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Greenpeace kritisiert hohen Atomstromanteil bei DB Energie

25.02.11 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Etwa dreißig Greenpeace-Mitglieder haben am gestrigen Donnerstag vor dem Berliner Hauptbahnhof demonstriert und ein überdimensionales Plakat auf dem Glasdach entrollt. Sie wollen auf den hohen Atomstromanteil in den Netzen der DB Energie aufmerksam machen. Die Bahn weist die Kritik zurück. Bereits heute habe man einen überproportional hohen Anteil erneuerbarer Energien.

Rund 25 % des Bahnstroms stammen aus Atomkraft und mehr als 45 % aus der Kohle. 18,5 % entstammen aus erneuerbaren Energien. Doch auch das ist für Greenpeace zu wenig. Die Wasserkraftwerke seien mehrere Jahrzehnte alt. Was daran schlimm ist, lassen sie offen.

Ein Großteil des Atomstroms in den Oberleitungen kommt aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim, bei dessen Block 1 es sich um Deutschlands ältesten und nach Greenpeace-Angaben auch „gefährlisten“ Atommeiler Deutschlands handeln soll.

Bahnchef Rüdiger Grube gehörte im August 2010 zu den vierzig Erstunterzeichnern des „energiepolitischen Appells“ an die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin fordert u.a. der Bahnchef eine Verlängerung der Laufzeit für bestehende deutsche Atomkraftwerke. Eine Unterschrift, die jedoch Grubes Privatmeinung darstellt – nicht die der Deutschen Bahn AG.

Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass ihr Anteil erneuerbarer Energien höher sei als bei allen anderen Verkehrsmitteln. 18,5 % bei der Eisenbahn stehen fünf bis sechs Prozent im Straßenverkehr und Null Prozent beim Flug- und Schiffsverkehr gegenüber.

Gleichzeitig verfolgt die DB ein ehrgeiziges Klimaprogramm. Bis 2020 wird die DB den Anteil der erneuerbaren Energie auf mindestens 30 Prozent steigern. So hat die DB beispielsweise erst kürzlich lang laufende Stromlieferverträge mit den Betreibern der Windparks Märkisch-Linden und Hoher Fläming in Brandenburg abgeschlossen. Damit bleibt die Bahn auch in dem nächsten Jahrzehnt das effizienteste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel.

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