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GDL-Streiks morgen (21.2.) unwahrscheinlich

20.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Noch immer (Stand 20. Februar, 22 Uhr) gibt es von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer keine genauen Informationen, der letzte Stand ist, dass es „ab dem 21. Februar“ Warnstreiks geben würde. Nachdem die Internetpräsenz der GDL heute fast ganztägig offline war und nun noch immer nichts genaueres gesagt werden kann, muss man davon ausgehen, dass es morgen keine Ausstände geben wird.

Eine Taktik, die bereits von 2007/2008 bekannt ist: Auch hier hat es, damals noch unter Manfred Schell, regelmäßig Streikankündigungen gegeben, es wurden Zeitfenster genannt, in denen die Mitglieder aufgerufen würden, die Arbeit niederzulegen und tatsächlich hat sich nichts getan. Auch diesmal ist daher davon auszugehen, dass die GDL von ihrem Drohpotential reichlich Gebrauch machen wird ohne dass tatsächlich gestreikt wird.

17 Responses


  1. Jim Knopf
    21.02.11 um 00:59

    Toll geschrieben aber meilenweit am Tor vorbeit.

    Ab Montag kann gestreikt werden. und wer das wort „kann“ kennt, merkt es ist eine Möglichkeits Form.
    Es kann auch Dienstag oder Mittwoch sein…wer weiß ????

    Fakt ist lediglich wir machen das nicht wegen den Bahnkunden sondern damit die Bahn keine Möglichkeit hat zu reagieren.
    Denn das ist das einzige was 2007/08 passiert ist Ankündigungen
    „wann und wo“ gestreikt wird und die Bahn hat sich parallel dazu hingesetzt und Notfahrpläne entworfen um hinterher gut dazustehen. Und das Gefühl gönnen wir der Bahn nicht !!!!!!

  2. Na super, Jim Knopf. Weil Ihr der Bahn nicht die Chance geben wollt zu reagieren, verunsichert und schädigt Ihr MILLIONEN von Pendlern.

    Ich selbst bin schon heute aus dem Wochenende nach Hause gefahren, weil sonst nicht sicher ist, dass ich sonst morgen früh rechtzeitig zur Arbeit komme. Mein gemütlicher Sonntagabend ist damit kaputt. Dank EUCH. Dank GDL.

    Es gibt keinen sachlichen Grund für diesen Krawall. Die EVG kriegt’s ohne Schädigung Dritter hin. Ihr wartet deren Ergebnis ab und wollt dann mehr. Wie billig. Wie link. Wie egoistisch und unsolidarisch. Wie ehrlos. Wie asozial.

  3. Nur gut, dass Berlin auch ohne die S – Bahn aususkommt zur Not. Da kann es einem getrost egal sein, was die GDL treibt und wenn die GDL den Zorn der Berliner abkriegt, ist dieses Mal nicht die S -Bahn dran schuld, sondern die GDL selbst, die ja noch zusätzlich Salz in die Wunden streuen muss. Berliner und Brandenburger sind es leid, dass man auf ihren Rücken diesen Kampf austragen will und die Geduld wird da auch irgendwann enden, mir tun am Ende echt die Leute leid, die es abkriegen und das sind nicht die Lokfahrer, sondern die Schaffner und Leute an den Infopints.

  4. Also das ist doch mal wieder Typisch Deutsch jeder darf in diesem Land streiken solange es einen persönlich nicht betrifft. Was sollen denn die Leute in Frankreich sagen wenn da zu Streik aufgerufen wird da zieht das ganze Land gleich mit in den Streik aber hier bei uns Leben ja nur Egoisten und Duckmäuse da traut sich doch keiner auf die Straße wie es ja eigentlich mal angebracht wäre aber na ja die Geschichte vom Deutschen Michel ist ja jedem bekannt


