests oder Umsetzung der von Heiner Geißler vorgeschlagenen Projektweiterentwicklung „Stuttgart 21 Plus“, sondern nur leere Worte und freundlich Gucken. Der Stresstest soll aber, wenn die Ergebnisse im Sommer oder Herbst vorliegen, im Dialogforum behandelt werden. Natürlich nur, wenn die Landesregierung dann noch im Amt ist, am 27. März sind Landtagswahlen.

Damit der Luftfahrt-Mann Wörner nicht ganz auf sich allein gestellt ist, wird er von der IFOK GmbH unterstützt. Ein Unternehmen, das auf Planung und Durchführung von Beteiligungsprozessen spezialisiert ist. Es wird also in der Regel bereits im Vorfeld eingeschaltet, um eskalierende Proteste, wie bei Stuttgart 21, zu verhindern. Hochglanzbroschüren und diplomatische Schachtelsätze scheinen gerade im Wahlkampf besser auszusehen als Wasserwerfer, Reizgas und Pfefferspray.

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4 Responses


  1. Newsleser
    02.02.11 um 11:24

    Johann-Dietrich Wörner ist ein Fachmann auf seinem Gebiet und die Eisenbahner sind die Fachleute wenn es um den Schienenverkehr geht. Darum lieber Herr Wörner sage ich, „bleib bei Deinen Leisten“. Bei dem ganzen Circus um S21 geht es doch nur darum den Stuttgarter Kartell-Freuden Milliarden in private Kassen einzuspielen. Warum hört und sieht man nichts von der organisierten Eisenbahnlobby von den Bahngewerkschaften? Hallo Ihr Eisenbahner, habt Ihr noch nicht gemerkt daß die letzten Jahre euere Bundesbahn systematisch demontiert wird, von euerem Chef und korrupten Politikern. Steht endlich mal auf und zeigt mit einem Generalstreik, wer bei der Bahn das sagen hat. Die deutsche Bundesbahn ist das vernünftigste Verkehrsmittel seit vielen Jahrzehnten und wir brauchen mehr Gleise, weniger Autos und garantiert keine tiefer gelegten Bahnhöfe. Und wir brauchen auch keinen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg der nicht die Interessen der Bürger vertritt, darum müssen wir Ihn nach Agyptischen Vorbild zwingen zurück zu treten.

  2. Der Daimler- INFO-Bus ist zunächst mal für drei Jahre finanziert, MP Mappus frisst Kreide.
    Alle Beruhigungspillen können nicht wirken, weil das Projekt Stuttgart 21 keine guten Argumente mehr hat, sondern der informierten Bürgerschaft und den Bahnbenutzern ein Horror ist.

    Die verbliebenen „guten Argumente“ lassen sich großteils unter „Lügenpack“ einsortieren: Baukosten, Ökologie, Bauzeit, verbesserter Nahverkehr, Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs usw. Was bleibt, dient nicht den Reisenden, sondern den Banken, der Wirtschaft (Autolobby), dem vermeintlichen Ansehen und Machterhalt der Politiker.

    Widerstand plus ist angesagt und Oben bleiben! http://www.siegfried-busch.de

  3. Die Gegner sollten vor der Landtagwahl versuchen, die vielen Unentschiedenen auch zu Gegnern zu machen. Mit Videos oder Bildern geht das nach meiner Einschätung besonders einfach. Ich bin leider kein Video-Experte und habe es einmal mit Grafiken versucht:
    http://stuttgart21-info.blogspot.com/
    Es sind zwar erst 11 Stück, aber besser als nur Text.

    Die neueste Grafik handelt von der Tunnelsicherheit. Sie stellt in Frage, ob 500 m Querschlagabstand ein guter Wert ist. Schauen Sie einmal rein, Sie werden überrascht sein, was andere Länder bauen!


  4. Schaffner
    02.02.11 um 15:05

    Herr Wörner war Teil einer klugen Strategie zur Abholzung unseres Waldes. Heute husten wir, weil der Wald fehlt und die Luft schlechter wird. Am Ende von Herrn Wörners „Dialog“ steht die neue Landebahn und mit dem versprochenen Nachtflugverbot ist’s nix. Würde Herr Wörner als Moderator nach Ägypten geschickt, bliebe nach ausführlichem Gelaber am Ende der Herr Mubarak am Ruder. Gegen diese Leute helfen nur Massenaktionen!

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