  5. Jim Knopf
    21.02.11 um 03:05

    RE: zu Tom

    Lieber Tom

    Zunächst einmal nicht wir haben dich verunsichert sondern die Medien.Vertraue auf Claus Weselskys Worte, das er Abends bevor es los geht die Bahnkunden informiert.
    EVG nennst du eine Gewerkschaft???? Nun gut .Du bist halt kein Bahner.Die EVG damals noch Transnet ist eine Interessenvertretung des Arbeitgeber.Mehr nicht !!!!
    Stichwort Norbert Hansen Gewerkschaftsboss..machte mit Mehdorn einen Deal…verarschte seine Mitglieder und sitzt jetzt im Aufsichtsrat der DBAG. das nenne ich assi !!!
    Wir kämpfen lediglich dafür das alle Lokfüherer gleich bezahlt werden und nicht mit 30% Lohnunterschied durch die Gegend fahren.
    Und wart ihr es nicht die geschrien haben Privat statt Staat??
    Glaube mir lieber Tom hättest du dich nur ein bischen mit dieser Tarifauseinandersetzung mal beschäftig würdest du nicht so voller Zorn gegen uns Lokführer der GDL sprechen.
    Bei dem Abschluß der EVG sollen wieder Menschen verarscht werden(weiterer Wettbewerb auf Kosten der Angestellten) und die Tarifpluralität abgeschafft werden.Keine Piloten,keine Ärzte Keine Presse ,keine Fluglotsen Gewerkschaften mehr.
    Nur das ist das Ziel der DB,der EVG mit Hilfe vom DGB und der Politik ,die Koalitionsfreiheit im Grundgesetz zu kippen.
    Das lieber Tom ist die traurige aber bittere Wahrheit.
    Es sollen nur noch die schwachen „schwachen“ Gewerkschaften am
    Markt sein weil sie „unkomplizierter“ sind.(ja und armen).
    Und worüber reden wir hier überhaupt?? weißt du eigentlich das Deutschland in der Bezahlung von Lokführern der EU Länder auf Platz 1 von unten ist???? 400€ fehlen uns zu den NL und dann geht es steil bergauf bis zur Schweitz 2100€ Differenz da bist du baff aber wir sind mal wieder die Terrorzwerge…an allem Schuld auch an den Sparmaßnahmen von Mehdorn die die Bahnkunden heute ausbaden müssen. nun gut.
    Ich hoffe du betrachtest die Sachen in Zukunft etwas kritischer
    LG einer der 26000 Lokführer


  6. Politicus
    21.02.11 um 06:20

    Bitte nicht vergessen: Ursache ist die Privatisierung! Ausgangspunkt: Thatcherismus und „Copy-Paste-Mentalität“ der PolitikerInnen.
    Öffentliche Güter und dazu gehörten die Bahn, wie auch die ehemalige Post, wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt, also dem Fetisch „Markt“ geopfert.
    Welche Folgen das hat, sieht man am Thema Deutsche Bahn AG. Es gibt diesen Wettbewerb, wie er im Lehrbuch von Fritzchen Müller steht, hier nicht.
    Das Röckchen des Öffentlichen Dienstes war kurz, aber lebenslang sicher.


  7. Beobachter
    21.02.11 um 07:55

    @ lokbi

    Ja, wir haben eine andere Streikkultur. Und das ist auch gut so. Aber auch in Frankreich ändern sich die Zeiten und die dauernden Streiks, welche das öffentliche Leben lähmen, gehen den Franzosen auch so langsam auf die Nerven.

    Und für die Ziele der GDL auf die Straße zu gehen, ist wirklich unangebracht.

  8. Die EVG kriegt’s ohne Schädigung Dritter hin. Ihr wartet deren Ergebnis ab und wollt dann mehr. Wie billig. Wie link. Wie egoistisch und unsolidarisch. Wie ehrlos. Wie asozial.

    1. Die GdL hatte bereits im letztem Jahr von der (damaligen) Transnet gefordert, für das Zugbegleitpersonal (von denen auch einige in der GdL sind) einen Rahmentarifvertrag auszuhandeln. Reaktion: null
    2. Die GdL beginnt für die Lokführer, einen Rahmentarifvertrag auszuhandeln. Auf einmal springt die EVG auf den Zug auf.
    3. Die GdL hatte die Verhandlungen schon so gut wie abgeschlossen, da schließt die EVG einen (deutlich) schlechteren Vertrag ab und die G6 beenden die Gespräche mit der GdL.
    4. Sollte die GdL einen besseren Vertrag abschließen als die EVG, so kündigt diese Nachverhandlungen an, obwohl sie die Forderungen der GdL kannte!
    Nun meine Frage: Wer hat hier die Hände in den Schoß gelegt? EVG oder GdL?
    Wer will jetzt mehr? EVG oder GdL?
    Warum hat die EVG nicht schon vorher Verhandlungen begonnen? Wer ist hier unsolidarisch?
    Wer hat die Verhandlungen abgebrochen? GdL oder G6? Wer ist hier also ehrlos/link/asozial?

  9. Für Dienstreisende ist eine solch unklare Ankündigung wirklich unfair und ja, tatsächlich unsolidarisch. Man kann nichts planen, man kann sich nicht darauf vorbereiten, diese Unsicherheit ist wirklich ein Stressfaktor, der nicht sein muss für uns Leute, die ihre Fahrkarten vernünftig zahlen und nichts mit den Vergütungsverhandlungen zu tun haben. Ich stimme Tom und Beobachter zu, dass es langsam einfach reicht und ja, dass das Verhalten so langsam nicht mehr akzeptabel, egoistisch und UNFAIR ist. Und die Konsequenz ist klar, Leute: noch weniger Fahrgäste, weil man sich nicht mehr verlassen kann und das ist eine sowohl umweltpolitisch als auch für eure Wirtschaftlichkeit traurige Konsequenz. Aber irgendwann hat man einfach keinen Bock mehr.

  10. Ich schließe mich der Meinung von lokbi an . In diesem Land leben nur noch egoisten und A….krischer . Das Deutsche Volk ist doch viel zu bequem für seine Rechte Öffentlich zu kämpfen . Lieber alles hinnehmen . Gebt dem dummen Volk Brot und Spiele !!!


  11. Captain Kirk
    21.02.11 um 09:20

    Die Einzige die hier diesen Wahnsinn versuchen zu erklären, sind die Lokführer. Diese versuchen aus habgierigen Gründen Maximalforderungen durchzudrücken und den Staat wieder ins Boot zu holen. Wer sich mit dem Tarifkonflikt beschäftigt, sieht nicht nur die DB als Schuldigen, sondern auch die unnachgiebigen, den Exklusivstatus ausnutzende Gewerkschaft. Geschädigte sind die Arbeitnehmer, die aus familiäre oder anderen Gründen Pendler sind, und einen erheblichen Arbeitsweg auf sich nehmen. Diese haben teilweise keine Alternative und werden zum Spielball ihrer nicht über den Tellerrand schauende Kollegen. Der öffentliche Personenverkehr ist heute ebenso wichtig wie die Wasser- und Stromversorgung, die auch nicht einfach so abgeschaltet werden kann.
    Arbeitnehmer und Gewerkschaften haben die Pflicht sich gegenseitig zu unterstützen. Dazu zählt auch, das wenn der Zugverkehr bestreikt wird, jeder die Möglichkeit hat, notwendige Verbindungen zu nutzen. Der 1. und der letzte Zug, auch wenn er dann extrem voll ist müssten auch in einem Streik von Kollegen für Kollegen bedient werden. Wer dies nicht verstanden hat, stellt sich außerhalb der allgemeinen kollegialen Beziehung unter Arbeitnehmer.
    Wer sich wirklich mit Frankreich und seiner Streikkultur in der Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt, und nicht nur die Presse verfolgt, sieht, dass fast ausschließlich Beschäftigte in öffentlichen Dienst streiken. Auch ist es möglich trotz eines Streiks der dortigen Bahn sein Ziel zu erreichen, da niemals ein völliger Stillstand stattfindet.


  12. roterschnee
    21.02.11 um 11:10

    GDL-Vorstand schweigt zu Streikbeginn

    Frankfurt/Main – Der GDL-Bundesvorstand schweigt zum konkreten Beginn der angekündigten Warnstreikaktionen. Es bleibe dabei, dass man Öffentlichkeit und Fahrgäste rechtzeitig über mögliche Beeinträchtigungen informieren werde. Das sagte der Sprecher der Lokführergewerkschaft, Stefan Mousiol in Frankfurt. Derzeit gebe es nichts anzukündigen. Die Gewerkschaft hatte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Deutscher Bahn AG und sechs Privatbahnen Kampfmaßnahmen «nach dem 21. Februar» angekündigt. Am Morgen und frühen Vormittag waren Aktionen ausgeblieben.

    (dpa)

    LINK: http://ksta.de/servlet/OriginalContentServer?pagename=ksta/ticker&listid=994415653754&aid=1297071418895


  13. Redfield1LP
    21.02.11 um 15:29

    Hi

    Ja super, so ein scheiß Streik zerstört viel im Leben eines anderen.
    Ich fahre am 02.03 mit der Bahn zum Schwarzwald um meine freundin nach ganzen 6 Monaten entlich wieder zusehen!
    Wenn ich jetzt wegen so ein streik nicht ankommen!
    Was soll das denn??
    Ich hoffe das sich die ganze sache in 9 Tagen beruhigt hat!
    lg. Redfield

  14. Die Funktionäre der GDL tragen ihren gewerkschaftlichen Konkurrenzkampf auf dem Rücken der Passagiere aus. Es ist ein billiger Schachzug, die EVG mit den eigenen Forderungen zu überbieten, um damit nach Mitgliedern zu fischen. Das ist Kinderkram und keine verantwortliche Gewerschaftspolitik!

  15. Weil wir Lokführer in der Öffentlichkeit stehen, sollen wir nicht Streiken dürfen? Es ist nun einmal nicht zu ändern, daß Reisende von dieser Maßnahme betroffen sind. Es war ja klar, daß sich jetzt jeder darüber aufregt. Wenn bei Bosch, Daimler, BASF…..gestreikt wird, beschwert sich keiner. Warum ist das wohl so? Weil es keiner merkt (außer den Chefs der Firma).

  16. @Wolfgang

    Die GDL hat ihre Forderungen VOR der EVG (Transnet) veröffentlicht. Von überbieten kann deshalb keine Rede sein.

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